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25.11.2009 von Hubs.
Es ist schon wieder Freitag, und es ist wieder diese Bar … nein, für heute gilt das nicht, und dies wird auch keine Hommage an die Fanta 4, deren Karriere vor 20 Jahren begann. Dies wird (endlich einmal) ein kleiner Bericht über meine Lieblings-Sushibar in Mannheim, die ich bisher - aus welchen Gründen auch immer! - sträflich vernachlässigt habe.
Weil das Restaurant nachmittags geschlossen ist erreiche ich erst um 17:30 Uhr jemanden, bei dem ich einen Tisch reservieren kann, man macht mir aber keine große Hoffnung: Die Tische im Restaurant sind wohl alle belegt, an der Bar jedoch werden wir auf alle Fälle einen Platz bekommen. Als wir dann im Restaurant ankommen, herrscht zum Glück so schönes Wetter, dass sich einige Gäste auf der Terrasse niedergelassen haben und wir doch noch einen eigenen Tisch ergattern können. Zu viert nebeneinander zu sitzen ist halt nicht allzu kommunikationsfördernd.
Endlich einmal bin ich mit jemandem hier, der die Speisen noch nicht kennt, und so entschließen wir uns, einmal quer durch die Speisekarte zu bestellen:
Edamame
Horenso
Miso-Suppe
Chirashi Sushi
Mannheim Roll
Power Roll
Inari
Edamame sind für mich fast so etwas wie Chips oder Erdnussflips für andere: Ich kann damit nicht aufhören, wenn sie vor mir stehen. Aber ich muss es auch nicht: Zu dritt vertilgen wir die leicht gesalzenen, warmen Sojabohnen. Und genauso machen wir auch den Blattspinat nieder, der hier nicht mit der üblichen Sesam- oder Erdnusssauce, sondern mit geräucherten Fischflocken (Bonito?) daherkommt. Etwas ungewohnt, aber trotzdem gut. Die Misosuppe schließt sich nahtlos an: Genau richtig gewürzt, nicht zu salzig (was ich in letzter Zeit in vielen Sushi-Bars feststellen musste), mit allem drin, was man braucht.
Das Chirashi Sushi ist jedesmal eine Überraschungsbox: Man weiß nie, was darin ist. Dieses Mal findet sich als Hauptpunkt ein auf den Punkt gegartes Fischfilet - damit hat sich unsere Überlegung, ob wir vielleicht noch etwas Tempura als Vorspeise nehmen, von selbst erledigt. Ansonsten: Lachs, Thunfisch, Jakobsmuschel, Pfahlmuschel, Oktopus, Gurke, Rettich… und ein lauwarmer, sehr rund gesäuerter Sushi-Reis, mit Heringsrogen, Sesam und Noristreifen belegt.
Im Gegensatz zur Volatilität des Chirashi-Sushi kann man sich bei der RainbowRoll immer darauf verlassen, dass man eine gute Mischung der beliebtesten Fische bekommt:
Der Filter ist leider nicht zu entfernen… das weckt aber vielleicht das Interesse an dem Essen umso mehr! Auf der Rolle findet man Lachs, Thunfisch und - Avocado. Eine wunderbar runde Zusammenstellung, mit der man den Gaumen immer wieder neutralisieren kann.
Die Powerroll ist eine gut abgeschmeckte Mischung aus Jakobsmuschel und Fliegenfischrogen: Für mich unübertroffen, da es die Vorteile aller Bestandteile hervorhebt, ohne dass etwas unter der Mischung leidet. Und auch wenn es spicy ist, ist es doch nicht so scharf, dass ungeübte Münder sich den Mund daran verbrennen: Es schmeckt einfach ganz fein nach dem Fliegenfischrogen.
Als Nachspeise natürlich Inari Sushi, diese süße Tofutasche steht bei mir am Ende jedes Sushi-Abends.
Mein Fazit: Das habe ich schon ganz am Anfang geschrieben: Dieses Restaurant ist zusammen mit seinem älteren Geschwist in L15 mein Lieblingsrestaurant im Rhein-Neckar-Raum.
| Name | Tokyo Sushi Bar |
| Angebot | Sushi, Tempura |
| Adresse | Q 4, 12-16 |
| Ort | Mannheim |
| PLZ | 68161 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 621 33 65 338 |
| Telefax | |
| Homepage | http://www.tokyo-sushi-bar.de |
| Öffnungszeiten | Mo.-Fr. 12:00 - 15:00 Uhr und 18:00 - 23:00 Uhr Sa. 12:00 - 23: Uhr So. 18:00 - 23:00 Uhr |
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18.7.2009 von Hubs.
Bei meinen Spaziergängen durch die Städte halte ich immer die Augen offen auf der Suche nach neuen oder bisher noch nicht gesehenen Restaurants. So kam es, dass ich vor Kurzem in Frankfurt in der Mittagspause eine Lokation entdeckte, die bisher der Aufmerksamkeit aller Kollegen entgangen war. Dabei gibt es das Restaurant schon seit mindestens einem Jahr…
Wir schlenderten durch die Hamburger Allee, als mir auf der anderen Straßenseite japanische Schriftzeichen auffielen. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das Etablissement als Restaurant. Da wir uns gerade “beim Ossi” Sandwiches gekauft hatten, war für diesen Tag nichts mehr drin. Wir nahmen es uns aber für die nächste Zeit vor, dort einmal zu Mittag zu essen. Wofür sich dann kurzfristig der nächste Tag anbot.
Gesagt, getan! Pünktlich um 13:00 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Izakaya Restaurant “Mangetsu” in der Varrentrappstraße 57. Die erste Entscheidung muss schon vor dem Eingang getroffen werden: Draußen oder drinnen? Vor dem Restaurant sind, hinter einer Hecke verborgen, einige Tische im Freien aufgestellt, die sich bei richtigem Wetter für ein nettes Mittagessen anbieten. Da aber keine zwei Tische frei waren, um die ganze Gruppe aufzunehmen, setzten wir uns in das Restaurant, in ein schönes, leicht erhöhtes Séparée.
Nach einem kurzen Blick in die Mittagskarte und einer noch kürzeren Diskussion stand das Menü für alle fest: Eine Portion gemischtes Tempura - jeweils für zwei - als Vorspeise, und als Hauptspeise Chirashi-Sushi.
Leider gibt es auf der Homepage weder von Tempura noch von Chirashi-Sushi Photos, ich muss daher hier das Mangetsu-Set abbilden, einfach nur um einen Eindruck von den ansprechend präsentierten Speisen zu geben. Das Tempura kommt bespielsweise nicht einfach nur in einem Korb mit der Tempura-Sauce daher, nein, es ist als vollwertiges Menü auf einem Tablett angerichtet. Mit einer Miso-Suppe, einem kleinen Appetithappen, der typischen Sauce, geriebenem Rettich (garniert mit Ingwer-Paste) und Tempura satt. Und als “Sättigungsbeilage” gibt es eine Schüssel voll Reis dazu. Als Mittagessen vollständig ausreichend. Und alles frisch und knackig.
Und dann erst die Hauptspeise: Chirashi Sushi at it’s best! Eine Schüssel mit Fisch und Gemüse, eine Schüssel mit Reis, belegt mit Noristreifen und Fischrogen. Und dazu, weil es sich schließlich um ein Mittagsmenü dreht, ebenfalls die Miso-Suppe, der Appetithappen und alles, was sonst noch dazu gehört. Erinnern Sie sich an die Geschichten, die man sich über die italienischen Gemüseverkäufer und die Erdbeeren erzählt? Genau so sah der Fisch aus. Dieser Glanz ist ein eindeutiges Zeichen für die Frische von Fisch, und der hier dargebotene Fisch GLÄNZTE. Anders als in Großbuchstaben kann man es nicht ausdrücken. Nur ein einziges Mal habe ich bisher Sushi gegessen, das einen so frischen Eindruck machte. Und in diesem Fall war der Fisch vor meinen Augen getötet und filiert worden.
Auch die Auswahl war einzigartig: Wann bekommt man einmal eine frische Makrele in Chirashi Sushi? Das trauen sich die wenigsten! Und dann fand sich eine ganze Portion Toro (das fette Fleisch vom Thunfischbauch) in der Schale. YAM. Ich liebe diesen Fisch, ich liebe das Gefühl, wenn man ihn mit der Zunge am Gaumen zerdrückt, die ganz spezielle Textur seines Fleischs, und dann natürlich die Geschmacksexplosion auf der Zunge. Leider bekommt man in Deutschland diese Art Thunfisch nur extrem selten vorgesetzt.
Nicht zu vergessen das Sushi, der Reis an sich: Genau richtig gesäuert, mit der passenden Temperatur und Konsistenz, genau wie es sein muss.
Als Nachspeise gönnte ich mir eine Portion Inari, eine süße Tofu-Tasche mit Sushi-Reis gefüllt. Der passende Abschluss für ein solches Essen.
Mein Fazit? Uns hat es sehr gut geschmeckt und auch Spaß gemacht. In unserer Liste mit Mittagessen-Lokalen in Frankfurt gibt es ein Restaurant mehr, und für mich steht die Lokation für mein nächstes Abendessen in Frankfurt, das ich alleine verbringen werde, auch schon fest. Die Qualität der Speisen und vor allem die extreme Freundlichkeit des Service lohnt sich für ein Essen alleine, ihr kann man seine Aufmerksamkeit ungeteilt widmen.
| Name | Izakaya-Restaurant Mangetsu |
| Angebot | Izakaya Restaurant |
| Adresse | Varrentrap-Straße 57 |
| Ort | Frankfurt |
| PLZ | 60486 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 69 772 210 |
| Telefax | +49 69 2470 3680 |
| info@mangetsu.de | |
| Homepage | http://www.mangetsu.de |
| Öffnungszeiten | Mo.-Fr. 12:00 - 14:30 Uhr Mo.-Do. 18:00 - 22:00 Uhr Fr.-So. 18:00 - 23:00 Uhr |
PS: Izakaya heißt im Prinzip “Da, wo es Alkohol gibt”, am einfachsten kann man es wohl mit “Kneipe” oder “Gastwirtschaft” übersetzen. Aber es gibt immer etwas zu essen, denn es ist in Japan verpönt, Alkohol zu trinken ohne etwas dazu zu essen.
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8.7.2009 von Hubs.
Einmal im Jahr treffen wir uns mit Freunden, die genau wie wir häufig unterwegs sind und mit denen wir deshalb auch nur mittel- bis langfristige Termine ausmachen können. Aus diesem Grund suchen wir uns für unsere Treffen besondere Orte oder Restaurants aus. Man muss sich halt auch einmal etwas gönnen.
Dieses Jahr fiel die Entscheidung auf Jean-Georges Kleins Restaurant “L’Arnsbourg” im idyllischen Zinsel-Tal im Elsass. Ich muss gestehen: Ich kannte vor diesem Besuch weder den Namen des Restaurants noch den von JG Klein. Dabei ist L’Arnsbourg schon länger sternebewehrt: Die Mutter hat sich den ersten erkocht, Stern Nummer zwei (1998) und drei (2002) kamen dann mit Cathy und Jean-George Klein.
Schon die Anfahrt zu dem Restaurant ist ein Freude, insbesondere wenn das Wetter mitspielt und man bei Sonnenschein durch die Ausläufer der Vogesen gleiten kann. Erst durch das Sauertal, anschließend von Zinswiller aus durch das Zinseltal, bis das große rote Haus auftaucht: L’Arnsbourg. Rechterhand liegt das zum Restaurant gehörige Hotel “K”, in dem wir leider keine Zimmer bekommen hatten. Auch hier ist es inzwischen so, dass man eher einen Platz im Restaurant bekommt als im Hotel. Was hier besonders problematisch ist, weil es kaum andere Hotels im Umkreis gibt. Oder man sucht vorher einen Teilnehmer der Veranstaltung aus, der die Rolle des Fahrers übernimmt und demgemäß nichts oder nur sehr wenig trinkt. Leider hat mich dieses Los getroffen…
Da wir wussten, dass das “normale” Menü rund vier Stunden zur Zubereitung braucht, waren wir pünktlich zur Öffnung des Restaurants um 19:30 vor Ort. Als Aperitiv wurde uns neben einem Kir Royale, einem Grünen Veltliner sowie einem Hauscocktail ein Rose-Champagner angeboten, den wir auch alle nahmen.
Und dann kam die Speisekarte: Zwei Menüs - das Menü Decouvert sowie das Menü Saveur - sowie die einzelnen Komponenten der Menüs als Einzelspeisen standen zur Auswahl, nach einem Blick auf die Karte war aber allen sechs Teilnehmern klar, dass wir das Menü Decouvert wählen:
Eine Sammlung von Amuse
***
Ouverture
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Gänseleber in Textur
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Tomatenvariation, Mozzarellanocken,
Basilikum, Consommé von Datterino Tomaten
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Wolfsbarsch, Gelee von Kumquats,
Holunderblüten Vinaigrette
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Hummer, Kichererbsenbonbon,
Yuzu und Schaum vom Eisenkraut
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Wagyu-Rind “degré 9″, Pont-Neuf- Kartoffeln,
Sauce Bearnaise und Kombu
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Cappuccino von Mais und Feta
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Intermezzo
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Kleine Gaumenfreuden
Ist unsere spontane Entscheidung für dieses Menue nicht verständlich? Schon die Zusammenstellung der Zutaten deutet auf außergewöhnliche Geschmackserlebnisse hin, und wenn man dann noch weiß, dass JG Klein gerne experimentiert und auch den Methoden der Molekularküche nicht abgeneigt ist, dann konnte man mit dieser Auswahl nichts falsch machen. Wenn die Küche nichts falsch macht…
Die Sammlung von Amuse Gueule bereitet uns mit ihrer Vielfalt so richtig auf den Abend vor. Salzig, süß, bitter, sauer, fest, flüssig, kalt, heiß: Alle Aggregatzustände und Geschmacksrichtungen sind zu finden, und doch sind sie so dargereicht, dass man sich auf jede Einzelne einstellen und somit auf das “richtige” Essen vorbereiten kann.
Als Begleiter des Menues habe ich uns als Weißwein einen 2008er Auxeroix, als Rotwein einen 2005er Pomerol ausgesucht (nein, ich kann nicht mehr über die Weine sagen, die Weinkarte war so groß, dass ich einfach nach dem Menü und der Weinsorte, nicht aber nach den Produzenten gesehen habe).
Inzwischen war das Restaurant komplett voll, und jetzt war uns auch die extreme Anzahl an Bedienungspersonal klar, über die wir uns beim Eintreten gewundert hatten: Für die schätzungsweise 10 Tische standen mindestens 20 Mitarbeiter zur Verfügung. Diese aber haben ihre Arbeit effektiv und immer sehr zurückhaltend ausgeführt. Und dabei immer wieder einen netten Spruch für uns auf den Lippen gehabt.
Ich werde jetzt nicht durch alle einzelnen Gänge des Abends gehen, statt dessen werde ich mir einzelne Speisen herausnehmen und unsere Anmerkungen dazu darlegen. Beginnen wir mit der Gänseleber in Textur: Die Gänseleber wurde hier in Form von goldenen Linsen dargereicht, eingebettet in Meersalz und Sesamsamen, begleitet von einem Rieslingeis sowie einer klassischen Gänseleberpraline mit Brotkruste. Für mich stellte das die Essenz der Gänseleber dar, ich bin der Ansicht, dass man es kaum besser machen kann. Aber an unserem Tisch gab es auch die gegenteilige Meinung: Wie könne man eine so gute Zutat wie eine Gänseleber so sehr verändern, ja fast vergewaltigen! Man sieht: Über Geschmack lässt sich nicht streiten, entweder ein Gericht schmeckt oder es schmeckt nicht.
Göttlich waren die nächsten drei Gänge: Die Tomatenvariation war endlich einmal eine Variation mit Überraschung: Unter der ersten Lage kam eine zweite zum Vorschein, eine weiße Consommé von Datterino-Tomaten mit kleinen Mozzarellakügelchen [siehe Bild].
Der Wolfsbarsch war genau so, wie ein Fisch sein soll (ohne fischig zu sein!), und der Hummer mit der Erbse in Traubengröße (hier kamen wieder einmal Spuren der Molekularküche zum Vorschein) waren göttlich. So gut kann Essen sein.
Und dann kam die Hauptspeise. Wagyu Rind “degré 9″, Pont-Neuf-Kartoffeln, Bearnaise und Kombu. Klingt doch klasse. Wir hatten uns ein Steak vorgestellt (auch wenn das nicht unbedingt in ein solches Restaurant passt), dem nette Beilagen zur Seite gestellt waren. Was dann aber kam waren zwei kleine Stückchen Rind, Pommes und Bearnaise. Banal. Und noch dazu offensichtlich viel zu lange unter dem Salamander stehen gelassen. Das Fleisch war komplett durchgebraten, keine Spur mehr von der feinen, selbst zerfallenden Konsistenz eines Kobe-Rinds, die Pommes waren zu salzig, alleine die Bearnaise hatte eine unnachahmliche Konsistenz, die auch schon in der tomatisierten Hollandaise bei der Tomatenvariation auf dem Teller zu finden war. Es war essbar, einen Genuss aber stellte es nicht dar. Auf die übliche Frage der Bedienung, ob alles in Ordnung sei, machten wir auf den Zustand des Fleischs aufmerksam, aßen aber trotzdem zu Ende, da es ja - wie gesagt - essbar war.
Sehr verblüfft waren wir dann, als wir als nächsten Gang noch einmal die Hauptspeise serviert bekamen, diesmal aber ohne den Zwischenschritt des Salamanders: Das Fleisch war göttlich zart, trotz der geringen Dicke war es knapp medium, also genau so, wie es sein soll. Trotz allem aber ist und bleibt die Zusammenstellung Steak, Pommes und Sauce banal und gehört eigentlich nicht in ein solches Restaurant.
So langsam ging es dann in das letzte Drittel des Menüs über, uns erwarteten Käse und Süßspeisen - wobei wir uns den fakultativ angebotenen Rohmilchkäse gespart haben.
Der Cappuccino von Mais und Feta war klasse, diese Mischung von salzig-scharf (Feta) und süß (Mais) war ein Genuss. Und vor allem kam der Geschmack unerwartet, da man etwas anderes erwartet hatte. Dann aber kamen die geheimen Höhepunkte des Menues: Die Intermezzi und Nachspeisen. Geradezu göttlich das Arrangement von Haptik, Textur und Geschmack, Farbe und Aussehen weisen in eine falsche Richtung, ohne die Information der Bedienung wäre man an mancher Stelle verloren. Besonders ist das bei den “kleinen Gaumenfreuden” der Fall, die ohne Kommentar dargereicht werden, die einzelnen Bestandteile wurden uns erst nach dem Essen genannt. Eine interessante Erfahrung, die mich an ein Wein-Sensorikseminar mit schwarzen Gläsern erinnerte: Rieche an dem Glas und sage mir, was für ein Getränk Du findest… und es muss nicht immer Wein sein.
Beendet wurde der Abend durch einen Espresso, für mich als Weckamin, für die anderen als Zeichen, im Auto sanft einschlafen zu können. Als Rückweg wählte ich natürlich nicht mehr den kurvigen, direkten Weg nach Wissembourg, sondern die längere, dafür aber fast kurvenlose Strecke über Haguenau.
Welches Fazit soll man nach einem solchen Abend ziehen? Trotz des eklatanten Fehlers mit der Hauptspeise ist dieses Restaurant auf alle Fälle eine Reise wert, und wenn man dann auch noch ein Zimmer im Hotel “K” bekommt, steht einem runden Abend nichts im Wege. Im Übrigen stimmt die zeitliche Schätzung mit den vier Stunden für das große Menü: Ziemlich genau um Mitternacht haben wir das Etablissement verlassen.
| Name | L’Arnsbourg |
| Angebot | französisch, modern |
| Adresse | L’Arnsbourg |
| Ort | Baerenthal |
| PLZ | F 57230 |
| Land | Frankreich |
| Telefon | +33 3 87 06 50 85 |
| Fax | +33 3 87 06 57 67 |
| info@arnsbourg.com | |
| Homepage | http://www.arnsbourg.com |
| Öffnungszeiten | Do-Mo 12:00 - 14:00 und 19:30 - 24:00 Uhr |
Die Aufnahmen sind der Homepage des Restaurants entnommen.
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12.5.2009 von Hubs.
Da stehe ich in Hamburg auf dem Fischmarkt und kann mich einfach nicht entscheiden, in welches der Restaurants ich gehen soll. Zwei stehen zur Auswahl: Ein mexikanisches und ein karibisches. Meine Wahl fällt auf das mexikanische, doch das ist voll, in der nächsten halben Stunde wird auch kein Tisch frei werden. Also doch nach nebenan zu dem Inselrestaurant, mal schauen, was mich hier so erwartet.
In meiner Hamburgwelt gibt es nur volle oder leere Restaurants. Und wie könnte es anders sein? Da der Mexikaner voll ist, bin bin ich in diesem Restaurant der einzige Gast an diesem Abend. Umso erfreuter werde ich von der Belegschaft begrüßt, die sich den Abend über rührend um mich kümmert.
An den Decken schweben Haifische und Papageien, zum Glück nur solche aus Plüsch. Das Ambiente ist recht hell und gemütlich, wer die Karibik oder Südseeinseln kennt fühlt sich leicht dorthin versetzt. Vor allem, wenn man neben einem der “Aquarien” sitzt, in denen Fische immer wieder im Kreis herum schwimmen. Diese kreisenden Fische findet man übrigens auch auf der witzigen Homepage des Restaurants (woher auch die Bilder stammen).
Die Getränkekarte ist überwältigend. Sämtliche Drinks, die man sich in einer tropischen Umgebung vorstellen kann, sind vertreten. Ich entschließe mich zu einem ganz normalen Margarita, die meisten anderen Südsee-Drinks sind mir persönlich zu süß.
Und nun zur - ebenfalls umfangreichen - Speisekarte. Als Vorspeise wähle eine Callaloo Chicken Soup, eine scharfe Hühnerbrühe mit Spinat, Mangold oder Paksoi, veredelt mit Kokosmilch. Ich weiß nicht, welches Blattgemüse sich in meiner Suppe befunden hat, sie hat auf alle Fälle gut geschmeckt und den Mund auf die folgenden Genüsse vorbereitet. Die dann leider nicht ganz halten, was die Beschreibung in der Speisekarte verspricht: Plato tipico latino - Reis, Bohnen, gebratene Plantain-Banane, Tostones und gebratene Yucca Sticks mit (in meinem Fall) einem gebratenen Fischfilet.
Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Das Essen schmeckt. Ohne Wenn und Aber. Allerdings besteht es halt einfach aus den oben aufgeführten Komponenten, die nebeneinander auf dem Teller liegen: Der Fisch (leider nciht definierbar, welcher Fisch es ist) ist etwas zu lang gebraten, wodurch er trocken schmeckt, die Bohnen sind zu einem Bohnenmousse verarbeitet (was immer etwas problematisch ist), die Yuccasticks und Banananenchips an sich sind gut, allerdings sind sie durch eine Remoulade oder Salsa überdeckt, und irgendwie fehlt das Bindeglied, das aus den Einzelteilen eine Einheit macht. Man kann dieses geschmackliche Erlebnis mit dem in einem Restaurant der Systemgastronomie vergleichen: Verlässliche Qualität, aber irgendwie ohne Seele. Leider, denn karibisches oder tropisches Essen kann sooo gut sein.
Fazit: Das karibische Bier war gut, vielleicht werde ich in einer größeren Gruppe noch einmal herkommen, die etwas lukullische Unterhaltung sucht.
| Name | Roatan |
| Angebot | karibisch |
| Adresse | Fischmarkt 4 |
| Ort | Hamburg |
| PLZ | 20359 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 40 3571 9250 |
| Mobil | +49 152 0702 6088 |
| max@roatan.de | |
| Homepage | http://www.roatan.de |
| Öffnungszeiten | Täglich 17:00 - 24:00 Uhr |
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11.5.2009 von Hubs.
Manchmal kommt es anders, als man es geplant hat.
Eigentlich wollte ich vor Kurzem zu Cornelia Poletto gehen, um mich einmal so richtig sternemäßig verwöhnen zu lassen. Doch leider bestand für diesen Abend keine Möglichkeit mehr, mich unterzubringen. Das Lokal war einfach zu voll, und für ein komplettes Menü war es zu spät. Immerhin zeigte die Uhr schon 21:30. Wie so oft machte ich mich daher einfach auf die Socken und erkundete die Eppendorfer Nachbarschaft. Weit musste ich nicht gehen: Gleich ums Eck fand ich die einladende Fensterfront einer Sushi-Bar, und da mir nicht nur nach Sushi zumute war und die Speisekarte auch andere, warme japanische Speisen aufwies, ging ich hinein.
Eine Anmerkung am Rande: Meine Feldstudien zu den Hamburger Restaurants wurden wieder einmal voll und ganz bestätigt: Entweder sie sind voll, oder ich bin der einzige Gast. Ein “Dazwischen” scheint es irgendwie nicht zu geben… immerhin wurde ich - gegen meine Befürchtungen - bedient.
Der Fisch in der Theke sieht frisch aus, die Einrichtung ist sauber, also setze ich mich hin und lasse mir die Speisekarte bringen. Mein Plan sieht Tempura als Vorspeise und - na was wohl! - Chirashi Sushi als Hauptspeise vor. Es gibt das gemischte Tempura in einer kleinen Version zwar als Vorspeise im Menü, die Speisekarte selbst sieht jedoch nur die Hauptspeisenportion vor. Nun gut, bisher gab es noch keinen Japaner, bei dem ich nicht auch zwei Hauptspeisen geschafft hätte. Also wähle ich genau diese Reihenfolge.

Sehr schnell kommen Tee, Wein und Miso-Suppe. Die Suppe ist recht stark gewürzt, sie wird daher sofort getrunken, ich warte nicht wie sonst damit, bis die anderen Gänge kommen. Inzwischen ist noch ein weiterer Gast eingetroffen, der im Restaurant essen möchte, verschiedene andere nutzen die Bestellmöglichkeit und holen ihr Abendessen ab. So ganz alleine bin ich also doch nicht.
Das gemischte Tempura - Gemüse und Fisch - kommt in einem kleinen Bastkörbchen, von der Soja-Soße begleitet, allerdings leider ohne den geriebenen Rettich, der dem Ganzen den besonderen Kick gibt. Jede der Gemüse- und Fischsorten ist eindeutig zu erkennen und herauszuschmecken, hier versteht der Koch (oder die Köchin? Ich weiß es nicht, das Tempura kam aus der Küche) sein Handwerk.
Und dann kommt das Chirashi-Sushi. Schon die Anordnung der Zutaten auf dem Reis erfreut das Auge, die farbliche Zusammenstellung passt, die Größe der Portion auch. Was mich besonders freut, ist die Menge an Gari, die auf einem extra Teller gereicht wird. Normalerweise muss ich das immer nachbestellen, hier aber ist der eingelegte Ingwer in ausreichender Menge vorhanden.

Besser kann es kaum sein: Rettich, Avokado, Lachs, Tunfisch, Garnelen, Aal: Dies ist nur eine Auswahl der Zutaten, die sich auf dem genau richtig zubereiteten Reis finden. In diesem Fall genieße ich das Essen so, wie man es in Japan macht: Ich esse die Bestandteile nicht als Sashimi mit Reis, sondern ich mische Reis, Fisch und Gemüse und esse diese Mischung. Einfach köstlich.
Leider hat das Dorasi keine Tofu-Teigtaschen vorrätig, so dass ich auf die Nachspeise in Form von Inari Sushi leider verzichten muss. Wobei diese vom Sättigungsgrad her sowieso nicht notwendig gewesen wäre.
Was kann ich sonst noch sagen: Es hat mir geschmeckt, ich war zufrieden, auch wenn ich eigentlich etwas ganz anderes an diesem Abend genießen wollte. Ein Vergleich der beiden Restaurants - Wunsch und Wirklichkeit - verbietet sich jedoch logischerweise, eines ist aber klar: In das Dorasi werde ich öfter einkehren als in das Poletto. Sagt zumindest mein Finanzminister.
| Name | Japan Sushi Dorasi |
| Angebot | Sushi-Bar |
| Adresse | Erikastraße 81a |
| Ort | Hamburg |
| PLZ | 20251 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 40 46 37 55 |
| Telefax | +49 40 460 24 22 |
| info@dorasi.de | |
| Homepage | http://www.dorasi.de |
| Öffnungszeiten | Täglich 18:00 - 24:00 Uhr |
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8.5.2009 von Hubs.
Normalerweise mache ich keine gezielte Werbung für den Anbieter von Dienstleistungen (und erst Recht keine unentgeltliche!), vor Kurzem bin ich aber über einen Service gestolpert, der mich überzeugt hat. Überzeugt aus mehreren Gründen:
Es handelt sich um das Portal “Gastliches Hamburg“, das unter der Adresse www.gastliches-hamburg.de zu finden ist.
Für keine andere Stadt Deutschlands habe ich bisher ein vergleichbares Portal gefunden, auf dem man übersichtlich und schnell eine Auswahl an Veranstaltungen und Restaurants angeboten bekommt. Hinter dem Portal stecken im Endeffekt die Verlage, die auch das Örtliche und die gelben Seiten verlegen, und eigentlich sollte man doch davon ausgehen, dass diese Verlage den Service auch in anderen Städten anbieten. Offensichtlich ist dies aber noch nicht passiert - dabei existiert der “gastliche Norden” bzw. das “gastliche Hamburg” bereits seit mindestens 2002.

Für meine Bedürfnisse ist nur der Restaurant-Teil wichtig, und auch nur diesen Teil kann ich beurteilen, wenn aber die anderen Bereiche eine vergleichbare Qualität aufweisen, dann kann man damit sicher auch etwas anfangen.
Bei meinem nächsten Aufenthalt in Hamburg werde ich diesen Service sicher wieder nutzen.
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7.5.2009 von Hubs.
“HIER!” rief der Ober, “Hier gibt es noch freie Tische mit Blick auf die Leinwand!” Wenn es etwas gibt, was ich nicht will, dann ist es der freie Blick auf ein Fußballspiel beim Abendessen. Aber so richtig frei ist der Blick vom einzig freien Tisch doch nicht, denn er steht direkt unter der Leinwand. Und für den Stuhl ist auch kein richtiger Platz. Wenn man sich aber sowieso nicht für das Spiel interessiert, dann hat man ganz andere Möglichkeiten, und so saß ich mit dem Rücken zur Leinwand, mit viel Platz um mich herum und genoss den Ausblick auf 50 Fußballfans, die glücklicherweise nur das Spiel sehen wollten, am Ausgang der Partie aber offensichtlich kein persönliches Interesse hatten.

(Der Tisch unter dem Bild war für den Abend meiner…)
“Hier” lautet auch der Name des Restaurants im neuesten Stadtteil “Schanzenviertel” in Hamburg (seit dem 1. März 2008 ist das Schanzenviertel ein offizieller Stadtteil Hamburgs), in das mich vor Kurzem meine Suche nach einem genießbaren Restaurant geführt hatte. Bevor ich hier eintrat, hatte ich einen kleinen Rundgang durch das Viertel gemacht, um mir einen Überblick zu verschaffen. In dieser Gegend werde ich wohl noch öfter mein Glück versuchen.
Das Aqui bezeichnet sich selbst als Portugiesisch-Spanisches Restaurant und Tapas-Bar, und genau so sieht auch die Speisekarte aus: Man findet einen bunten Querschnitt durch die Küche der Iberischen Halbinsel, und vor allem der Fischbereich ist breit vertreten.
Meine Hauptspeise ist schnell gewählt: Ein Fischertopf in der Cataplana, eine Wok-förmige Kupferpfanne mit Deckel, in dem die Speisen sanft vor sich hingaren können.
Die Frage ist jetzt: Was kann ich mir zu dieser umfangreichen Hauptspeise noch gönnen, ohne nachher ins Hotel zurückrollen zu können? Mehrere Tapas (für die ich eigentlich gekommen war) scheiden aus, daher entscheide ich mich für “Frango em piri piri”, also Hähnchen in einer angeschärften Sauce. Als Getränk lasse ich mir auf Empfehlung des sehr netten Kellners einen vinho verde und ein Wasser bringen.
Dass mir nach meiner Wahl frisches Weißbrot mit Aioli und Oliven als Appetizer auf den Tisch gestellt werden versteht sich von selbst. Und dieses Brot nutze ich dann auch, um die richtig leckere Sauce (eigentlich ist es eher eine Suppe) des Hähnchens restlos genießen zu können. Das war schon einmal ein verheißungsvoller Start in den Abend.
Inzwischen ist die Halbzeit in dem Fußballspiel angebrochen, und man merkt, dass auch auf Premiere die Lautstärke der normalen Beiträge abgesenkt werden, um dann die Werbung umso lauter abspielen zu lassen. Zum Glück wird der Ton für die nächsten 15 Minuten auf ein erträgliches Maß abgesenkt.
Die “Cataplana a pescador” besteht aus einem halben Hummer, Sepia, verschiedenen Muscheln und Scampi, die in einer Weißwein-Tomatensoße gedünstet werden. Als “Sättigungsbeilage” finden sich Paprikastückchen, Zwiebelringe und Kartoffel in der Brühe. Zum Glück ist der Hummer fachgerecht zerlegt und auch die Scheren sind schon aufgebrochen, so dass ich das sonst übliche Hummerbesteck nicht benötige. Und was das Wichtige ist: Der Hummer ist zum richtigen Zeitpunkt in die Brühe gegeben worden, er ist nicht zäh - was ja bei diesen Speisen leicht passieren kann.
Die zweite Halbzeit ist inzwischen wieder in vollem Gange, irgendjemand wird vom Platz gestellt, und seine Mannschaft verliert trotzdem. Die Stimmung im Raum ist immer noch locker und gelöst, und daher lasse ich mich auch gerne noch zu einem Espresso überreden.
Mein Fazit: Der Abend hat gepasst, das Essen hat geschmeckt, hier werde ich wohl wieder aufschlagen.
| Name | Aqui |
| Angebot | Portugiesisch-Spanisch und Tapas-Bar |
| Adresse | Schanzenstraße 36 |
| Ort | Hamburg |
| PLZ | 20357 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 40 431 828 32 |
| Telefax | +49 40 431 828 52 |
| Homepage | http://www.aqui-hamburg.de |
| Öffnungszeiten | Montag bis Sonntag 11:30 - 24:00 Uhr |
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15.4.2009 von Hubs.
Ich kann es nur wiederholen:
Hamburg ist tot.
Wie ein Mantra:
Hamburg ist tot.
Seit sechs Wochen bin ich jetzt hier in Hamburg, und in dieser Zeit habe ich es gerade einmal auf zwei Beiträge in diesem Blog gebracht. Und einer der beiden Einträge war ein Misserfolg. Beim zweiten, dem gestern verfassten über das WA-YO habe ich zwar die Küche richtig beschrieben, ich habe aber unterschlagen, dass ich beim ersten Mal alleine war, und beim zweiten Besuch nach einer Stunde ein zweiter Kunde erschien. In einem so guten Restaurant. Unvorstellbar.
Hamburg ist tot.
“Sausalitos” macht Werbung mit der Überschrift “Viel Spaß! Partys, Feiern, Events”. Und ausgerechnet im Sausalitos wurde mir zweimal innerhalb einer Woche gegen 20:30 Uhr der Eintritt verwehrt, weil die Küche schon zu hat. Einmal wurde mir wenigstens ein zweites Restaurant auf dem Jungfernstieg genannt, in dem ich auch Cocktails und Snacks bekommen könnte. Also bin ich hingelaufen. Das Restaurant war zu.
Hamburg ist tot.
In welcher anderen Stadt können sich die Stadtstreicher auf dem schönsten Platz der Fußgängerzone täglich ab 20:30 ohne Furcht auf Vertreibung versammeln?
Hamburg ist tot.
Wo sonst machen die Läden im Hauptbahnhof vor 21:00 Uhr zu?
Hamburg ist tot.
Ich habe vor kurzem gegen 20:00 Uhr bei einem “Subways” etwas zu essen holen wollen, stand aber vor verschlossenen Türen. Dieser Laden schließt um 19:00 Uhr.
Hamburg ist tot.
Letzte Woche war ich im Sushi Circle. Ich kam gegen 21:00 Uhr, zu dem Zeitpunkt war der Laden voll - im SC immer wichtig, um jederzeit frische Ware zu bekommen. Kaum jedoch hatte ich mich gesetzt und die Misosuppe vor mir stehen, als bis auf zwei weitere Gäste alle anderen innerhalb kürzester Zeit den Laden verließen. Ich wusste mir zu helfen und bestellte vom Koch Spezialitäten, dadurch kam ich in den Genuss von frischer Ware. Die Anderen, die das nicht wussten, gaben sich mit den Resten auf dem Band zufrieden. Ich ging dann als Letzter um 21:30. Viel früher als in anderen Städten, in denen der Laden auch zu diesem Zeitpunkt noch voll ist. Ich musste aber trotzdem den vollen Preis für das “All U Can Eat” bezahlen. Ich habe aber auch versucht, das zu verhindern.
Hamburg ist tot.
Vor Kurzem hörte ich aus einer Halle in der Nähe des Hauptbahnhofs eindeutig eine Liveband spielen. Also suchte ich den Eingang, und als ich ihn endlich gefunden hatte fand ich nur eine Person in der Halle vor, es war ein Techniker, der gerade die Lautsprecher für ein Konzert vorbereitete. Die Musik kam aus der Konserve.
Hamburg ist tot.
In welcher anderen Stadt wird ein Live-Konzert in einer angeblichen Jazz-Kneipe am Abend der Veranstaltung einfach so abgesagt? Weil zu wenig Besucher da sind? In Berlin habe ich Konzerte erlebt, bei denen ich neben den Angestellten der Kneipe der einzige Gast war. Abgesagt wurde deshalb trotzdem nichts. Wahrscheinlich wollte man hier in Hamburg nur ein paar zusätzliche zahlende Besucher bekommen.
Hamburg ist tot.
Oder doch nicht?
Gibt es irgend jemanden, der mich vom Gegenteil überzeugen kann?
Gibt es wenigstens einen Stadtteil, in dem das Leben pulsiert? Ich will eindeutig NICHT auf die Reeperbahn, ich will mich einfach nur vergnügen.
Und das möglichst in fußläufiger Entfernung zum Nahverkehr.
Heut geht’s mir nicht so gut.
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15.4.2009 von Hubs.
Wie so oft saß ich an einem der letzten Tage vor dem Stadtplan von Hamburg und suchte nach einem Restaurant für das Abendessen, als mein Finger über das Hotel Nippon in Hamburg im Hofweg stolperte. Die Schlussfolgerung war schnell gezogen: Ich kenne kein japanisches Hotel, in dem nicht auch ein japanisches Restaurant zu finden ist.Und Tempura, Shabushabu oder auch Sushi waren gerade nach meinem Gusto. Zudem wollte ich Hamburg auch die Gelegenheit geben, seinen Ruf als kulinarische Hauptstadt des Nordens zu wahren. Also begab ich mich ins Internet, suchte unter den bekannten Stichworten und landete wirklich auf der Homepage des Nippon Hotels.
Nicht schwer zu finden war auch der Link auf das zugehörige Restaurant WA-YO.
Ich entschuldige mich für die großen Bilder, aber mir gefällt die minimalistische, aber graphisch hervorragende Bildersprache der Seiten. Was mir besonders gefällt, was aber leider nur sehr selten zu finden ist, ist die Ablage der Speisekarte auf der Homepage. Dadurch kann man sich schon im Vorfeld auf die Speisenauswahl vorbereiten, man weiß, was auf einen zukommt, und man ist im Restaurant nicht enttäuscht, wenn eigentlich gewünschte Dinge nicht auf der Karte stehen. Meine Auswahl war eine klassische: Ohitashi als Vorspeise, Chirashi-Sushi und Spicy-Tuna als Hauptspeise, begleitet von einer Miso-Suppe, und als Abschluss ein kleines Sesam-Küchlein. Unterstützt wurde das Ganze von einem portugiesischen Weißwein (nein, kein vinho verde, aber aus einem Weingut, das für seine vinho verde berühmt ist. Nein, ich kenne das Weingut nicht, ich habe den Wein auf Empfehlung der Bedienung genommen) sowie dem obligatorischen grünen Tee.
Das Ohitashi (Blattspinat in Sesamsauce) war einfach klasse. Eine leicht flüssige Sauce, ohne die sonst übliche pastenartige Konsistenz, der Spinat bissfest gegart, die Bindung des Bündels so, dass sie mit den Stäbchen problemlos zu öffnen war. Was will man mehr? So muss Ohitashi schmecken, so soll es sein, nicht mehr und nicht weniger.
Inzwischen war auch der Tee gekommen, stilvoll in einer gusseisernen Kanne auf seinem eigenen Tablett. Für eine solche Kanne benötigt man kein Rechaud, sie hält den Inhalt auch zwei Stunden lang warm. Wenn so lange überhaupt noch etwas in ihr drin ist.
Jetzt überschlugen sich die Ereignisse: Genau wie bestellt kamen Chirashi-Sushi, Spicy Tunaroll und Misoshiru gleichzeitig an. Ein Tisch voll Essen, sehr schön drapiert, auch die Verteilung der Teller auf dem Tisch erfolgte nicht ganz zufällig.
Das Chirashi Sushi entsprach exakt meinen Vorstellungen: Auf einem dezent gesäuerten Reis waren ganz feine Julienne vom Noriblatt verteilt, darüber fand sich gleichmäßig verteilter Sesam-Samen und Lachs-Rogen, und auf diese Unterlage waren Wolfsbarsch, Salzwasser-Garnele, Lachs, Thunfisch, Tamago (süßes Omelette), und Gurke kunstvoll angerichtet. Begleitet natürlich von Wasabi und Gari (Meerrettich und Ingwer).
Genauso ansprechend gab sich die Spicy Tunaroll, ein sehr schönes California-Maki vom Thunfisch, nur ganz leicht geschärft. Wie es sich gehört gab es zum Sushi die Miso-Suppe. Zum Thema Suppe muss ich jetzt die Homepage des Restaurants zitieren:
Hm. Laut dieser Information ist es das Kennzeichen eines Meisters, eine Suppe mit sehr wenig Eigengeschmack produzieren zu können. Mir hat die servierte Suppe geschmeckt - aber sie war sehr gut gewürzt, manchen wäre sie wohl zu intensiv gewesen. Ist das jetzt ein Zeichen dafür, dass kein Meister hinter der Theke stand? Ich finde nicht.
Der portugiesische Weißwein hat sich als runder Begleiter zu dem Essen erwiesen, er hat jede Nuance der Fische und Gewürze unterstrichen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Ebenso der grüne Tee, es war leider kein Genmai-Cha (der ist nur sehr selten zu bekommen), er war aber trotzdem ein gefälliger Neutralisator der verschiedenen Geschmäcker des Essens.
Ich versuchte es dann doch, ob ich ein Inari-Sushi als Nachspeise bekommen könnte, aber leider waren die süßen Tofutaschen nicht vorrätig. Statt dessen suchte ich mir aus den Mini-Desserts ein gebackenes Sesam-Küchlein mit selbstgemachtem Ananas-Sorbet aus. Diese Mini-Desserts sind wirklich eine nette Idee. Das Sesam-Küchlein entpuppte sich als mit Sesam-Paste gefülltes, gebackenes Wan-Tan-Blatt, ungefähr mit dem Durchmesser eines Euro-Stücks. Begleitet wurde es von einem Miniatur-Schnitz einer Melone, einer Erdbeere sowie einer Kugel fein geraspelten Ananas-Eises. Selbst das als Garnitur beigefügte Minze-Blatt trug mit seinem nur ganz leicht zu riechenden Aroma zur Abrundung dieser Nachspeise bei.
Das Fazit dieses Abends ist einfach: Dieses Restaurant ist einfach nur empfehlenswert, der gute Ruf von Hamburg als Sushi-Metropole ist wiederhergestellt.
| Name | WA-YO im Nippon Hotel |
| Angebot | Sushi et altera |
| Adresse | Hofweg 75 |
| Ort | Hamburg |
| PLZ | 22085 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 40 227 11 40 |
| Telefax | +49 40 227 11 490 |
| info@wa-yo.de | |
| Homepage | http://www.wa-yo.de |
| Öffnungszeiten | Dienstag bis Sonntag 18:00 - 24:00 Uhr Küche bis 23:00 Uhr |
Heut geht’s mir gut! ![]()
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2.4.2009 von Hubs.
Das beste Chirashi Sushi, das man in Deutschland bekommen konnte, wurde im Sushi Duke in München am Platzerl serviert. Dieses Lokal wurde jedoch leider durch eine Restaurant-Kette übernommen und kurz darauf geschlossen.

Chirashi Sushi ist eigentlich eine recht einfache Form, Sushi zuzubereiten: Der gesäuerte Reis wird in eine Schüssel gefüllt, Gemüse, Pilze, Garnelen und Fisch werden darauf verteilt und serviert. Jetzt kann jeder für sich selbst in dieser Schüssel die Zutaten mischen, sie mit Sojasauce und/oder Wasabi würzen und essen. Ebenso kann man auch die Stückchen von der Oberfläche des Reis wie Sashimi essen und den Reis als Beilage ansehen.
Die Zubereitung von Chirashi Sushi kann aber auch eine Kunst sein. Nämlich dann, wenn sich der Sushi-Koch Gedanken macht über die Gewürze, mit denen der Reis versehen wird, die Form und Anordnung der Stücke auf dem Reis,die farbliche Zusammenstellung und natürlich das Gefäß, in dem es serviert wird. Bei Sushi Duke zum Beispiel war es eine große Platte, auf dem Reisbällchen verteilt waren. Diese waren mit kleingeschnittenen Noriblättern und verschiedenen Fischrogensorten verziert, und über das ganze wurden dann das Sashimi von vielfältigen verschiedenen Fischen verteilt.
Etwas anders wird es im Sushisho in Frankfurt im Hotel Maritim kredenzt: Hier gibt es eine Schüssel mit gesäuertem Reis, auf dem Noristücke, Gewürze und Fischrogen verteilt sind, und eine zweite Schüssel, in dem Fisch und Gemüse appetitlich angerichtet sind.
Im Tokyo in Mannheim (L15,20) wird in einer Schüssel der Reis mit den Gewürzen und dem Rogen versehen, darauf werden dann Fisch und Gemüse angerichtet.
Was mir aber gestern als Chirashi Sushi vorgesetzt wurde geht absolut nicht. Auf der einen Hälfte eines hantelförmigen Tellers fand sich eine kugelförmige Portion Standard-Reis, nicht gesäuert und auch nicht gewürzt, umgeben von fünf Stücken Lachs, sechs Stücken Thunfisch und ein paar Fetzen Wolfsbarsch (glaube ich, ich bin mir aber nicht sicher - zu schmecken war jedenfalls nichts). Auf der anderen Seite fand sich gemischtes Tempura, das komplett versalzen und zudem mit einer Mayonaise-Pampe überzogen war, die jeglichen Geschmack - bis auf das Salz - wirkungsvoll zu unterdrücken verstand. Man kann so etwas servieren, aber eines ist klar: Mit Chirashi Sushi hat das nicht, aber auch garnichts mehr zu tun.
Dabei hatte der Abend ganz nett angefangen: Ich hatte das Glück, den letzten freien Platz an der Bar zu bekommen, mit direktem Blick auf Herrn Henssler. Auch wenn ich einige Küchen aus dem internen Blickwinkel heraus kenne, ist es doch immer wieder interessant, die formellen und informellen Meldewege und die Beziehungen der Akteure untereinander zu beobachten.
Da mir das angebotene Menü nicht zusagte bestellte ich mir eine Misosuppe, einmal Edamame, eine Portion gemischtes Tempura sowie das oben beschriebene Chirashi Sushi. Als Getränk wählte ich mir den Riesling von Künstler sowie natürlich eine Karaffe Wasser.
Die Misosuppe war klasse: Genau richtig gewürzt, die Temperatur stimmte, die Menge Tofu und Frühlingszwiebel war auch passend. Auch beim Edamame gab es nichts auszusetzen. Eine wirklich große Portion, auf den Punkt gegart und mit einer Spur Salz (Fleur de Sel?) überstäubt. Diese Portion begleitete mich den ganzen Abend über.
Das gemischte Tempura hatte eine prima Konsistenz, bissfest, auf den Punkt gegart, der Teig war nicht vordringend und die Menge stimmte auch. Stutzig machte mich allerdings die Auswahl an Saucen, die dazu gereicht wurden: Ein ingwerlastiges Mungo-Chutney, die oben schon erwähnte Mayonaise sowie eine wie auch immer gewürzte Soja-Sauce. Es fehlte die übliche Tentsuyu mit geriebenem Rettich, von der Tempura normalerweise begleitet wird.
Und dann kam das besagte Chirashi Sushi, das leider meine Stimmung komplett zum Kippen brachte. Sicher, in der Speisekarte steht “Sashimi und Tempura”, aber dass es sich als eine so unsägliche, lieblos angerichtete Geschichte entpuppt, hätte ich denn doch nicht erwartet. Nach dieser Erfahrung hat mich dann auch der Preis geärgert, der für den Riesling aufgerufen wurde.
Nach dieser Erfahrung bin ich froh, dass es letzte Woche nicht geklappt hat, als ich mit Kollegen vor der Frage stand, in welches Restaurant wir gehen sollen. Ich werde jedenfalls in Zukunft einen großen Bogen um Hennsler & Hennsler machen.
| Name | Henssler & Hennsler |
| Angebot | Sushi et altera |
| Adresse | Große Elbstraße 160 |
| Ort | Hamburg |
| PLZ | 22767 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 40 38 69 90 00 |
| Telefax | +49 40 38 69 90 55 |
| info@hensslerhenssler.de | |
| Homepage | http://www.hensslerhenssler.de |
| Öffnungszeiten | Montag bis Samtag 12:00 - 15:00 Uhr 18:00 - 23:30 |
Heut geht’s mir gut! ![]()
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