Archiv der Kategorie Urlaub / Reisen

Die Mosel - von der Mündung bis zur Quelle, Tag 4

Okay, okay, wir sind schon länger an der Quelle der Mosel vorbei, aber Spaß macht es immer noch. Alle Töffs laufen, wie sie sollen, niemand hat einen Kater (woher auch, bei der trockenen Verpflegung…), das Frühstück war… nicht der Rede wert.

Der letzte Tag unserer Reise hatte begonnen, und es war klar, dass wir nach dem ersten Teilstück in Neuf-Brisach mit Klaus den nächsten Mitfahrer verlieren werden. Manchmal kommt einem halt der Job dazwischen. Da er es eilig hatte, fuhren wir mit TomToms Hilfe den direkten Weg nach NB, was leider auch bedeutete, dass wir ein ganzes Stück autobahnähnliche Routes nationales fuhren. Irgendwann aber kamen wir dort an.

20090614-neuf-brisach.jpg

Mir hat diese Stadt bei meinem ersten Besuch 1972 (ächz!) schon imponiert, und daher wollte ich auch meine Mitfahrer daran teilhaben lassen. Nur sieht man leider die Wehranlagen viel besser aus der Luft als vom Motorrad. Daher genehmigten wir uns einen Kaffee, sagten Adieu und fuhren unserer getrennten Wege.

Unsere Strecke führte uns zuerst einmal über den Rhein nach Breisach. Am Rheinübergang sahen wir, welche Touristenmassen sich nach Frankreich ergossen: Autos über Autos, Fahrräder, Fußgänger und Unmengen an Motorrädern. Wir waren ganz schön glücklich, dieser Meute entronnen zu sein. Allerdings: Was würde uns im Schwarzwald erwarten? Ist der eventuell genauso überlaufen?

Zuerst einmal ging es über die Dörfer am Kaiserstuhl entlang. Ihringen, Wasenweiler, Bötzingen, alles Orte, in denen man einen guten Tropfen zu bereiten weiß, und in denen man auch überall gut essen kann. Was wir aber angesichts der frühen Tageszeit nicht vorhatten.

20090614-ihringen.PNG

20090614-botzingen.PNG

Statt dessen bogen wir nach Osten ab in Richtung Freiburg, und damit begann eine Odyssee von Umleitungen. Zuerst einmal war der Zubringer zwischen Benzhausen und Gundelfingen gesperrt - also mussten wir durch Freiburg fahren. Dann kamen wir auf die B294, mussten diese aber schon bei der ersten Ausfahrt Waldkirch wieder verlassen, da sie vor Elzach voll gesperrt war. :-(

Die Umleitung führte uns über Straßen, die ich als Streckenverantwortlicher niemals herausgesucht hätte: Lörch, Sexau, Keppenbach, Reichenbach, Freiamt, Schweighausen (hier war mein Tank fast leer…), Welschensteinach und Steinach im Kinzigtal nach Haslach.

20090614-freiamt.PNG

Göttliche Motorradstrecken, viel Spaß, viele Kurven, leider herrschte auch hier ein nicht so guter Straßenzustand vor. Man konnte nie sicher sein, ob nicht mitten in der nächsten Kurve ein Bitumenpflaster auf die Straße geklebt war. Aber irgendwie kamen wir an, auch wenn wir die letzten Kilometer hinter einer Schlange von Dosen herfuhren, die sich strikt an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30km/h hielten… Überholen war nicht drin, zu kurz waren die Abstände zwischen den Autos, und vor allem waren da zwei in der Schlange, die die ganze Zeit Anstalten machten, ebenfalls zu überholen. In so einem Fall bleibe ich lieber hinten, als irgend etwas zu riskieren. Und wir sind ja trotzdem irgendwann angekommen. Und nutzten in Hausach die erste sich bietende Gelegenheit, die Mopeds aufzutanken.

Die B294 war in diesem Bereich richtig voll, Spaß machte es nicht, auf ihr zu fahren. Daher entschieden wir kurzfristig, in Wolfach auf die L96 abzubiegen und den idyllischen Weg über Oberwolfach, Schapbach, Bad Rippoldsau und Zwieselberg nach Freudenstadt zu nehmen.

20090614-wolfach.PNG

In dem malerischen Weiler Zwieselberg kehrten wir denn auch im Hotel Hirsch zum Mittagessen ein. Und wie es sich für ein richtiges badisches Schwarzwald-Gasthaus gehört, gab es Rehragout mit frischen Pilzen (leider nur Champignons) und selbstgemachten Spätzle. Wobei wir gemeinsam zu der Überzeugung kamen, dass meine besser sind. ;-)

20090614-hirsch-zwieselberg.PNG

Irgendwann rafften wir uns dann auch wieder auf, um die Schlussetappe anzugehen: Zuerst den Katzensprung nach Freudenstadt, und dann die super ausgebaute, zum Glück fast leere B294 in Richtung Pforzheim. Gaaaanz lange Kurven, breite Straßen, kaum Verkehr, so gut wie keine Beschränkungen, auf einer solchen Strecke kann man leicht Kilometer reissen und dabei auch noch Spaß haben. Dass es auch einige Motoradfahrer gibt, die den Spaß etwas übertreiben und auf der letzten Rille die Strecke durchrasen, sah man an den schwarzen Streifen, die sich durch ALLE Kurven zogen. Ich meine jetzt nicht Bremsspuren, sondern ganz dünne schwarze Striche, die übrigbleiben, wenn man aus einer Kurve heraus extrem beschleunigt.

20090614-kurvenstriche.PNG

Diese Striche meine ich - die meiner Meinung nach ausschließlich auf der Rennstrecke etwas zu suchen haben. Wir blieben zum Glück vor solchen Zeitgenossen verschont und konnten die Strecke in aller Ruhe (was man so Ruhe nennt…) genießen.

Ab dem Ortseingang Pforzheim war es dann nicht mehr so prickelnd, jetzt machte sich der Auflugsverkehr doch bemerkbar. Durch Pforzheim durch ging noch gerade so, aber die Strecke über Bretten (wo uns Klaus als drittletzter verließ) nach Bruchsal war nur unangenehm. Selbst wenn wir dort zu zweit ganz anders fahren konnten als in einer größeren Gruppe, war es halt doch nicht empfehlenswert, allzu sehr zu rasen.

20090614-schloss-bruchsal.PNG

Ab Bruchsal ging es dann über die B35 nach Germersheim, wo wir wieder auf kleinere Strecken auswichen und über Lingenfeld, Schwegenheim, die Aumühle und Meckenheim zurück zum Ausgangspunkt fuhren.

Was bleibt zu sagen? Das ist ein wunderschönes, anstrengendes, erholsames, Freundschaften förderndes Wochenende gewesen, und eigentlich steht jetzt schon fest, dass wir ähnliche Touren auch in Zukunft sicher wieder durchführen werden. Annecy und die Pässe der Gegend rufen…

Und weil es mir so gute Dienste geleistet hat, kommt hier noch ein Bild meines Babymonsters:

monster10.jpg

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Mosel - von der Mündung bis zur Quelle, Tag 3

Bisher hat mich mein Monsterbaby nicht im Stich gelassen. Mustergültig macht sie, was sie soll, braucht alle 200km etwas zu trinken, ab und zu etwas höhere Geschwindigkeit, damit die Öltemperatur wieder sinkt (besonders nach einer Stadtdurchquerung), ich bin zufrieden. Was will man mehr?

Ganz nach Planung haben wir nach dem Frühstück zwei Abgänge zu beklagen: Harald und Elke wollen sich noch ein Schiffshebewerk ansehen und dann auf direktem Wege wieder nach Hause eilen, die restlichen vier füllen erst einmal wieder den Tank und brechen dann auf gen Süden.

20090613-kathedrale-von-toul.PNG

Eigentlich sollte es ja von Toul mit seiner gigantischen Kathedrale aus wieder die Mosel entlang gehen, da ich aber einen nicht angekündigten Schlenker kurz vor Ende der Etappe in die Vogesen eingebaut hatte, entschloss ich mich kurzfristig, auf direktem Weg auf einer tollen Route Departement (D904) nach Charmes zu fahren. Unterwegs kamen wir durch ein hügeliges Gebiet, das von der Armee besetzt ist. Offensichtlich lagert hier ein Teil des Arsenals der “Force de frappe”, denn so gut gesicherte Wäldchen und Hügelchen kenne ich sonst nur aus Kentucky oder Idaho, wo auch mitten in der Pampa auf einmal ein Hochsicherheitsgelände auftauchen kann.

Obwohl wir keine 20km von Nancy entfernt waren, fuhren wir komplett alleine. Auf der ganzen Strecke bis Charmes (immerhin rund 50km) haben wir kein einziges Auto überholt (nein, wir sind nicht unbedingt nur 90 gefahren!), und uns kam auch keines entgegen. Selbst die Dörfer entlang der Mosel waren seltsam ausgestorben. Kaum Autos, keine Menschen, alles hat einen leicht morbiden Charme, irgendwie erinnerte die Szenerie an einen Katastrophen-Science-Fiktion. Lag das daran, dass es Samstag war? Waren alle Leute in die “großen” Städte zum Einkaufen gefahren? Sehr seltsam…

Von Charmes aus ging es dann wieder entlang der Mosel durch Vincey und Thaon-les-Vosges nach Chavelot, wo wir bei einer lieben Bekannten ein schönes kleines Mittagessen zu uns nehmen konnten. Es gab Pizzinchen, kleine Küchlein, einen schönen frischen Salat aus dem eigenen Garten sowie eine tolle Käseplatte. Genau das richtige für hungrige Biker!

imag0018a.JPG

Merci, Vivian, Harald et Alice!

Nur wenige Kilometer ging es nach der Mittagspause noch durch flaches Gelände, ab Epinal begann unser Weg, sich in die Vogesen zu verziehen. Schöne, langezogene Kurven auf den besser ausgebauten Routes Nationales, enge Haarnadelkurven mit schlechter Oberfläche auf den Nebenstraßen. Pouxeux, Éloyes, Saint-Étienne-lès-Remiremont, Le Syndicat. Wie Perlen liegen die Orte entlang den Nebenstraßen, die oben am Talhang entlangführen, während die Mosel im Tal nur an wenigen Stellen sichtbar ist.

20090613-saint-etienne-des-remiremonts.PNG

Immer steiler wurden die Berge um uns herum, man merkte jetzt, dass man sich im Mittelgebirge befand. In Saulxures-sur-Moselotte - wir hatten also die Mosel verlassen und befanden uns jetzt bei der Moselotte - tankten wir vor dem “richtigen” Einstieg in die Vogesen.

Die folgenden Kilometer sollten den Höhepunkt unserer Tour darstellen: Zuerst der Anstieg über Ventron und die Serpentinen von Le Frenz nach Kruth, von dort aus ging es links hinauf die wildromantische und für Motorradfahrer ideale Strecke nach Le Markstein. Der Himmel war voller Gleitschirmflieger, bei Le Markstein sahen wir dann auch, wieso: Nach dem Start gleiten die Schirme bis zur Abrisskante, dort aber steigen sie wie in einem Aufzug mehrere hundert Meter in die Höhe. Es sieht schon klasse aus, das will ich mir aber denn doch nicht antun.

20090613-le-markstein.PNG

Natürlich waren die Restaurants am Rande der Straße überfüllt von Autos, Fahrradfahrern und Motorrädern,  auch oben am Grand Ballon konnte uns nichts dazu überreden, uns der Herde der Touristen anzuschließen.

20090613-grand-ballon.PNG

Statt dessen fuhren wir die Route des Crêtes weiter, die Straße nach Thann hinab, bis wir zu einer Ferme Auberge kamen.

imag0021a.JPG

Brüderliche Freude über die Aussicht.

Hier konnten wir auf der Terrasse ohne Stress, mit nur wenigen anderen Reisenden unsere Getränke genießen. Und für die Mitfahrer unter uns, die die Region noch nicht kannten, tat sich ein leider etwas diesiger Blick auf unsere nächste Tagesetappe auf: Die Rheinebene sowie den südlichen Schwarzwald.

20090613-rheinebene.PNG

Inzwischen war es richtig heiß geworden, wir waren nach den Anstrengungen des Tages relativ müde und wollten nur noch in unser Etappen-Hotel “Le Moschenross“. Was zum Glück schalldichte Fenster aufwies: Es lag genau neben der Hauptein- und Ausfallstraße in die Vogesen…

20090613-le-moschenross.PNG

Nach einem kurzen Päuschen zum Ausruhen trafen wir uns um 18:00 Uhr, um die Stadt unsicher zu machen. Sehr schnell mussten wir jedoch realisieren, dass es hier nichts zum unsicher machen gab… ein paar Restaurants und Brasserien, eine Kirche, ein, zwei Andenkenläden, das war alles. Wenigstens hatte wir ein - wie wir dachten - gutbürgerliches Restaurant gefunden, in dem wir nach dem Aperitiv dann zu Abend essen wollten. Das “Caveau de l’Engelbourg” entpuppte sich jedoch sehr schnell als gehobenes Speiserestaurant, in dem wir es uns wohlverdient gutgehen ließen.

20090613-lengelbourg.PNG

Das Essen war einfach ausgezeichnet. Ob Entenleberpastete, Filetsteak, saure Nierle oder Crème brûlée: Alles war exakt richtig gegart, sehr hübsch angerichtet und es schmeckte auch wunderbar. Die Weinkarte ist für französische Verhältnisse klein, wir fanden trotzdem als Begleiter zu unserem Essen einen Chablis von 2005, der hervorragend zu den doch sehr unterschiedlichen Speisen passte. Ein Ausflug hierher lohnt sich wirklich.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Ergebnisse des Hobbies des Patrons, die sich an jeder Wand wiederfinden: Er glaubt, malen zu können…

20090613-lengelbourg-ii.PNG

 

Schön, gell? Aber es kommt noch besser…

 

 

20090613-lengelbourg-iii.PNG

 Ob diese Dame wohl schon immer ein Höschen anhatte? ;-)

Nach einem kleinen Rundgang durch das Industrie- und Wohnviertel von Thann verabschiedeten wir uns dann relativ früh auf unsere Zimmer: Das Frühstück war bereits für acht Uhr bestellt.

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Mosel - von der Mündung bis zur Quelle, Tag 2

Jetzt will ich zuerst einmal unsere Truppe vorstellen: vier BMWs (K1200S, R1200RT, K1200GT und F650), eine HD Electra Glide Ultra Classic und eine Ducati Monster 900. Bunt zusammengewürfelt aber kompatibel, so lange man auf sanft geschwungenen Pfaden unterwegs ist. Immer wieder zusammengerufen wird der Trupp durch das “dezente” Bollern der Duc.

imag0003b.JPG

Der zweite Morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein, die Regenkleidung konnten wir also beruhigt im Rucksack oder Koffer lassen. Nach einem ausgiebigen Frühstück genossen wir die typische Mosellandschaft, die uns auch am ersten Tag schon begleitet hatte: Weinberge, so weit das Auge reicht, von den extremen Steillagen (im Besitz des Weinguts Dr. Loosen) bis hin zu den in den 70er Jahren hinzugekommenen flachen Weinbergen, sanfte Hügel, auf denen kleine Dörfer thronen, in den Steillagen immer wieder Schutzhütten in jeglicher Gestaltung, von der einfachen Holzhütte über Kapellen bis hin zu nahezu fürstlichen Bauten. Und an der Straße immer wieder Hinweise auf die Römer, die vitis vinifera (die Weintraube) an die Mosel brachten.

20090612-vitis-vinifera.PNG

Geballt bekommt man das natürlich in Augusta Treverorum zu sehen, dem heutigen Trier: An jedem Eck sieht man römische Reste, das Rheinische Landesmuseum quillt davon nahezu über, an vielen Häusern findet man historische Zitate, und dann ist da natürlich noch das Wichtigste: Die Porta Nigra, das schwarze Tor.

20090612-porta-nigra.PNG

 Leider war Trier an diesem Freitag dermaßen verstopft, dass wir die für eine genauere Besichtigung notwendige Stunde im Stau bei der Anfahrt auf Trier verloren. Immerhin konnten wir einen Blick nach schräg hinten auf das Bauwerk werfen. 8) Aber für nächstes Jahr ist ein Ausflug nach Trier unter Leitung eines historisch Bewanderten geplant, so dass wir nichts versäumt haben, weil wir dieses Mal nicht angehalten haben.

- * -

Wie sich doch die Landschaft wandeln kann: Befanden wir uns eben noch neben der Mosel auf stark befahrenen, hellen Straßen, sind wir hinter Trier auf einer breiten, geschwungenen, leeren, baumgesäumten Bundesstraße, die alle Orte links oder rechts liegen lässt. Mir (der ich zu diesem Zeitpunkt der Frontmann war) gefiel es so sehr, dass ich mich nicht bremsen konnte und, so lange es ging, die teilweise knackigen Kurven am Rande der Legalität durchfuhr. Irgendwann aber war der Tank leer, und da Luxemburg mit Schengen sich dazu anbot, nutzten wir nach einem Tankstopp (1.01 Euro für einen Liter Super - zum Heulen!!!) das Europäische Informationszentrum für unsere Mittagspause.

20090612-informationszentrum-schengen.PNG

Gegenüber diesem Zentrum ist das Denkmal an das Schengener Abkommen installiert:

 20090612-monument-schengen.PNG

Irgendwie erinnert mich das an sowjetische Kriegerdenkmäler. Seltsam…

imag0002b.JPG

So sieht man nach einer geruhsamen Mittagspause aus, auch wenn das Beton-Ambiente des Zentrums etwas gewöhnungsbedürftig war. Das Bild ist übrigens am Ortsanfang von Schengen aufgenommen, und nicht nur die Deutschen haben die Angewohnheit, Besuchern gleich zu sagen, dass sie sich an Regeln zu halten haben. ;-)

- * -

Nur 300m weiter kommt schon der nächste Grenzposten: Wir befinden uns  auf französischer Scholle, die uns das mit Macht und vielen Schlaglöchern unmissverständlich klarmacht. Hier sind wir jetzt auf dem anstrengendsten Teilstück, von Schengen über Yutz, Thionville, Guénange und Malroy nach Metz. An viel kann ich mich nicht mehr erinnern, zu sehr musste ich mich auf Verkehr, Straßenverkehrsordnung und vor allem die Truppe hinter mir konzentrieren. Am Ortsanfang von Metz nahmen wir dann eine Änderung der Reihenfolge vor: Das Fahrzeug mit dem TomTom an Bord (TomTom genannt) durfte uns durch die Großstadt führen, oder besser gesagt in einem Halbkreis um die Stadt herum. Das klappte auch wunderbar, bis TomTom den Rest der Truppe an einer Ampel abhängte und dies nicht bemerkte. :-(

Natürlich wussten wir zu diesem Zeitpunkt auch nicht, wo wir waren (wir hatten uns ja auf TomTom verlassen und keine Karten parallel gelesen), so dass wir TomTom auch nicht zurücklotsen konnten. Ein schöner Deadlock, doch wir lösten ihn auf einfache Art und Weise: TomTom fuhr zu unserem nächsten Ziel (auf direktem Wege und nicht die landschaftlich schöne Strecke),ich orientierte mich mit Hilfe der guten alten Landkarte und konnte uns so auf kleinen Umwegen auf den richtigen Weg zurückbringen.

Auf diesem Weg mussten wir auch ein kurzes Stück Autobahn fahren, und dabei fielen uns auf einer Brücke zwei Polizisten auf, die mit Hilfe eines Lasergeräts die Geschwindigkeit der Fahrzeuge überprüften. Am Straßenrand standen vier Polizei-BMWs, deren Fahrer (nur mit kurzärmligen Hemden bekleidet!) darauf warteten, dass Ihnen die Kollegen von der Brücke ein Fahrzeug zur Kontrolle meldeten. Am Kreisel der nächsten Ausfahrt standen dann reihenweise die ertappten Sünder und zahlten ihre Strafe. Wie wir am folgenden Tag erfuhren, hatte sich der Chef des Departements eine Woche vorher über eine ungewöhnliche Häufung von Verkehrstoten aufgeregt und die flächendeckenden Kontrollen angesetzt.

Was diesen Teil der Strecke zusätzlich unangenehm machte, war die Tatsache, dass derzeit in Frankreich die National- und Departement-Straßen andere Bezeichnungen bekommen und daher an einem Schild die D7 steht, am nächsten Schild aber die N3. Und folgerichtig an den wichtigen Stellen keinerlei Hinweis auf die Nummerierung zu finden ist…

Wir haben jedenfalls unsere Strecke wieder gefunden und konnten die kleinen Sträßchen die Mosel entlang durch Ars-sur-Moselle (was muss sich ein Ami bei diesem Namen denken…), Corny-sur-Moselle und Vandiéres genießen. Bei La Vitrée bogen wir dann auf die D910 ab, um auf direktem und schnellstem Wege zu unserem kulturellen Höhepunkt des Tages zu gelangen: Der Ausstellung im Museum Georges de la Tour in Vic-sur-Seille über Leben und Werk von Emile Gallé. Dort fanden wir auch TomTom wieder, der sich inzwischen mit den Damen des örtlichen Museumsvereins angefreundet hatte.

20090612-emile-galle.PNG

Natürlich konnten einige von uns dem im angeschlossenen Cafe dargereichten Kuchen nicht widerstehen. Viel war nicht mehr da, nachdem wir fertig waren.

Da es inzwischen doch recht spät geworden war, beauftragten wir TomTom wiederum mit der Führung nach Westen, quer durch Nancy zu unserem Hotel in Laxou. Ja, die Strecke hätte man auch anhand des ausgedruckten Stadtplans finden können, so aber war das viel einfacher. Vor allem in Anbetracht der chaotischen Verkehrsverhältnisse. Fahren Franzosen in der Großstadt immer so?

20090612-hotel-ariane.PNG

Das Hotel Ariane befindet sich mitten in einem Gewerbegebiet voller Bürohäuser, und anfangs überlegten wir noch, wie wir an diesem Abend zu etwas Sinnvollem zu Essen kommen könnten. Doch ein kleiner Spaziergang in der Nachbarschaft führte uns sehr schnell zu einem Steakhaus der Courtepaille-Kette. Diese Kette ist ungefähr mit den deutschen Blockhäusern vergleichbar.

20090612-courtepaille.PNG

Wenn man hier sein Fleisch “bleu” bestellt, dann bekommt man es auch so! Richtig klasse, einfach empfehlenswert. Im Unterschied zum Blockhaus bekommt man hier allerdings einen zur Region passenden Wein.

Auch an diesem Tag führten wir uns einen Absacker in der Bar des Hotels zu Gemüte, wir gönnten uns einen Pastis. Wir waren schließlich in Frankreich.

Und weil sie so schön sind kommen hier noch einmal unsere Belle (oder doch eher Bellas?):

imag0004a.JPG

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Mosel - von der Mündung bis zur Quelle, Tag 1

Auf einer eintägigen 3-Flüsse-Motorrad-Tour (Lauter, Mosel und Rhein) kam mir die Idee, die Mosel einmal von der Mündung bis zur Quelle entlang zu fahren. Nicht nur, weil diese einen fast idealen Kreisbogen um die Pfalz herum macht, sondern auch weil das Moseltal zu einer der schönsten Landschaften zählt, die Europa zu bieten hat. Und zusätzlich wird es durch wunderbare Motorrad-Strecken gesäumt.

20090611-moselfahrt.PNG

Im Januar begann die Planung: Ein Termin musste gefunden, die potentiellen Mitfahrer befragt und dann natürlich die Hotels angeschrieben werden. Nach den Erfahrungen der letzten Reisen war klar, dass die einzelnen Tagesetappen zwischen 200km und 250km lang sein sollten. Jeder zusätzliche Kilometer macht zwar vielleicht Spaß, er verhindert aber ein wenig die Gemütlichkeit oder die Gelegenheit, sich auch einmal einen kulturellen Abstecher zu gönnen.

Aus diesen Rahmenbedingungen ergaben sich vier Etappen, was zwingend zu der Auswahl eines verlängertes Wochenendes führte, an dem auch alle Teilnehmer Zeit haben. Durch  die Terminauswahl wurde die Hotelsituation etwas prekär: An solchen Wochenenden ist die Mosel meist ausverkauft, also war Eile geboten.

Wir einigten uns auf das Fronleichnam-Wochenende, ein Check bei den Hotels zeigte, dass es Zimmer in hinreichender Menge gab, und ein Motorrad hatte ich mir auch reserviert.

einszweidrei.PNG

Irgendwie ist die Zeit seit der Planung vergangen, und es hat ein paar Änderungen gegeben: Ein Fahrer wurde ausgetauscht, eine Sozia musste leider krankheitsbedingt zuhause bleiben (”ich habe Rücken”), und ich hatte die Freude, die Tour auf meinem neu erworbenen Babymonster fahren zu dürfen.

monster12.jpg

Nummer Fünf Lebt. Oder?

Treffpunkt war pünktlich neun Uhr morgens getankt beim nördlichsten Teilnehmer der Tour. Die Nacht zuvor hat es geschüttet, was der Himmel hergab, und irgendwie lag auch noch eine gehörige Menge an Wasser in der Luft. Trotzdem fuhren wir erstmal ohne Regenkombis zur nächstgelegenen Tankstelle. Da im Endeffekt bis auf mich keiner getankt hatte, hatten wir während der Wartezeit die Gelegenheit, noch einmal den Himmel zu studieren, und so sahen wir glücklicherweise ein von Westen heranziehendes Unwetter. Also doch in die Kombis gestiegen und schnellstmöglich ab nach Norden, in der Hoffnung, das Gewitter zu umgehen. Was uns dann auch gelang, wir bekamen nur am Rande etwas von dem Regen mit. Der Haardtrand aber hat an diesem Tag ganz schön was einstecken müssen.

Die Strecke bis nach Bingen ist vor allem dann reizvoll, wenn man alleine auf der Strecke ist und die Kurven richtig schwingen kann. Was wir weidlich ausnutzten, wobei uns ein stramm von Westen wehender Wind öfter einen Strich oder besser eine Bö durch die Rechnung machte. Unsere erste Pause verbrachten wir im Loreleyblick in Sankt Goar mit - na was wohl! - Blick auf die Loreley.

 

20090611-loreley.PNG

((c) Loreley-Touristik)

Irgendwie hatte ich mir die Loreley aber doch etwas anders vorgestellt…

Hier konnte sich ein Mitfahrer auch endlich seiner Regenkombi entledigen, die offensichtlich im Laufe des Winters eingegangen war… wir anderen nutzten die Gelegenheit ebenfalls, das leidige Gummizeugs loszuwerden.

Was mich wirklich wunderte war die Verkehrssituation: Trotz inzwischen blauen Himmels, trotz des Feiertags konnte man absolut problemlos über die B9 schlendern, ohne Gefahr zu laufen, überfahren zu werden. Das hatte ich ganz anders befürchtet.

Nun gut: Wir setzten unsere Tour fort, durch das wunderschöne Mittelrheintal vorbei an Bad Salzig und Boppart bis nach  Rhens, wo wir die Abzweigung nach Waldesch nahmen. Vor Kurzem war ich einmal aus Versehen durch Koblenz hindurch gefahren, und dieses “Erlebnis” wollte ich denn doch niemandem zumuten. Außerdem ist die Waldescher Straße hinunter ins Moseltal ein schöner Einstieg in das, was noch kommen sollte: Schlechte Straßen und Umleitungen, aber auch jede Menge Kurven und wunderbare Blicke hinunter ins Tal.

In Dieblich kamen wir dann endlich an der Mosel an. Eigentlich hätte man von hier an an jeder Ecke stehen bleiben können, um die Mosel und die sie umgebende Kulturlandschaft zu genießen. Wir aber entschlossen uns, diese Umgebung nur vom Motorrad aus aufzunehmen und fuhren folgerichtig weiter bis nach  Alken, wo wir zum Besuch unseres ersten kulturellen Höhepunkts abbogen: Der Burg Eltz.

 20090611-burg-eltz.PNG

Jeder von uns kennt natürlich die Burg Eltz vom täglichen Umgang mit den alten Banknoten. ;-) Die Wenigsten aber waren schon einmal dort, und der Besuch lohnt sich aus mehreren Gründen:

1. Kann man ein Gebäude sehen, das trotz seines Alters noch nie zerstört wurde,
2. kann man mit etwas Glück einen Führer erleben, der ein hervorragendes etymologisches Wissen hat und dieses auch sehr nett in verschiedenen Sprachen vermittelt und
3. kommt man ungeplant in den Genuss einer Wanderung.

Nach dem Aufstieg zurück zu den Motorrädern und einem kurzen Aufenthalt unter einem Baum, weil es wieder einmal angefangen hatte zu regnen, setzten wir unsere Tour zu unserem ersten Etappenziel fort: Bernkastel-Kues.

Wir hatten Unterkunft im “Märchenhotel” gefunden, und nach einer märchenhaften Fahrt durch die Straßen der Altstadt (nicht ganz so einfach mit einer Electra Glide…) stellten wir unsere Bikes auf einem Parkplatz des Hotels ab.

 20090611-maerchenhotel.PNG

Es gab erst einmal einiges Hin und Her wegen des Parkplatzes, irgend wann aber konnten wir uns dann doch auf die Zimmer begeben und uns für den Abend feinmachen. Wobei sich die Abendunterhaltung auf einen kleinen Spaziergang durch Bernkastel und ein gemütliches Abendessen in der Doctor-Weinstube beschränkte. Aber auch dabei hatten wir Glück: Eigentlich wollte die Mehrheit ja im Garten sitzen, aber einer einzelnen Person war es zu kalt dazu. Während unseres Essens kam dann der nächste Guss vom Himmel, was wir nur daran merkten, dass auf einmal alle Gäste aus dem Garten in das Restaurant strömten.

Wir gönnten uns dann noch einen kleinen Absacker in einer Weinstube, bevor wir müde, aber glücklich zu Bett gingen.

Heut’ gehts mir gut! 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 6

Tja, über die Rückfahrt ist nicht viel zu erzählen. Nach der Abfahrt vom Hotel tanken wir erst einmal die Bikes auf. Das ist allerdings mit Schwierigkeiten verbunden, da die Tanks der Tanke zur Neige gehen und deshalb die Pumpen den Dienst einstellen… aber irgendwann klappt es dann doch im vierten Anlauf, und wir können die Tanks füllen.

prag-mannheim.JPG

Die Fahrt führt uns auf direktem Weg zur Autobahn. Vorbei an Rokycany, Pilsen, Stribo, der Grenze, die ganze Zeit durch einen sehr unangenehmen, konstanten Schnürlregen. Angedacht war, direkt hinter der Grenze in Waidhaus zu tanken und Pause zu machen. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Seit Erstellung der Karten ist die Autobahn am Grenzübergang fertiggestellt, und damit kommt man auch nicht mehr an dem bisherigen Autohof vorbei. Diese neue Autobahn führt jetzt in angenehmer Linienführung durch die Lande, aber irgendwie gibt es weder Autobahnraststätten noch Autohöfe. Erst nach 260km kommen wir in Amberg zu einer Ausfahrt, bei der man schon von weitem das Shell-Zeichen erkennen kann. Also nichts wie runter von der Autobahn und auf direktem Wege zur Tankstelle. Das war für Einen von uns richtig knapp. Reststrecke: 0km.

Nach einer Kaffeepause geht es wieder hinaus in den Regen Richtung Nürnberg und Heilbronn. Inzwischen haben wir uns alle an das Wetter gewöhnt, und die Geschwindigkeit ist entsprechend angestiegen. Glücklicherweise achten die Autofahrer sehr gut auf uns, bis auf ein junges Mädchen, das glaubt, sie könnte durch uns durchfahren. Weder auf freier Strecke noch im Stau hält sie mehr als fünf Meter Abstand. Und wenn sie denn mal freie Fahrt hat, dann kann sie mit ihrem Polo gar nicht schneller. Erst in einer Baustelle überholt sie etwas waghalsig auf der rechten Spur, um dann für die nächsten 20 km hinter dem nächsten Auto zu hängen. Dieses Verhalten wird sie so lange pflegen, bis sie zum ersten Mal richtig bremsen muss und ihr dann klar werden wird, dass es nicht klappen KANN. Aber dann sind die anderen Schuld, die einfach bremsen und ihr keinen Platz lassen…

unfall.jpg

An der Raststätte Leutershausen überlegen wir, ob wir nicht eine Pause einlegen und anschließend ohne Regenkombis weiterfahren sollen, doch ein Blick auf den Himmel belehrt uns eines Besseren. Also geht es weiter, und an der Raststelle Hohenlohe Nord versuchen wir erneut unser Glück. Aber auch hier sieht es noch so bedrohlich aus, dass wir uns entschließen, bis Sinsheim durchzufahren. Und wirklich: Dort werden unsere Wünsche erfüllt, das Wetter spielt uns keinen Streich mehr, wir können ab hier im Trockenen, ohne die behindernden Regenkombis nach Hause fahren. Viel früher als erwartet kommen wir dort an, tanken ein letztes Mal die Bikes auf und verabschieden uns bis zur nächsten Fahrt. Ducati und Moto Morini rufen, doch davon später einmal mehr.

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 5

Früher strahlte die vergoldete Front des St.-Veits-Doms bei Sonnenschein die darunter liegende Stadt an. Irgend jemand kam jedoch auf die Idee, ein Verwaltungsgebäude vor diese Front zu bauen, so dass es heute nur noch den Mythos gibt. Trotzdem: Prag, die goldene Stadt.

p1010093.JPG

Wir haben gestern die verschiedenen Angebote für Stadtführungen durchgelesen, die in der Hotellobby auslagen. Eine hat unsere Aufmerksamkeit erregt, und für diese haben wir uns dann auch entschieden: Prag zu Fuß in vier Stunden. Man könnte es auch in sechs Stunden machen, aber da ist einfach noch eine Tramfahrt sowie ein Mittagessen dabei, und das muss wahrlich nicht sein. Außerdem wollen wir uns keinen Stress machen: Wir haben schließlich Urlaub.

Treffpunkt ist zu ziviler Zeit um 11:00 Uhr vormittags vor der astronomischen Uhr am Marktplatz. Also müssen wir erst einmal den Berg hinunter und über die Karlsbrücke gehen.

p1010070.JPG

Schon verblüffend, wie grün die Stadt ist, wenn man die richtigen Stellen kennt.

p1010102.JPG

So steil ist der Weg hinab zur Karlsbrücke.

p1010074.JPG

Das Gewusel auf der Karlsbrücke wird verstärkt durch die Restaurierungsarbeiten, durch die die verfügbare Breite halbiert wird und die parallel zum ganz normalen touristischen Wahnsinn durchgeführt werden. Sollte man etwas die Brücke und damit die wichtigste Einnahmequelle der fliegenden Händler einfach für drei Jahre schließen? Das wäre das sichere Aus für jeden verantwortlichen Politiker.

p1010082.JPG

Unser Treffpunkt.

p1010083.JPG

Komische Typen stehen da herum.

p1010080.JPG

Hier ist der Platz einmal ausnahmsweise fast leer.

Keine Angst, ich werde jetzt nicht alle Fotos, die während des Stadtrundgangs geschossen wurden bzw. die uns von unserem Guide in Form einer DVD gegeben wurden, hier abbilden. Ein paar wenige habe ich herausgesucht, die exemplarisch die Schönheit der Stadt zeigen sollen.

p1010078.JPG

Unser Guide führt uns eher die Nebenstraßen entlang, dadurch entgehen wir dem touristischen Hauptstrom, sehen aber trotzdem die wichtigen Dinge.

p1010084.JPG

Zum Beispiel diesen Brunnen, der in der Renaissance zum Schutz vor Brunnenvergiftern hinter Gitter kam.

p1010085.JPG

Prag war nicht nur Zentrum von Verwaltung, Kunst, Kultur und Wissenschaften, es wurde auch rege Handel getrieben. Dies hier ist das Haus des Werkzeughändlers Rott, der fast alle Handwerker mit den notwendigen Werkzeugen ausstattete. Durch das Vermögen, das er dadurch ansammelte, konnte er Stück für Stück fast den ganzen Block kaufen, in dem heute ein Cafe Rott, ein Hotel Rott, ein Antiquariat Rott und immer noch ein Werkzeuggeschäft Rott zu finden sind. Seine Tochter vertrieb sich ihre Zeit mit der Unterstützung von lokalen Künstlern, zeitweise lebte eine ganze Generation von Schriftstellern und Malern durch ihre Tantiemen.

p1010086.JPG

Ein wichtiger Antrieb für das Wachstum und die Prosperität der Stadt war die freundliche Rivalität von Tschechen und Deutschen. Wenn sich eine Gruppe ein besonderes Gebäude leistete, musste die andere sofort etwas Vergleichbares oder gar Besseres bauen. So gab es eine deutsche und eine tschechische Bibliothek, eine tschechische und eine deutsche Philharmonie, ein deutsches und ein tschechisches Theater etc. Dies hier ist die “Ceská Filharmoni”.

p1010087.JPG

Der Hradschin mit all seiner Pracht und den vor Kurzem wieder zum Leben erweckten Weinbergen.

p1010098.JPG

Die Erbfolge der Ämter hat selbst die Zeit der Besatzung und des Kommunismus überdauert: Dies ist der Schwarzenbergpalais. Schwarzenberg war ein sehr einflussreicher und wichtiger Minister von Maria Theresia, er hatte nach meinen Informationen das Amt des Schatzkanzlers inne. Und jetzt raten Sie mal, wie der Außenminister Tschechiens heißt. ;-)

p1010106.JPG

Die Deutschen in Prag hatten immer einen sehr starken Einfluss auf die Kultur gehabt. Exemplarisch soll mit diesem Denkmal von Franz Kafka daran erinnert werden. Kafka sah sich selbst immer als gespaltene Persönlichkeit: Tagsüber Versicherungsangestellter im (viel zu großen) Anzug, in seiner Freizeit dann Schriftsteller. Ohne die Finanzierung durch den Alltagsberuf aber konnte er nicht schreiben.

p1010107.JPG

Ob man wohl in 100 Jahren so von den Fassaden schwärmt, die in den 70er und 80er Jahren die deutschen Stadte überfluteten, wie wir heute von den barocken Häusern in Prag schwärmen?

Nach der Stadtführung gönnten wir uns erst einmal eine kleine Pause im Hotel, um am Abend dann frisch und munter wieder den Berg hinunter zu einem Restaurant zu gehen, das wir am Vorabend in einer kleinen Nebenstraße gefunden hatten: “U Zlaté Hrušky”, auf gut deutsch “Zur goldenen Birne”. Ein gehobenes Etablissement, das mit großer Wahrscheinlichkeit vor allem von den Angestellten der Ministerien, nicht aber - wie fast alle anderen Restaurants der Stadt - von den Touristen lebt. Die Speisekarte ist absolut international, es gibt eine sehr gute internationale Weinkarte, und das Personal ist hervorragend ausgebildet. Dieses Restaurant ist eindeutig einen Besuch wert.

Den Abschluss des Abends bildete dann wieder einmal der Besuch in einer touristenfreien tschechischen Eckkneipe, in der wir eine sehr nette Gesellschaft von jungen Männern kennen lernten, die gerade das Ende der Militärzeit eines Freundes feierten. Sehr interessant war dabei, dass diese Gruppe eine wilde Mischung aus Tschechen (teilweise mit deutschem Vater), Kroaten, Russen und Serben war. Und alle feierten fröhlich miteinander. Geht doch! So ganz nebenbei erfuhren wir, dass sich die junge Generation von Tschechen Deutschen gegenüber wegen der Vertreibung nicht ganz wohl fühlt. Vor allem, weil sie sehen, dass es niemanden gibt, der Ansprüche stellt.

palais01.jpg

Leider sind die Nachtaufnahmen nicht so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben. Trotzdem möchte ich als Abschluss eine davon hier zeigen.

Ich habe vieles von dem, was wir hier in Prag erlebt und kennengelernt haben, ausgelassen oder einfach nicht erwähnt, weil man es sowieso in jedem Buch über Prag nachlesen kann, oder weil es zu persönlich ist, um hier veröffentlicht zu werden. Aber eines gilt auch jetzt in der Reflektion der Reise:

Prag ist eine Reise wert, auch wenn der Aufenthalt in der Stadt nur einen Tag dauert.

Heut geht’s mir gut. 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 4

Strahlend blauer Himmel erwartet uns heute als wir aus dem Hotel kommen. Na ja, er ist etwas gelblich, denn in der Nähe des Hotels wurde gerade eine mit Braunkohle gefeuerte Heizung angeworfen. Ein unangenehmer Seiteneffekt des blauen Himmels ist aber die Kälte. Irgendwo um die 5 Grad Celsius dürfte es bei unserer Abfahrt haben. Entsprechend vorsichtig lassen wir es die ersten Kilometer angehen, vor allem, weil sie uns parallel zu dem idyllischen Březová-Stausee durch herbstliche Wälder führen, mit feuchten Blättern auf der Straße.

karlsbad-svihof.JPG

Bald schon geht es dann von der gut ausgebauten Bundestraße rechts ab auf eine schmale, vernachlässigte Nebenstraße, die uns durch verwunschene Orte auf verwinkelten Straßen bis nach Tepla Klaster führt, ein leider sehr heruntergekommenes Kloster, bei dem aber eines deutlich wird: Wenn etwas renoviert wird und nicht hinreichend Geld da ist, dann wird als Erstes das Dach gemacht. Damit wird immerhin der Verfall gestoppt. Und wie uns bei einigen anderen Ruinen auch aufgefallen ist: Ein Teil wird immer gastronomisch oder als Hotel benutzt, und dieser Teil ist topp wiederhergestellt. Vielleicht kommen ja aus dieser Nutzung anschließend Gelder für die Renovierung des Rests?

p1010061.JPG

p1010062.JPG

In das Kloster oder die Kirche kommen wir leider nicht hinein, da wir zu früh sind. Da wir aber inzwischen wieder hinreichend Wärme tanken konnten und den unnötigen Ballast loswerden konnten, den wir beim Frühstück zu uns genommen hatten, steht einer Weiterfahrt nichts im Wege. Allerdings müssen zwei von uns tanken, und in dieser Gegend eine Tankstelle zu finden ist nicht gerade das Einfachste. Das Ergebnis unserer Suche ist, dass wir auf direktem Wege nach Pilsen fahren, um beim Globus zu tanken. Diese Pause nutze ich, um einen Kaffee zu trinken und ein “richtiges” Fahrtenbuch zu schreiben, da das Navigationsgerät seinen Geist an der Grenze aufgegeben hat. Oder besser gesagt: Die Karten hörten dort auf.

Von Pilsen führt uns unser neuer Weg nach Svihov, einer gotischen Burganlage, die bis heute sowohl bewohnt als auch benutzt wird. Als wir dort waren wurde gerade eine Trauung durchgeführt, auf dem ganzen Gelände warteten Gäste auf das Brautpaar.

p1010066.JPG

p1010067.JPG

p1010068.JPG

Leider sind die Getränke in dem Auto nicht für uns. ;-)

p1010069.JPG

Faszinierend an dem Weg nach Svihov ist, dass ein großer Teil aus den bekannten, mit Schlaglöchern überzogenen Straßen besteht, wie sie auch im Westen im Niemandsland zu finden sind. Plötzlich aber, in einem idyllischen Talgrund, befanden wir uns auf einem ungefähr fünf Kilometer langen, komplett neu aufgebauten Stück Straße, die - wie der Fluss - durch das Tal mäanderte, mit hervorragender Sicht nach vorne, die natürlich dazu einlud, Gas zu geben. Diese fünf Kilometer habe ich richtig genossen. Mal ausnahmsweise keine Schlaglochsucherei, keine Angst, dass hinter der nächsten Kurve eine Kuh oder ein Traktor auf der Straße steht, sondern einfach nur: Fahren! Danke Europa, denn daher kam mit hoher Wahrscheinlichkeit das Geld für diesen Ausbau.

Hinter Svihov nutzen wir dann schmale, unbezeichnete Wege für die Strecke nach Rokycany (wieso fällt mir hier immer Graziano ein?). Dort wollen wir zu Mittag essen, doch der Ort ist seltsamerweise wie ausgestorben. So gut wie keine Autos sind zu sehen, nur ein alter Mann schwätzt auf tschechisch auf uns ein. Irgendwann hat er wohl mal in Wismut Aue Fußball gespielt und fühlt sich daher zu den Deutschen hingezogen. Vielleicht war es aber auch nur die Harley, die seine Aufmerksamkeit erregte. Ist ja auch schon imponierend, wie sie dasteht.

p1010065.JPG

Auf alle Fälle weist er uns mit Händen und Füßen und einem großen Redeschwall den Weg zu einem Restaurant, in dem zwar niemand sitzt, in dem aber alle Tische reserviert sind. Wir gehen davon aus, dass die Reservierung für das Abendessen ist. Wir jedenfalls müssen auf sesselähnlichen Stühlen Platz nehmen und dort unsere Penne mit Pestosauce und Hühnerbruststreifen zu uns nehmen. Nun ja, wir sind satt geworden.

Uns reicht jetzt auch die Fahrerei auf Nebenstrecken, wie wir überhaupt genug vom Fahren durch braunkohlegeschwängerte Luft haben, so dass wir den Rest bis Prag - immerhin noch rund 60 Kilometer - nicht durch die Pampa, sondern auf der gut ausgebauten Bundesstraße parallel zur Autobahn hinter uns bringen. Auch die Abstecher nach Krivoklat und Karlštejn fallen dieser Einstellung zum Opfer.

krivoklat.jpg

Dieses Photo stammt von  Elke Ondrusch und ihrer sehr guten Reise-Seite www.elke-ondrusch.de

karlstein.jpg

Wenigstens ein Photo von Karlstein muss hier Platz finden, auch wenn wir nicht dort waren. ;-)

Zum Glück hatte ich mir die Anfahrt zum Hotel Pyramida schon im Vorfeld angesehen, so dass wir nicht allzu lang suchen mussten. Die letzten Kilometer hat mich dann mein Blackberry bei der Zielanfahrt unterstützt.

pyramida.jpg

Pünktlich mit unserer Ankunft in Prag hat der Himmel ein Einsehen mit uns, die Wolken verschwinden und wir beschließen, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Nach kurzem Einziehen ins Hotel und Umziehen auf dem Zimmer sowie einem noch kürzeren Telefonat mit den Daheimgebliebenen machen wir uns auf den Weg am Hradschin vorbei in die Stadt. Es ist zwar immer noch empfindlich kalt, durch die Bewegung - immerhin liegt das Hotel rund drei Kilometer von der Karlsbrücke entfernt ganz oben auf dem Berg, also rund 110 Meter höher - wird uns aber warm. Bei jedem der drei Gänge, die wir in den zwei Tagen Aufenthalt in Prag unternehmen. Heute gönnen wir uns einfach einen Blick auf die am Rande des Weges liegenden Sehenswürdigkeiten (Hradschin, Karlsbrücke, Altstadt, Marktplatz), überlegen uns, was wir morgen machen und nehmen eine typische tschechische Spezialität, einen Grillspieß im Restaurant “U Dominikana” zu uns. ;-)

Der Heimweg hat den Vorteil, dass man aufhört zu frieren, allerdings ist die moderate Wirkung des vorher genossenen Alkohols zunichte gemacht. :-( Daher wollen wir im Hotel noch einen Absacker zu uns nehmen, die triste Anmutung des real existierenden Sozialismus der durch Neonleuchten hell erleuchteten Bar lässt uns davon jedoch Abstand nehmen.

Wir sind in Prag angekommen, heut geht’s mir gut. 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 3

Was war das bloß für eine Schnapsidee. Heute ist der dritte Oktober (also ein Feiertag), es ist acht Uhr am Morgen (also noch mitten in der Nacht), das Frühstück ist vorbei, wir sind abreisefertig und tanken gerade unsere Fahrzeuge auf. Das Wetter ist unangenehm kalt und feucht, und der Himmel verspricht keine Besserung. Das Schlimme daran ist, dass wir das alles freiwillig machen.

250px-xk150front.jpg

Neben uns steht ein XK150 an der Zapfsäule und schickt seine ungereinigten Abgase in die Gegend. Eines muss man lassen: Das ist ein wirklich schönes Fahrzeug, da kann man sogar den fehlenden Katalysator verzeihen. Wieso ich darauf abhebe? Fahren Sie mal mit einem Motorrad hinter einem solchen Auto her. Es wird einem in kürzester Zeit so schlecht, dass man entweder überholt (auch wenn es eigentlich verboten ist), oder an der nächsten Gelegenheit rechts ranfährt und erst einmal frische Luft schnappt. Durch die Katalysatoren ist man den Geruch verbrannten Benzins einfach nicht mehr gewöhnt.

Wir fahren vom Hotel den Weg entlang nach Bamberg, den wir am Tag zuvor durch die Taxifahrerin gezeigt bekommen haben. Kurz hinter Hirschaid müssen wir an einem Stopschild rechts abbiegen.

stop.png

Fünf Minuten später geht es dann Richtung Bamberg weiter. Allerdings streifen wir die Stadt nur, wir haben gestern genug gesehen.

hirschaid-coburg.JPG

Die nächsten 30 Kilometer hinter Bamberg fahren wir auf einer gut ausgebauten, leeren, angenehmen Bundesstraße durch das schöne Frankenland (wobei ich nicht weiß, wo hier Franken aufhört und Thüringen beginnt), wir genießen die Landschaft, die Rehe auf den Wiesen, die Weihen, Bussarde und Sperber und natürlich die Kurven, die wie gemacht sind für’s gemütliche Cruisen.

In Kaltenbrunn aber haben wir genug davon und biegen auf eine Staatsstraße ab, die uns über idyllische Waldpassagen, vorbei an Einzelgehöften, versteckten Höhlen, lauschigen Auen und dunklen Wälder über Seßlach (dessen Innenstadt tagsüber durch ein altes, großes Stadttor gesperrt ist, es fehlt eigentlich nur der Wächter, der Zoll für die Umfahrung verlangt) nach Bad Colberg-Heldburg (das schon in Thüringen liegt) bringt.

heldburg.jpg

Schon die Straßennamen klingen verheißungsvoll: Wallgasse, Untere Vorstadt, Salzmarkt, Ledergasse. Das hat mich bei der Vorbereitung auf ein schönes, enges, mittelalterliches Städtchen vorbereitet. Und wirklich zeigt sich der Ort genau so. Wenn hier kein mittelalterlicher Markt durchgeführt wird, wo soll es denn dann gemacht werden? Wir aber sehen keine in lange Gewänder gekleideten Jungfrauen (um Ernst zu bleiben, wir sehen gar keine so gekleideten Frauen), und auch die Männer tragen alle Jeans oder Cord. Wir sind wohl zur falschen Zeit hier. Allerdings kann man einen kleinen Abstecher zur Veste Heldburg machen, dort findet man Führer in historischen Gewändern.

histfuhrungen.jpg

Bad Colberg-Heldburg stellt einen Wendepunkt in unserer Tour dar. Ab hier geht es wieder streng nach Osten, und als nächstes Zwischenziel für diesen Tag haben wir uns die Veste Coburg ausgewählt. Leider sehen wir auf der Anreise nach Coburg nicht viel davon, da es inzwischen angefangen hat, beständig zu nieseln, die Wolken hängen tief, man muss sich auf die Straße konzentrieren.

veste1_klein.jpg

Da wir versuchen, die Veste anhand der Hinweisschilder zu erreichen, werden wir großräumig einmal um Coburg herum geführt. Leider bekommen wir dadurch von der angeblich schönen Innenstadt nichts mit. Nachdem wir aber den Parkplatz der Veste endlich erreicht haben, stellen wir unsere Bikes ab und machen uns an den Aufstieg.

veste-aussenmauer21.jpg

An der Außenmauer vorbei führt er hinauf in die verschiedenen Innenhöfe. Natürlich schauen wir uns zuerst einmal an, was man denn alles von oben herab sehen kann, und irgendwie scheint es richtig zu sein, dass man um Coburg herumgeführt wird: Von hier sieht man nur Industrie- und Gewerbeansiedlungen, ein altes Städtchen sucht man vergebens. Dafür kann man den Blick über Wälder, Berge und Landschaften schweifen lassen.

p1010056.JPG

p1010058.JPG

p1010059.JPG

Was wir aber ob des Regens nur ganz kurz machen, uns ruft vielmehr die Burgschänke.

coburg-karlsberg.JPG

Weiter geht’s. Nach schönen Strecken durch das fränkische Land schlagen wir einen Kreis durch Kronach. Wie gut, dass es hier bisher noch nicht geregnet hat: Die ganze Stadt besteht aus Kopfsteinpflaster, und sie schmiegt sich an einen Hang, so dass die Straßen, wenn sie nass sind, nicht unbedingt für Biker geeignet sind. So aber genießen wir eine schöne Tour durch eine alte, gut erhaltene Stadt.

kronach.jpg

(c) www.wandermagazin.de/media/archive/2449.21.jpg

Ab Kronach fahren wir wieder Bundesstraße, um etwas Strecke zu machen. Wir wollen ja schließlich irgendwann auch einmal ankommen. Weissenbrunn, Lösau, Sackenreut, Kulmbach, Gelbe Weiden, und dann auf direktem Weg nach Bayreuth. Eine kurze Pause in der Stadtmitte reicht uns, der grüne Hügel hat heute keine Anziehungskraft.

Weiter geht’s über Goldkronach nach Bischofsbrück ähm Bischofsgrün, wo uns ein granatenmäßiger Gewitterregen einholt. Bisher haben wir es immer geschafft, vor ihm zu bleiben, aber jetzt sind wir mitten drin, wir suchen uns eine Bushaltestelle, um wenigstens den schlimmsten Guss nicht auf dem Bike erleben zu müssen. Nach dem Regen steht unser Entschluss fest: Auf direktem Weg, so schnell wie möglich bis zur Grenze, immer der B303 entlang. Erst in Cheb (dem ehemaligen Eger, ja, dem Ort, aus dem die gleichnamigen Musikanten kommen. Aber kennt die überhaupt noch einer?) machen wir wieder Pause, wobei sich das etwas schwierig gestaltet. Erst landen wir auf einem Vietnamesen-Markt, bei dem selbst der Parkplatzeinweiser Geld will, und von dem es erstmal keine Ausfahrt gibt, und dann finden wir zwar ein Einkaufszentrum (mit ausschließlich deutschen Geschäften: Vögele, Schlecker, Tacco, Kaufhalle, aber das ist inzwischen wohl der Standard in Tschechien), aber kein Restaurant oder Bistro. Also setzen wir uns in das Cafe vom Kaufland, um wenigstens ein bisschen aufzutauen.

Irgendwie besteht Cheb nur aus Stau: Schon die Fahrt in die Stadt bestand aus fünf Kilometern Autoschlange, und auf der Fahrt aus dem Ort heraus ist es nicht anders: Dreispurig geht es auf einen Kreisel zu, der hoffnungslos überlastet ist. Aber durch irgendein Wunder löst sich alles auf, und wir kommen endlich zu der dringend benötigten Tankstelle. Benzin und Getränke sind schnell gebunkert, und bald geht es auf direktem Weg auf der E48 nach Karlovy Vary, unserem Tagesziel. Die Straße ist mit einer unserer Bundesstraßen vergleichbar, und wie es sich gehört, bestehen auch hier auf rund der Hälfte der Strecke Baustellen.

Unser Hotel am heutigen Tag ist das “Prima” in Doubi, einem kleinen Vorort von Karlsbad, rund 3 Kilometer vom Zentrum entfernt.

prima-doubi.jpg

Abends machen wir uns dann zu Fuß auf nach Karlsbad, um dort zu Abend zu essen.

karlsbad.jpg

Nach einem Rundgang durch die Stadt wird uns schnell klar, dass auch hier weniger die tschechische Küche als vielmehr der internationale Touristenstandard zu finden ist. Ein Beispiel gefällig? Weil wir nichts besseres finden, begeben wir uns in ein italienisches Restaurant, das sich wenigstens dadurch abhebt, dass es seine Fische in einer Showtheke vor der Türe stehen hat. Allerdings sind weder Bedienung noch Köche Italiener, und entsprechend ist auch das Essen. Als ich mir einen Weißwein bestellen will und den Kellner frage, was für Weißweine er hat, sagt er sofort: “Ja!” und schreibt einen Wein auf. Dort gibt es nur Weiß- oder Rotwein… der entsprechenden Qualität. Nach einem Schluck steige ich auch auf ein Weißbier-Radler um.

Für den Rückweg wählen wir den bequemeren Weg des ÖPNV, und da die Linie erst in einer Stunde fährt, nutzen wir diese gewonnene Zeit, um in einer urigen Eckkneipe noch ein, zwei Biere zu trinken.  Ich glaube, die haben dort noch nie einen Deutschen gesehen.

Der Bus bringt uns pünktlich zurück zum Hotel, und nach einem weiteren Absacker gehen wir in unsere Zimmer, um zu schlafen. Wenn nur die Straßenlampe nicht wäre, die direkt vor dem vorhanglosen Fenster hängt und mit voller Leistung ins Zimmer scheint…

Trotzdem: Heut geht’s mir gut! 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 2

Was ein Ärger! So trüb und grau und kalt, wie der vorherige Tag geendet hat, geht dieser Tag wieder los. Die Hoffnung, wenigstens auf einem Teil der Strecke ohne die dicken Klamotten auskommen zu können, hat sich damit zerschlagen.

Also bringen wir die Ankleideprozedur hinter uns, fahren noch einmal mit dem Mikrofasertuch über Spiegel und Armaturen, und los gehts auf unseren Bikes Richtung Roth. Apropos Bikes: Diesmal setzt sich unsere Truppe aus einer BMW K1200S, einer Harley FLHTCUSE2 (oder so ähnlich; können die ihren Mopeds nicht normale Namen geben? ;-) ) und einer Kawa Versys zusammen.

p1010024.JPG

Wild durcheinandergewürfelte Motorradtypen, aber auf so einer Strecke geht es wunderbar. Manchmal juckt es zwar, das rechte Handgelenk etwas mehr anzuwinkeln, aber… man ist ja brav und fährt in der Gruppe.

 rotenburg-ansbach.JPG

Irgendwie verschwimmen die nächsten 100 Kilometer: Colmberg,  Lehrberg, Ansbach, Lichtenau, Wolframs-Eschenbach, lauter nette Orte, aber irgendwie bleibt nichts hängen. Ja, Ansbach hat eine schöne Residenz, aber eben auch eine super Durchfahrtsstraße, die einen genau so schnell wieder aus dem Ort hinausbringt wie man hineingefahren ist.

Die Strecke nach Roth und der Ort selbst sind dann wieder im Gedächtnis geblieben: Windsbach, Abenberg, Aurau, lauter schöne, heimelige Orte.

windsbach.jpg

abenberg.jpg

aurau.jpg

Und dann Roth selbst, ein mittelalterliches Städtchen, das zum Bleiben einlädt, bei dem selbst an einem so trüben Tag die Sonne aufgeht.

roth.jpg

Nach einer kleinen Rast zum Fassen von Benzin und Kaffee geht es weiter in Richtung Nürnberg. Schon von Weitem grüßt die Silhouette, und unser Entschluss steht schnell fest: Hinauf auf die Burg, um von dort aus einen Überblick zu bekommen. Aber das ist nicht ganz so einfach, wie wir uns das vorgestellt haben: Irgendwie wollen die Nürnberger nicht, dass jemand nach oben fährt, denn wir finden lange keinen Wegweiser, der uns den richtigen Weg zeigt. Irgendwann aber ist es soweit, und wir blicken auf Nürnberg hinab.

p1010012.JPG

 

p1010016.JPG

Das nächste Bild stammt von der offiziellen Homepage von Nürnberg. Hinter ihm verbirgt sich eine Panoramaansicht der Stadt; so professionelle Bilder kann man mit einer Amateurkamera für die Jackentasche nicht machen.

kaiserburg01.jpg

Anschließend rufen der Marktplatz mit seinen Buden (muss das sein?) und der Brunnen nach einer Besichtigung, und vor allem schreien unsere Mägen nach einer Füllung. Was wir ihnen gnädig gewähren.

p1010017.JPG

Auf der Terrasse eines netten italienischen Restaurants (Da Claudio, SEHR empfehlenswert!) mit Blick auf den Marktplatz, durch die Kombis vor dem kalten Wind geschützt, genießen wir genau richtig zubereitete Speisen.

p1010022.JPG

p1010019.JPG

Jetzt fehlt nur noch der Wein, und die Urlaubsidylle ist vollständig. Aber der ist natürlich tagsüber verboten. Außerdem: Wein in Nürnberg? Unsere Erfahrungen lassen uns vor dieser Vorstellung zurückzucken. Das gilt für die gesamte Strecke, wie sich noch zeigen wird.

nuernberg-forchheim.JPG

Während der Mittagspause bekommen wir mit, dass es auf der Autobahn bei Nürnberg einen schweren Unfall gegeben hat, und dass dadurch die Autobahnen komplett verstopft sind. Macht nichts, wir fahren ja Bundes- und Landstraßen. Das aber ist ein klarer Fall von “Denkste!”. Denn zwischen Nürnberg, Erlangen und Forchheim sind auch die Nebenstrecken so voll mit Autos und vor allem LKWs, dass wir uns in Forchheim dafür entscheiden, statt direkt nach Hirschaid (unserem Etappenziel) über Ebermannstadt, Egloffstein, Schweigelberg, Aufsess und Heiligenstadt zu fahren.

forchheim-hirschaid.JPG

Dieser Umweg hat sich wahrlich gelohnt. Zum Einen haben wir absolut ruhige Straßen vor uns, zum Anderen aber sehen wir Orte, wie sie in einem Bilderbuch nicht schöner sein könnten. Teilweise kommt man sich vor wie in einer Kulisse zu einem Film, wobei es nicht ganz klar ist, ob es sich um einen Historienschinken oder ein Fantasymärchen handelt, so unwirklich und außerhalb des Normalen zeigt sich die Landschaft. Geschwungene Straßen, dunkle Wälder, ab und zu schaut die Sonne hinter den inzwischen tiefschwarzen Wolken hervor. Herz, was willst Du mehr?

Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: Keinen Split auf Bitumen auf der Straße! So schön die Strecke ist, der Fahrbahnbelag lässt extrem zu wünschen übrig, und gegen Ende der Etappe, auf der Abfahrt nach Hirschaid hin, wird es ganz schlimm: Hier wurde die Straße abgefräst, aber dummerweise wurden die dabei anfallenden Steinchen nicht beseitigt. Dadurch fährt es sich wie auf Eis. Grausam. Die Spuren in der an eine Kurve angrenzenden Wiese zeigen, dass es auch Autos nicht besser ergeht als Motorrädern: Sie führen einfach nur geradeaus weiter, zum Glück an dem einzigen vorhandenen Baum vorbei.

Und dann kommt Hirschaid. In the middle of nowhere. Vor einigen Jahren habe ich hier einmal ein paar Veranstaltungen des Internet-Weinforums Wein-Plus mitgemacht, und irgendwie hat es mir damals so gut gefallen, das ich es auch für diese Tour ausgesucht habe.

wlogo_fuer_kopf.gif

Inzwischen ist aus dem idyllisch gelegenen Hotel mit einem Möbelhaus in Gehentfernung (mit Spiegelsaal im Obergeschoss!) ein komplettes, zugebautes Gewerbegebiet geworden, mit einer 7*24-Stunden Tankstelle gegenüber. Leider hat das ausgesuchte Hotel Drive Inn keine Garage, so dass wir die Mopeds vor der Türe auf dem öffentlichen Parkplatz stehen lassen müssen. Ganz wohl ist uns nicht dabei.

drive_inn_hirschaid.jpg

Das Hotel aber bietet das Wichtigste, das man braucht: Ein Bett, morgens die Gelegenheit zum Frühstücken und vor allem Ruhe.

Um die notwendige Bettschwere kümmern wir uns auf andere Weise: Wir fahren mit dem Taxi nach Bamberg, um uns die Stadt und den berühmten Reiter anzusehen und um - natürlich - das Rauchbier auszuprobieren. Die Taxifahrt ist schon ein Abenteuer für sich. Eine sehr freundliche Taxifahrerin aus Thüringen erzählt uns auf der Fahrt alles Wissenswerte über Bamberg, wo man gut Essen kann, was man trinken muss, was man sich ansehen muss.

Zuerst einmal, sozusagen als Einstimmung, haben wir eine kleine Bierprobe zu uns genommen.

bierprobe.JPG

Das ist so eine Sache: Wenn ich (nicht nur in der Pfalz oder in Baden) zu einem Winzer gehe und eine Weinprobe mache, dann bezahle ich erst einmal nichts dafür. Man geht davon aus, dass es ein gutes Folgegeschäft gibt. Und was macht die Brauerei in Bamberg? Die verlangt für drei Fingerhüte voll Bier richtig viel Geld. Ich weiß, warum ich normalerweise nur Wein trinke. ;-)

 Hier kommen jetzt die Beweisphotos, die zeigen, dass wir auch wirklich dort waren. Zuerst einmal ein schönes altes Fachwerkhaus:

p1010027.JPG

Dann der Dom mit dem Reiter darin. Ja, wir sind zu Fuß auf den Berg gekraxelt!

p1010031.JPG

Der Reiter selbst:

p1010039.JPG

Oder ist der hier schöner?

p1010040.JPG

Und dann natürlich das berühmte barockene Bubenbein:

p1010047.JPG

Zu guter Letzt das für viele Leute Wichtigste aus Bamberg, das “Schlenkerla”:

p1010054.JPG

Wie kann man das nur freiwillig trinken? Ich mag es schon nicht, wenn Würstchen zu sehr geräuchert wurden, was aber soll das bitteschön in einem Bier? Wenn es denn nur der Rauch wäre: Gut. Eine Eigenart. Aber dann auch noch Speck! Grausam! Was dieses Gesöff mit Bier zu tun hat, wie das durch die angeblich so dichten Maschen des Reinheitsgebots durchrutschen konnte, das muss mir mal jemand ganz genau erklären. Da lobe ich mir die Gesetze zur Weinherstellung, dort sind solche Eskapaden nicht zugelassen.

Das Abendessen - sehr wichtig, um den Geschmack des Rauchbiers wieder loszuwerden - bestand natürlich aus typisch fränkischen Spezialitäten, gefunden haben wir sie im Restaurant “Katzenbuckel” (leider ohne Homepage). Nicht nur in der Pfalz wird man vom Wirt aufgefordert, am Tisch etwas enger zusammen zu rücken, damit noch andere Gäste Platz nehmen können, nein, auch in Franken kommt das vor. Und wirklich: Es hat viel Spaß gemacht, wir haben einiges über die Gegend erfahren (wir hatten einen jungen Standesbeamten aus der Region am Tisch), und geschmeckt hat es auch noch. Es war natürlich klar, dass ich nach den Erfahrungen mit dem Schlenkerla wieder auf Wein umgestiegen bin, hier allerdings in Form von neuem Süßem.

Zufrieden und gesättigt ließen wir uns von einem Taxi zurück nach Hirschaid bringen.

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 1

Vor Kurzen musste ich einmal einem Stau ausweichen, und dabei kam ich vor dem Schloss in Mannheim zum Halten.

bs_mannheimbarockschloss.jpg

Hier ist eines dieser typischen braunen Hinweisschild zu finden, mit denen irgendwelche touristischen Initiativen auf sich aufmerksam machen. Spargelstraße, Barockstraße, Alleenstraße, Weinstraße (in vielen verschiedenen, lokalen Varianten), was gibt es da nicht alles, mit dem man das Interesse der Bevölkerung auf sich ziehen will und kann. In diesem Fall handelt es sich um die Burgenstraße.

burgenstrasse.jpg

Dass es funktioniert, sieht man daran, dass ich nichts Besseres zu tun hatte, als mich, sobald ich im Zug saß, ins Internet zu stürzen (dank T-Online-Hotspot im ICE ist das ja heute möglich), und nach “Burgenstraße” zu suchen. Und relativ schnell fand ich die Homepage dieser Straße.

Da ich noch etwas Zeit hatte und mein Motorrad-Tourenplaner (dessen aktuelle Version leider die letzte ist, da der Hersteller die Privatkundenproduktentwicklung eingestellt hat) sowieso offen war, baute ich mir eine Tour zusammen, die sämtliche Burgen, Schlösser und Sehenswürdigkeiten berührte, die einen Bezug zur Burgenstraße haben. Heraus kam eine Strecke, die innerhalb von knapp fünf Tagen abzufahren war. Ein Tag Aufenthalt in Prag, ein Tag Rückfahrt - fertig ist die Tourplanung.

Wann immer sich eine Gelegenheit bot machte ich Werbung für die Ausfahrt, und durch die Verschiebung eines anderen Termins war auf einmal das Wochenende um den Tag der deutschen Einheit frei. Zwei Freunde sagten sofort zu, und damit war klar, dass die Tour stattfindet. Jetzt sind wir alle nicht so kulturbeflissen, dass wir jedes Schloss, jede Kirche und jede Burg besuchen müssen, daher wurde die Tour optimiert und auf das Wichtigste an Sehenswürdigkeiten reduziert. Denn natürlich sollte sie mit Motorrädern stattfinden, und da steht das Fahren im Vordergrund und nicht das Bewundern von Altertümern.

Die ungefähre Lage der Übernachtungen wurde durch den Tourenplaner vorgegeben, die Hotels selbst suchte ich mit Hilfe von HRS heraus. Damit hatte ich schon in der Vergangenheit nur gute Erfahrungen gemacht. Und es hat den Vorteil, dass die Zimmer bis zum Tag der Anreise storniert werden können - gerade bei einer Tour im Herbst ist das ein gewichtiges Argument.

An den Tagen vor der Abfahrt zeigte das Barometer steil nach unten, so dass wir uns schon alternative Routen aussuchten. So standen etwa Paris, Mailand und Wien zur Auswahl. Da jedoch das Wetter in ganz Mitteleuropa gleich durchwachsen war, entschieden wir uns, trotz leichten Nieselregens, am 1. Oktober Richtung Prag loszufahren.

prag_t1e1.JPG

Mannheim, Schwetzingen, Heidelberg, den Neckar entlang. Selten habe ich die Strecke so auto- und vor allem motorradfrei  erlebt. Neckargemünd, Eberbach, noch sind wir uns nicht sicher, ob wir “nur” mit Motorradkleidung weiterfahren, oder ob wir auf die Regenkombis wechseln. In Neckargerach biegen wir links ab, um statt der “langweiligen” Bundesstraße auch einmal etwas Landstraße zu sehen. Das allerdings gestaltet sich zum Abenteuer, denn der Nieselregen verbündet sich auf fatale Art und Weise mit den auf den Straßen herumliegenden Blättern. Es wird etwas rutschig, bleibt aber beherrschbar. In Mosbach, einem kleinen, mittelalterlich geprägten Städtchen machen wir die erste “richtige” Pause. Hm, irgendwie heißen hier alle Leute “Kapferer”. Und in einem Cafe gleichen Namens wärmen wir uns dann auch auf, trinken etwas und einige von uns entscheiden sich, anschließend in der dicken Regenkombi weiter zu fahren. Im Endeffekt bleibt das die Kleidung für die nächsten Tage, was aber bei jeder Pause ein witziges Aus- und Anzieh-Prozedere nach sich zieht.

mosbachklein.jpg

Leider ist das Navi-System (TomTom), das wir anstatt eines hergebrachten, selbstgeschriebenen und funktionierenden Roadbooks verwenden, nicht in der Lage, Wegepunkte einfach auszulassen oder zu löschen. Mit eiserner Beharrlichkeit verlangt es, dass wir einen ausgelassenen Punkt anfahren. Dadurch sind wir gezwungen, auch persönlich bekannte schöne Nebenstrecken auszulassen, weil das Navi etwas anderes sagt. Vor Heilbronn biegen wir ab in Richtung Öhringen; endlich wird das Wetter etwas besser, ab und zu schaut die Sonne heraus. In Schwäbisch Hall scheint die Sonne so hell, dass wir dort die zweite Pause einlegen. Nach Kaffee und Kuchen (bzw. Zwiebelkuchen und widerlich süßem neuem Wein) in einem Cafe stehen wir auf den Stufen der St. Michaels-Kirche, schauen auf das wunderschöne alte Rathaus und lassen es uns gut gehen. So haben wir uns das Ganze vorgestellt.

kirche_sha.jpg        rathaus_sha.jpg

 Irgendwann aber fahren wir dann doch weiter, Rothenburg ob der Tauber ruft als Tagesziel.

hn-rot.JPG

Wir haben Glück: Die Sonne, die in Schwäbisch Hall vom Himmel lachte, begleitet uns auch bis nach Rothenburg. So macht Motorradfahren Spaß: Durch eine leicht hügelige Landschaft cruisen, ab und an etwas Gas geben, weil man die Strecke für mehr als 500 Meter einsehen kann (sonst lohnt es sich für den Harley-Fahrer nicht, er muss ja sonst gleich wieder bremsen ;-) ) und dabei den vereinzelten Regentropfen ausweichen. In Rothenburg hatten wir Zimmer im Gasthof Post in der Ansbacher Straße reserviert. Für Biker ist das besonders empfehlenswert, da der Herr des Hauses seine Garage zur Unterbringung der Bikes zur Verfügung stellt. Zumindest bei uns hat er das gemacht. ;-)

post_rothenburg.jpg

Nach einem gemütlichen Abendessen im goldenen Lamm - natürlich mit den passenden Speisen auf dem Tisch - sowie einem Rundgang auf der mittelalterlichen Stadtmauer kehren wir müde, aber zufrieden in die Post zurück. Ein Schlaftrunk beendet diese erste Etappe.

Heut geht’s mir gut!  8)