Archiv der Kategorie Luxus

VW Phaeton

Zurzeit findet man in den großen Sonntagszeitungen Annoncen von VW, in denen bundesweit Phaetons der mittleren Kategorie als Leasingfahrzeuge angeboten werden. Die Konditionen sind verlockend: Für 1-2 Jahre alte Fahrzeuge mit niedrigen Kilometerständen werden monatliche Leasingraten von etwas über 400 Euro aufgerufen - ohne Leasingsonderzahlung, versteht sich! Auch die kalkulierte Kilometerleistung liegt im Rahmen dessen, was man normalerweise pro Jahr fährt.

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Bei einem solchen Angebot kann man schon ins Grübeln kommen. Also habe ich mich auf den Weg gemacht und mir einmal ein solches Fahrzeug angesehen:  3.0 Liter Diesel, ansonsten mit allem ausgestattet, was man braucht. Unnötige Dinge wie der automatische Abstandshalter oder ein Headup-Display sind dabei natürlich nicht enthalten.  Klingt immer noch interessant. Daraufhin habe ich mir einen (neuen) Phaeton über ein Wochenende für eine Probefahrt zur Verfügung stellen lassen, man will ja schließlich die Katze nicht im Sack kaufen.

Bevor ich jetzt hier auf meine Erfahrungen eingehen werde: Ich habe mich immer gefragt, wieso VW diesen Wagen unter dem Label “VW” verkauft und nicht eine der Marken nimmt, die sich aus historischen Gründen im Fundus befinden. Horch bietet sich zum Beispiel an. Inzwischen kenne ich die Antwort auf meine Frage. Doch dazu später mehr.

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Eines vorweg: Ich möchte hier keinen objektiven Bericht abgeben, dazu sind Profis da. Ich gebe hier meinen ganz persönlichen Eindruck wieder, den ich bei der Probefahrt gewonnen habe, unter der Prämisse, mir diesen Wagen vielleicht zuzulegen. Es mag dem geneigten Leser vorkommen, als ob ich sehr einseitig werte, aber das liegt daran, dass mir die Punkte, die ich aufzähle, jeden Tag beim Einsteigen auffallen und sie für mich daher eben nicht nebensächlich sind.

Groß ist er, etwas schlanker als der 7er von BMW. Die Übersichtlichkeit lässt allerdings zu wünschen übrig, aber dafür gibt es die Einparkhilfen. Und nach hinten eine Kamera. Allerdings hat mich bei der ersten Rückwärtsfahrt das Bild so sehr fasziniert, dass ich beinahe vergessen hätte, zu bremsen. Aber nur beinahe.

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Die Haptik im Innern (wir reden hier nicht über eine Leder-Komplettaustattung) mutet billig an: Große Plastikebenen, nur in den vertikalen Flächen durch zugegebenermaßen schöne Holzverkleidungen unterbrochen. Aber auch die Stellen, an denen gebürstetes “Metall” zum Vorschein kommt sind aus - Plastik.

Man sitzt auf den Sitzen, Seitenhalt ist sowohl auf der Sitzfläche als auch im Rückenbereich ein Fremdwort. Und das, obwohl der Wagen, den ich zur Verfügung hatte, über die 11fach verstellbaren Komfort-Sitze verfügte.

Die Mittelkonsole ist überladen. Selbst für mich, der von manchen Leuten als Nerd dargestellt wird, sind hier zu viele Funktionen konzentriert. Oder so unübersichtlich präsentiert, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht findet. Das selbe gilt für das Lenkrad. Hier gilt eindeutig: Weniger ist mehr, zumindest für mich. Aber ich bin auch ein absoluter Anhänger des iDrive-Systems von BMW… So habe ich zum Beispiel eine Funktion gesucht, um der netten Navigationsdame das Wort zu verbieten. In den Situationen, in denen ich sie einfach nicht hören will, weil ich den Weg kenne oder weil ich mich gerade unterhalte. Das geht aber nur in der dritten Ebene der Bedienung, und gilt dann für immer, also nicht einfach nur für diese eine aktuelle Durchsage.

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Eine Kleinigkeit, die mich stört, weil ich geblendet werde: Der Dachhimmel ist immer in hellgrau gehalten, es besteht keine Möglichkeit, ihn schwarz zu wählen.

Über Motor und Getriebe muss ich kein Wort verlieren, diese verrichten ihre Arbeit, wie sie sollen: Unauffällig, immer im Hintergrund. Das bedeutet aber auch, dass mit dieser Motorisierung keine Beschleunigungsarien möglich sind. Durch die aufgezogenen Winterreifen konnte ich nicht schneller als 210 km/h fahren, bis dahin aber war der Wagen vom Fahrverhalten und der Lautstärke her mustergültig.

Gut platziert ist die “toter Winkel Warnung”, das habe ich in anderen Fahrzeugen schon weniger funktional erlebt. Negativ aufgefallen ist dafür die Fahrspurwarnung, diese kann zum Beispiel in Baustellen nicht mit einem einfachen Knopfdruck ausgeschaltet werden. Und 10km ruckelndes Lenkrad ist … nervend.

Genauso unangenehm ist der obere Abschluss der Türverkleidung. Auf diesem Abschluss liegt mein Arm, wenn ich Strecke fahre, also das Lenkrad nicht konzentriert halte, sondern nur führe. Dummerweise ist dieser Abschluss als harte Kante ausgeführt, was zum Ergebnis hat, dass man den Arm ganz schnell wieder von dieser Ablage herunter nimmt.

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Diese Punkte sind mir schon auf den 40 km von VW zu mir nach Hause aufgefallen, den Rest des Wochenendes habe ich dann damit verbracht, nach Punkten zu suchen, die mir gefallen. Leider habe ich keine gefunden, die diesen Wagen vom Mitbewerb - 7er, A8 und S-Klasse - differenzieren. Und darin liegt auch die Antwort auf die Frage, die ich oben aufgeworfen habe: Warum verkauft Volkswagen diesen Wagen unter dem VW-Logo und nicht zum Beispiel unter dem Namen “Horch”? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Weil es ein VW ist. Es ist definitiv kein Horch, und noch dazu nicht nur optisch einfach eine etwas vergrößerte Version des Passat.

Mein Fazit: Nach der Rückgabe des Wagens hat es richtig Spaß gemacht, in einem acht Jahre alten 7er nach Hause zu fahren. Ich werde mir sicher keinen Phaeton zulegen, das wird für mich persönlich durch nichts gerechtfertigt. Aber wenn die Preise in den Angeboten von VW weiter so fallen, stelle ich mir vielleicht einen kostenlos als Zweitwagen in den Hof…

Heut’ geht’s mir gut! 8)

L’Arnsbourg - Baehrental

Einmal im Jahr treffen wir uns mit Freunden, die genau wie wir häufig unterwegs sind und mit denen wir deshalb auch nur mittel- bis langfristige Termine ausmachen können. Aus diesem Grund suchen wir uns für unsere Treffen besondere Orte oder Restaurants aus. Man muss sich halt auch einmal etwas gönnen.

Dieses Jahr fiel die Entscheidung auf Jean-Georges Kleins Restaurant “L’Arnsbourg” im idyllischen Zinsel-Tal im Elsass. Ich muss gestehen: Ich kannte vor diesem Besuch weder den Namen des Restaurants noch den von JG Klein. Dabei ist L’Arnsbourg schon länger sternebewehrt: Die Mutter hat sich den ersten erkocht, Stern Nummer zwei (1998) und drei (2002) kamen dann mit Cathy und Jean-George Klein.

Schon die Anfahrt zu dem Restaurant ist ein Freude, insbesondere wenn das Wetter mitspielt und man bei Sonnenschein durch die Ausläufer der Vogesen gleiten kann. Erst durch das Sauertal, anschließend von Zinswiller aus durch das Zinseltal, bis das große rote Haus auftaucht: L’Arnsbourg. Rechterhand liegt das zum Restaurant gehörige Hotel “K”, in dem wir leider keine Zimmer bekommen hatten. Auch hier ist es inzwischen so, dass man eher einen Platz im Restaurant bekommt als im Hotel. Was hier besonders problematisch ist, weil es kaum andere Hotels im Umkreis gibt. Oder man sucht vorher einen Teilnehmer der Veranstaltung aus, der die Rolle des Fahrers übernimmt und demgemäß nichts oder nur sehr wenig trinkt. Leider hat mich dieses Los getroffen…

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Da wir wussten, dass das “normale” Menü rund vier Stunden zur Zubereitung braucht, waren wir pünktlich zur Öffnung des Restaurants um 19:30 vor Ort. Als Aperitiv wurde uns neben einem Kir Royale, einem Grünen Veltliner sowie einem Hauscocktail ein Rose-Champagner angeboten, den wir auch alle nahmen.

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Und dann kam die Speisekarte: Zwei Menüs - das Menü Decouvert sowie das Menü Saveur - sowie die einzelnen Komponenten der Menüs als Einzelspeisen standen zur Auswahl, nach einem Blick auf die Karte war aber allen sechs Teilnehmern klar, dass wir das Menü Decouvert wählen:

Eine Sammlung von Amuse

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Ouverture

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Gänseleber in Textur

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Tomatenvariation, Mozzarellanocken,
Basilikum, Consommé von Datterino Tomaten

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Wolfsbarsch, Gelee von Kumquats,
Holunderblüten Vinaigrette

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Hummer, Kichererbsenbonbon,
Yuzu und Schaum vom Eisenkraut

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Wagyu-Rind “degré 9″, Pont-Neuf- Kartoffeln,
Sauce Bearnaise und Kombu

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Cappuccino von Mais und Feta

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Intermezzo

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Kleine Gaumenfreuden

 

Ist unsere spontane Entscheidung für dieses Menue nicht verständlich? Schon die Zusammenstellung der Zutaten deutet auf außergewöhnliche Geschmackserlebnisse hin, und wenn man dann noch weiß, dass JG Klein gerne experimentiert und auch den Methoden der Molekularküche nicht abgeneigt ist, dann konnte man mit dieser Auswahl nichts falsch machen. Wenn die Küche nichts falsch macht…

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Die Sammlung von Amuse Gueule bereitet uns mit ihrer Vielfalt so richtig auf den Abend vor. Salzig, süß, bitter, sauer, fest, flüssig, kalt, heiß: Alle Aggregatzustände und Geschmacksrichtungen sind zu finden, und doch sind sie so dargereicht, dass man sich auf jede Einzelne einstellen und somit auf das “richtige” Essen vorbereiten kann.

Als Begleiter des Menues habe ich uns als Weißwein einen 2008er Auxeroix, als Rotwein einen 2005er Pomerol ausgesucht (nein, ich kann nicht mehr über die Weine sagen, die Weinkarte war so groß, dass ich einfach nach dem Menü und der Weinsorte, nicht aber nach den Produzenten gesehen habe).

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Inzwischen war das Restaurant komplett voll, und jetzt war uns auch die extreme Anzahl an Bedienungspersonal klar, über die wir uns beim Eintreten gewundert hatten: Für die schätzungsweise 10 Tische standen mindestens 20 Mitarbeiter zur Verfügung. Diese aber haben ihre Arbeit effektiv und immer sehr zurückhaltend ausgeführt. Und dabei immer wieder einen netten Spruch für uns auf den Lippen gehabt.

Ich werde jetzt nicht durch alle einzelnen Gänge des Abends gehen, statt dessen werde ich mir einzelne Speisen herausnehmen und unsere Anmerkungen dazu darlegen. Beginnen wir mit der Gänseleber in Textur: Die Gänseleber wurde hier in Form von goldenen Linsen dargereicht, eingebettet in Meersalz und Sesamsamen, begleitet von einem Rieslingeis sowie einer klassischen Gänseleberpraline mit Brotkruste. Für mich stellte das die Essenz der Gänseleber dar, ich bin der Ansicht, dass man es kaum besser machen kann. Aber an unserem Tisch gab es auch die gegenteilige Meinung: Wie könne man eine so gute Zutat wie eine Gänseleber so sehr verändern, ja fast vergewaltigen! Man sieht: Über Geschmack lässt sich nicht streiten, entweder ein Gericht schmeckt oder es schmeckt nicht.

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Göttlich waren die nächsten drei Gänge: Die Tomatenvariation war endlich einmal eine Variation mit Überraschung: Unter der ersten Lage kam eine zweite zum Vorschein, eine weiße Consommé von Datterino-Tomaten mit kleinen Mozzarellakügelchen [siehe Bild].

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Der Wolfsbarsch war genau so, wie ein Fisch sein soll (ohne fischig zu sein!), und der Hummer mit der Erbse in Traubengröße (hier kamen wieder einmal Spuren der Molekularküche zum Vorschein) waren göttlich. So gut kann Essen sein.

Und dann kam die Hauptspeise. Wagyu Rind “degré 9″, Pont-Neuf-Kartoffeln, Bearnaise und Kombu. Klingt doch klasse. Wir hatten uns ein Steak vorgestellt (auch wenn das nicht unbedingt in ein solches Restaurant passt), dem nette Beilagen zur Seite gestellt waren. Was dann aber kam waren zwei kleine Stückchen Rind, Pommes und Bearnaise. Banal. Und noch dazu offensichtlich viel zu lange unter dem Salamander stehen gelassen. Das Fleisch war komplett durchgebraten, keine Spur mehr von der feinen, selbst zerfallenden Konsistenz eines Kobe-Rinds, die Pommes waren zu salzig, alleine die Bearnaise hatte eine unnachahmliche Konsistenz, die auch schon in der tomatisierten Hollandaise bei der Tomatenvariation auf dem Teller zu finden war. Es war essbar, einen Genuss aber stellte es nicht dar. Auf die übliche Frage der Bedienung, ob alles in Ordnung sei, machten wir auf den Zustand des Fleischs aufmerksam, aßen aber trotzdem zu Ende, da es ja - wie gesagt - essbar war.

Sehr verblüfft waren wir dann, als wir als nächsten Gang noch einmal die Hauptspeise serviert bekamen, diesmal aber ohne den Zwischenschritt des Salamanders: Das Fleisch war göttlich zart, trotz der geringen Dicke war es knapp medium, also genau so, wie es sein soll. Trotz allem aber ist und bleibt die Zusammenstellung Steak, Pommes und Sauce banal und gehört eigentlich nicht in ein solches Restaurant.

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So langsam ging es dann in das letzte Drittel des Menüs über, uns erwarteten Käse und Süßspeisen - wobei wir uns den fakultativ angebotenen Rohmilchkäse gespart haben.

Der Cappuccino von Mais und Feta war klasse, diese Mischung von salzig-scharf (Feta) und süß (Mais) war ein Genuss. Und vor allem kam der Geschmack unerwartet, da man etwas anderes erwartet hatte. Dann aber kamen die geheimen Höhepunkte des Menues: Die Intermezzi und Nachspeisen. Geradezu göttlich das Arrangement von Haptik, Textur und Geschmack, Farbe und Aussehen weisen in eine falsche Richtung, ohne die Information der Bedienung wäre man an mancher Stelle verloren. Besonders ist das bei den “kleinen Gaumenfreuden” der Fall, die ohne Kommentar dargereicht werden, die einzelnen Bestandteile wurden uns erst nach dem Essen genannt. Eine interessante Erfahrung, die mich an ein Wein-Sensorikseminar mit schwarzen Gläsern erinnerte: Rieche an dem Glas und sage mir, was für ein Getränk Du findest… und es muss nicht immer Wein sein.

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Beendet wurde der Abend durch einen Espresso, für mich als Weckamin, für die anderen als Zeichen, im Auto sanft einschlafen zu können. Als Rückweg wählte ich natürlich nicht mehr den kurvigen, direkten Weg nach Wissembourg, sondern die längere, dafür aber fast kurvenlose Strecke über Haguenau.

Welches Fazit soll man nach einem solchen Abend ziehen? Trotz des eklatanten Fehlers mit der Hauptspeise ist dieses Restaurant auf alle Fälle eine Reise wert, und wenn man dann auch noch ein Zimmer im Hotel “K” bekommt, steht einem runden Abend nichts im Wege. Im Übrigen stimmt die zeitliche Schätzung mit den vier Stunden für das große Menü: Ziemlich genau um Mitternacht haben wir das Etablissement verlassen.

Name L’Arnsbourg
Angebot französisch, modern
Adresse L’Arnsbourg
Ort Baerenthal
PLZ F 57230
Land Frankreich
Telefon +33 3 87 06 50 85
Fax +33 3 87 06 57 67
Email info@arnsbourg.com
Homepage http://www.arnsbourg.com
Öffnungszeiten Do-Mo 12:00 - 14:00
und 19:30 - 24:00 Uhr

 

Die Aufnahmen sind der Homepage des Restaurants entnommen.

Heut geht’s mit gut! 8)

Schloss Neuweier - Baden-Baden-Neuweier

Armin Röttele, der Patron des Schoss Neuweier, hat sich im Herzen Badens niedergelassen, um badische Weine zu produzieren und mediterrane Speisen zu kredenzen. Als Badener könnte man ihm böse sein, dass man seine badischen Wurzeln nicht mehr schmeckt, als Feinschmecker aber freut man sich darüber, dass es hier eine weitere Anlaufstelle gibt, bei der man die Köstlichkeiten des Mittelmeerraums auf so gekonnte Art und Weise vorgesetzt bekommen kann.

Leider hat es gestern bei unserer Ankunft in Strömen geregnet, daher konnten wir den schönen Blick auf das Schloss nicht genießen. :-( Für diesen Beitrag hier habe ich mich daher auf der Homepage des Schlosses bedient:

 

Schloss Neuweier bei Nacht

Nun aber zum Zweck unseres Aufenthalts: Dem Essen. Auf dem Tisch liegt der Leitspruch “La cucina della passione”, die Küche der Leidenschaft. Gibt es eine schönere Einstimmung auf ein Essen als dieses Versprechen?

Irgendwie hat es sich eingebürgert, dass man in Restaurants neben dem üblichen selbstgebackenen Brot auch Salzmandeln gereicht bekommt. Diese wurden begleitet von einer Linsensuppe mit Speckschaum sowie Lachsbruschette als erstes Amuse Gueule.

Der zweite Gruß aus der Küche kam dann in Form von Wan-Tan vom Hummer auf roten Linsen mit Ingwer.

Ein Amuse Bouche soll ja den Gaumen auf die Aromenvielfalt vorbereiten, die während des Essens aus der Küche kommen wird. Wenn das stimmt, dann setzt Herr Röttele gerne starke Aromaten ein. Wir sind gespannt.

Meine Weinwahl für den heutigen Abend ist der 2006er Auxeroix von Bernhard Huber aus Malterdingen (der ist aber beim Weingut schon ausverkauft!).

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Als Vorspeisen hatten wir auf der einen Seite einen Feldsalat mit Waldpilzen und Ziegenfrischkäse (wobei diese Portion VIEL zu groß war), auf der anderen Seite gab es einen Fenchelsalat mit Jakobsmuscheln und Hummer, begleitet von einem Hummerschaumsüppchen. Eine wunderbare Komposition, alle Komponenten hatten einen fairen Anteil an Geschmack und Konsistenz.

Zum Hauptgang gab es dann etwas bodenständiges als Fleischspeise: Ein Kalbsrückensteak mit Kalbsbries. Leider war auch hier das englisch bestellte Steak mehr als medium, der Geschmack aber war wunderbar. Ebenfalls sehr gut geschmeckt hat der Rehrücken mit Wirsing, Kartoffelplätzchen und Cranberries.

Das Fischgericht war ein Seeteufel auf zweierlei Art: Einmal mit einem sehr feinen Sößchen mit Knoblauch und Kartoffelpüree, zum Zweiten dann begleitet von einem Pestorisotto. Da kann man nur sagen: Große Küche!

Zum Cafe wurden dann ein Holundersüppchen, Apfelbeignets und Pfefferminzpralinen gereicht. Das war ein würdiger Abschluss eines gelungenen Abends.

Name Schloss Neuweier
Angebot Feinschmecker
Adresse Mauerbergstraße 21
Ort Baden-Baden
PLZ 76534
Land Deutschland
Telefon +49 7223 95 70 555
Telefax +49 7223 95 70 556
Email info@armin-roettele.de
Homepage http://www.armin-roettele.de
Öffnungszeiten Mi-Mo 12:00-21:30

Heut geht’s mir gut! 8)

Villa Hammerschmiede - Pfinztal-Söllingen

Manche treffen sich in den letzten Wochen des Jahres, um dasselbe ausklingen zu lassen, wir treffen uns regelmäßig zu Beginn des neuen Jahres, um es einzuläuten. Dieses Jahr haben wir uns kurz entschlossen für die Villa Hammerschmiede in Pfinztal-Söllingen als Treffpunkt entschieden.

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Zum Glück hat sich bis heute nichts an dem Zugang zur Villa geändert: Der kleine Spaziergang vom Parkplatz zum Eingang stimmt einen schon richtig auf die kommenden Genüsse ein; beleuchtet von klug platzierten Lampen und leicht wabernden Fackeln zieht sich der Weg den Hang hinauf zu der voll angestrahlten Villa.

In diesem Jahr wurden wir mit dem schönen Raum gleich rechts vom Eingang beglückt. Hier kann man zu acht wunderbar an einem runden Tisch sitzen, man kann sich unterhalten und lachen, ohne andere Gäste allzu sehr beim Essen zu stören.

Als Aperitif gab es einen Hauscocktail von der Quittenessenz mit Ingwer in Rieslingsekt. Sehr angenehm, nicht zu süß, gut geeignet, den Gaumen auf die kommenden Genüsse einzustimmen. Die auch gleich mit dem ersten Amuse Bouche kamen: Marinierte Sardellen mit Cassis-Gelee, Trüffel vom Trüffel und Geflügelleber-Lollypops (das Wort muss man mal nach dem Essen aussprechen…).

Bei der Größe unserer Gruppe war es klar, dass wir wieder die gesamte Speisekarte durchprobieren werden. Nur bei den Vorspeisen hielten wir uns an das gewohnte und beliebte: Auf der einen Seite die gebratene Gänsestopfleber auf Selleriepüree mit Moccajus und Maronen, begleitet vom Berberitzen-Brioche, zum Anderen die Variation von der Gänseleber (gebraten mit süßem Kompott, Terrine, ein Gelee-Törtchen, eine wunderbar schmelzige Praline, die Essenz von der Gans und eine Creme brûlée). Ebenfalls nicht zu verachten war der gebeizte Stör.

Begleitet wurde das durch den 2006er Weißburgunder und Chardonnay vom Weingut Karl Johner in Vogtsburg. Auch wenn Patrick Johner selbst als Trinkreife 2008 bis 2011 angibt: Dieser Wein ist eindeutig jetzt schon ein Genuss!

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Im Hausmenü verbarg sich als Zwischengericht ein Pot au Feu vom Hummer mit dicken Bohnen. Zum Glück kann man hier auch Teile herausschneiden und in die eigene Speisenfolge einpassen. Dieser Hummer war so, wie er sein soll: Reduziert auf das Wesentliche, von der Suppe und den Bohnen geschmacklich fein unterstützt.

Man merkt genau, dass Thomas Balensiefer, der Herr über die Küche, seine letzte Station am Meer gehabt hat: So viel Fisch wie jetzt gab es früher nicht. Wir entschieden uns für Seeteufel, St. Pierre und Rheinzander. Alle Gerichte waren wunderbar komponiert, sie waren “rund”. Die Fleischgerichte - Karree und Filet vom irischen Lamm auf rahmiger Polenta mit Soissons-Bohnen sowie Soufflierter Hirschkalbsrücken mit Maronenkruste - waren auf den Punkt gekocht, die Beilagen harmonierten wunderbar, kurz: es war ein Gedicht.

Hierzu hatten wir uns einen 2004er Spätburgunder Selection vom Weingut Franz Keller, ebenfalls aus Vogtsburg.

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Als Nachspeise wählten wir neben diversen Parfaits und Sorbets ein “Pralinenparfait auf Ananascapaccio und Blutorangenfilets”. Hier passte alles: Das feine Spiel von Süße und Säure, die farbliche Komposition auf dem Teller und natürlich auch die Temperatur.

Nach dem Kaffee beendeten wir den Abend, der uns allen rundherum gefallen hat.

Unser Tisch wurde gestern durch den Sommelier, Herrn Dominick Trick betreut. Er und die gesamte Mannschaft haben uns unauffällig, aber immer präsent alle ausgesprochenen und nicht ausgesprochenen Wünsche prompt erfüllt. Hier muss ein extra Lob ausgesprochen werden.

Noch eine Anmerkung am Rande: Baden-Württemberg ist ja Vorreiter des Nichtraucher-Schutzes, was mich als ehemaligen Raucher wirklich freut. Viele Restaurants sind inzwischen dazu übergegangen, vor oder neben dem Gebäude ein “Raucherzelt” aufzustellen, in dem entsprechend geraucht werden kann. Zum Glück geht die Villa Hammerschmiede diesen Weg nicht mit. Hier ist die Bar als Rückzugsgefilde für die leidenden Raucher deklariert worden, und zur Störung durch das Verlassen des Raums kommt nicht auch noch die Prozedur des An- und wieder Ausziehens dazu. Mir gefällt diese Regelung.

Name Villa Hammerschiede
Angebot Feinschmecker
Adresse Hauptstraße 162
Ort Pfinztal-Söllingen
PLZ 76427
Land Deutschland
Telefon +49 7240 6010
Telefax  
Email info@villa-hammerschmiede.de
Homepage http://www.villa-hammerschmiede.de
Öffnungszeiten Täglich 12:00-14:00 und 18:30-21:00

Heut geht’s mir gut! 8)

Mark’s - München

Gestern hatte ich die Gelegenheit, mit einem Verleger in München in ein Restaurant seiner Wahl zu gehen. Er entschied sich für das “Mark’s” im Mandarin Oriental in München. Ein guter Griff. Ohne etwas vorwegnehmen zu wollen. ;-)
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Wir begannen unseren Abend mit einem entspannenden Aperitiv in der lauschigen, plüschigen Lounge des Hotels. Sie ist genau so, wie man sich eine gemütliche Bar vorstellt: Im Hintergrund leise Klaviermusik, die Bedienung hält sich dezent zurück, steht aber sofort zur Verfügung, wenn man Wünsche hat, und die Bar ist gut bestückt. Was mich dazu verleitet hat, einen wohl temperierten weißen Port zu mir zu nehmen. Dass zu den Getränken neben den üblichen Nüssen auch Canapés gereicht werden, zeigt die Qualität der Lokation. Eine angenehme Methode, die Probleme des Tages zu vergessen.

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Nachdem unsere Abendgesellschaft vollzählig war, begaben wir uns in den Speisesaal. Eine herrschaftliche Freitreppe führt in einem Bogen in das galerieartige Obergeschoss, in dem sich das Restaurant befindet.

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Da wir ja den Aperitiv schon in der Bar zu uns genommen hatten bestand der Begrüßungstrunk im Restaurant aus einem wohltemperierten Wasser (wenigstens ist man im Mark’s noch nicht auf die Idee gekommen, sich einen Wassersommelier zuzulegen. Hier bekommt man noch ganz normales San Pelegrino). Jetzt begann die Qual der Wahl. Selbst wenn die Speisekarte sehr übersichtlich ist, lädt doch jede einzelne Speise dazu ein, sie zu essen. So konnte ich mich erst nach längerem Denken und Reden zwischen dem Kalbsbries und der Variation vom Hummer für eben diese Variation entscheiden. Dabei hat die sehr kompetente, nette Bedienung (namens Susi, wie ich später erfahren durfte) geholfen, indem sie die Speisen so beschrieb, dass keine Wahl mehr übrig blieb.

Keine Wahl hatte ich auch bei den Weinen, auch wenn die Karte rund 400 unterschiedliche Weine zur Verfügung stellt: In Anbetracht der gewählten Speisen blieb (wieder einmal) nur der “Chardonnay und Weißburgunder” von Knipser übrig. In diesem Fall war es ein 2005er, und der zeigte sich frisch, jung, aber trotzdem so kräftig, dass er problemlos auch die sonst als Weinbegleiter etwas problematische Hummervariation begleiten konnte.

Meine Begleiter schlossen sich meiner Wahl an. Es hat sich gelohnt. Jede einzelne der fünf Variationen hatte ihre eigene Note, eine eigene Textur und natürlich einen eigenen Geschmack, und trotzdem dominierte über allem der feine Hummergeschmack. Große Kunst, groß dargebracht.

Als zweiten Gang wählte ich dann eine klare Tomatenessenz von Olivetti-Tomaten aus. Ob man das wohl auch auswählen kann, wenn man mit IBM oder Adler in das Restaurant geht? ;-) Wunderbar abgeschmeckt, mit drei Ravioli (Tomaten, Frischkäse und Kräuterfarce) als Einlage, genau das Richtige, um eine Trennung zwischen Vorspeise und Hauptgericht darzustellen.

Tja, die Hauptspeise. Wie soll ich sie beschreiben? Prinzipiell war es ein ganz einfaches Kalbsfilet, aber dieses wurde begleitet von einem Stück ganz kurz angebratener Gänsestopfleber… hmmmmm! Das muss genügen…

Leider waren die drei Gänge so groß geraten, dass wir die Nachspeise ausfallen lassen mussten. Auch wenn alles noch so verführerisch geklungen hat, es ging einfach nichts mehr. Was aber noch ging war ein Süßwein. Dass wir dabei mit Susi für einen der Teilnehmer eine Charade erster Klasse aufführten, setzte dem Abend die Krone auf. Meine Wahl fiel auf einen Yalumba Semillon (ich glaube, es war ein Noble Pick Botrytis, bin mir aber nicht 100%ig sicher). Dieser Wein war genau der richtige Abschluss für einen gelungenen Abend. So kann man sich Geschäftsessen gefallen lassen ;-)

Name Mark’s im Mandarin Oriental
Angebot Feinschmecker
Adresse Neuturmstraße 1
Ort München
PLZ 80331
Land Deutschland
Telefon +49 89 290 980
Telefax +49 89 222 539
Reservierung +49 89 29098 875
Homepage http://www.mandarinoriental.com/munich
Öffnungszeiten täglich geöffnet von 12:00-14:00 Uhr
und 19:00 bis 23:00 Uhr

Heut geht’s mir gut! 8)

Victor’s Residenz-Hotel - Erfurt

Wow!

Ich kenne zwar Victor’s in Perl, mit dem Casino und dem grandiosen “Schloss Berg“, in dem Christian Bau seine sterneprämierte Küche kredenzt, ich bin aber in meinen Erwartungen sicher nicht von etwas Vergleichbarem ausgegangen, als ich zu einer Veranstaltung nach Erfurt musste und dort in Victor’s Residenz einquartiert wurde.

Ansicht Victor's Residenz, Erfurt
Der Empfang - und diese Rezeption kann nur als Empfang bezeichnet werden - übertrifft alles andere, was ich in den letzten Jahren in Business-Hotels erfahren konnte oder musste. Sehr freundlich, aufgeschlossen, fast herzlich wird man begrüßt, beinahe entschuldigend wird man gebeten, die Heimatadresse in die Anmeldung einzutragen, und dann bekommt man vor dem Zimmerschlüssel erst einmal ein Kärtchen in die Hand gedrückt, auf dem die Zimmernummer und der Name vermerkt sind. Dieses Kärtchen ist nicht nur der Ausweis im Hotel, es dient auch in ganz Erfurt als Karte für den ÖPNV. Das hat mir Respekt eingeflößt, denn Hotels dieser Qualität bieten so profane Dinge wie eine Straßenbahnkarte normalerweise nicht als Incentive an.Nach der Karte bekommt man dann - nein, immer noch nicht den Schlüssel, sondern ein Glas Sandemanns medium Sherry. So kann der Abend gemütlich eingeläutet werden!
Sandemanns medium dry
Vorbei an der Lobby und dem Restaurant führt der Weg zu meinem Zimmer. Doch was heißt hier Zimmer? Als Einzelzimmer gebucht, entpuppt es sich als hervorragend ausgestattetes, geräumiges Studio mit Sitzecke, Schreibtisch, Kingsize-Bett und einem Bad, in dem man sich auch zu Zweit nicht in den Weg kommt.

Da ich morgens gleich weiter musste, hatte ich leider keine Gelegenheit, das Frühstück auszukosten, ich habe mir aber sagen lassen, dass es jeden einzelnen Cent seiner 13 Euro Wert ist.

Fazit: Da ich sowieso in nächster Zeit einmal ein Wochenende in Erfurt verbringen möchte, werde ich dies sicher mit einem Aufenthalt in diesem Hotel kombinieren.

First Class Lufthansa

Wahnsinn. Da hat man mal die Gelegenheit, in der Business-Class der Lufthansa zu fliegen, und dann wird einem wegen einer nicht ausgelasteten Maschine angeboten, gegen Einwurf kleiner (und ich meine wirklich kleiner!) Meilen in die First upzugraden (ich musste dieses Wort verwenden, auch wenn mich alle Mitarbeiter bei xipolis dafür hassen werden). Was ich natürlich sofort ausgenutzt habe. Im Jumbo, oberes Stockwerk, vier Reihen á vier Plätze, vier Bedienungen, wie der Name schon sagt: Erstklassig.

Begrüßt wird man mit einer Rose, die in einer kleinen Vase steckt, und diese Vase passt in ein entsprechendes Loch im Sitz. Ach was, Sitz. Im Sessel, der edle Ausmaße hat. In der von mir geflogenen Version konnte man sich komplett flach legen. Waagerecht sozusagen. Ohne jemanden um sich herum zu stören. Der “normale” Sitzabstand in der ersten Klasse beträgt geschätzte zwei Meter. Und wenn man dann in der dritten Reihe, also beim Notausstieg sitzt, dann hat man drei Meter Abstand… Was gehört sonst dazu? Natürlich Socken für die Reise (und ich hatte extra meine Bequemschuhe von Toads mitgebracht), ein Sweatshirt (falls man keinen eigenen Pulli dabei hat), einen Kulturbeutel (heute besonders wichtig, da man ja den Eigenen wegen der neuen Bestimmungen über Flüssigkeiten nicht mehr mit an Bord nehmen darf) und dann viel, fast ungeteilte Aufmerksamkeit der Crew. Ja, der Crew, denn die Begrüßung mit Handschlag erfolgte durch den Flugkapitän. Und die Information über das weitere Vorgehen wegen der durch das Catering entstandenen Verspätung ebenfalls.

Und dann sitzt man da, lässt es sich gutgehen, und überlegt sich, was man mit der Zeit anfangen soll, die da vor einem liegt. Aber sehr schnell wird einem bewusst, dass man sich diese Frage nicht stellen muss: Jetzt bekommt man nämlich - nach einem heißen Erfrischungstuch - die Speise- und Weinkarte in die Hand gedrückt. Okay, ihr habt mich überredet, ich werde erzählen, was es da so an bukolischen Genüssen gibt: Das Menü wurde gestaltet von Andreas Krolik, Chefkoch des Brenner’s in Baden- Baden. Die Speisefolge sieht wie folgt aus:

Hors d’oeuvre vom Servierwagen

  • Kaviar mit den traditionellen Beilagen
  • Seezungen-Hummerröllchen und Orangen- Chicoree-Salat mit Kerbel, dazu Soße von Safran und Limone
  • Wachtelterrine mit Apfel-Selleriesalat und Feigen-Walnuss-chutney
  • Gebeizter roter Thunfisch und Pata Negra Schinken zu Tomaten- Erdbeer-Relish
  • Sellerie-Steinpilz-Törtchen mit Parmesan und Balsamico- Haselnussölmarinade
  • Basilikumpesto

Suppe

  • Rinderbrühe mit Flädle oder

Salat

  • Frische Blattsalate mit Salatgurken, Paprika, Champignons und Schnittlauch, begleitet von Bärlauchdressing
  • Brot, Brötchen, Toast und Butter (frisch gebacken!)

Hauptspeisen

  • Frischer Stangenspargel, verfeinert mit Sauce Hollandaise, dazu neue Kartoffeln und eine Auswahl an Schinken
  • Seeteufel in Olivenkruste, Fenchelsauce, Zitronenrisotto und grüne Bohnenkerne
  • Frikasse vom Kalb mit Liebstöckel, Kapern und Steinchampignons auf Perlgraupen
  • Gebratene Perlhuhnbrust mit Morchel- Madeirasauce , Selleriemousseline und karamellisierten Äpfeln

Käse und Dessert

  • Internationale Käsesorten (Bavaria blu, Crottin de Chavignol, Comté, Le Coutances und Pont l’Évêque), garniert mit Weintrauben und Walnüssen
  • Milchschokoladentörtchen mit Limone und Erdbeeren
  • Sorbet und Süppchen von der Kokosnuss mit Ananas
  • Edelsüße Weinspezialitäten

Natürlich geht das Ganze nicht ohne die passenden Weine ab. Wie in den letzten Jahren üblich hat Marcus Del Monego die Auswahl getroffen. Durch die veränderten Druckverhältnisse und die leicht andere Zusammensetzung der Atemluft ist natürlich auch das Geschmacksempfinden verändert, entsprechend muss man auch andere Weine auswählen. Weine, die einem am Boden nicht schmecken oder die überhaupt nicht zu einer Speise passen, zeigen sich hier oben als raffinierter Begleiter mit geradezu subtilen Noten. Schauen wir doch einmal, was da auf der Weinkarte steht:

Champagner

  • “D” de Devaux Brut, Champagne Veuve Devaux, Frankreich
    (irgendwie kommt es mir so vor, als wäre es für einen Winzer in der Champagne nicht allzu förderlich, zu heiraten, wenn man sich ansieht, wie viele große Champagnerhäuser die Bezeichnung “Witwe” im Namen tragen…)
  • “Rare”, Champagne Piper-Heidsieck, Frankreich

Weinempfehlung

  • 2002 Maipo Valley Syrah, Cabernet-Sauvignon “Edición Limitada”, Vina Morandé, Chile

Weißwein

  • 2006 Offsteiner Engelsberg Riesling Spätlese trocken, Weingut Matthias Keth, Rheinhessen (?), Deutschland
  • 2005 Mersault A.C., Roux Père & Fils, Frankreich
  • 2005 “Weße Reben” Spätlese trocken, Weingut Bercher, Kaiserstuhl, Deutschland

Rotwein

  • 2001 Chateau Pédesclaux, Cru Classé, Pauillac, Frankreich
  • 2001 Indian Wells, Columbia Valley Merlot, Château Ste Michelle, USA

Dessertwein

  • 2005 Huxelrebe Beerenauslese, Weingut Schweickardt, Rheinhessen, Deutschland

Grappa

  • Grappa Nonino di Moscato
  • Grappa Nonino Cuvée

Spirituosen

  • Und dann natürlich noch die übliche, hervorragende Auswahl an internationalen Spirituosen.

Ich könnte noch viel erzählen über diesen Flug, ich werde mich aber auf mein Fazit beschränken: Jederzeit wieder. Mal sehen, wann ich die notwendigen Meilen zusammen habe…

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