Archiv der Kategorie Kochen / Essen

Fagiolini alla genovese - Grüne Bohnen in Sardellensauce

Beilagen waren mir bisher im Allgemeinen egal, ich habe halt welche dazu gemacht, aber mein Hauptaugenmerk war nicht darauf gerichtet. Wenn man jedoch ein Essen für 20 Personen ausrichten muss, dann kommen auch solche Dinge in den Fokus. Neben den getrüffelten Egerlingen habe ich mir als zweite Beilage die genoveser Bohnen herausgesucht, deren adaptiertes Rezept ich hier zum Besten geben möchte.

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Folgende Zutaten habe ich für das Rezept verwendet:

600 g grüne Bohnen (je jünger, desto besser!)
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie
4 Sardellenfilets
3 EL Olivenöl
3 EL Butter
. Salz
. Pfeffer

.
Die Bohnen werden gewaschen und geputzt und in kochendem Salzwasser in ca. 10 Minuten al dente gekocht. In kalten Wasser abschrecken.

Die Knoblauchzehen werden geschält und kleingehackt, Zwiebeln, Petersilie und Sardellenfilets ebenso. Die Filets werden mit dem Knoblauch zu einer Paste verrieben.

In einer Kasserolle wird das Olivenöl mit der Butter leicht erhitzt, die Zwiebeln sowie die Knoblauch-Sardellenpaste hinein gegeben und unter Rühren glasig angeschwitzt. Die Bohnen werden zusammen mit der Petersilie in die Kasserolle gegeben und bei schwacher Hitze fertig gegart. Anschließend werden sie mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und warm als Beilage oder lauwarm als Vorspeise serviert.

Guten Appetit!

Heut geht’s mir gut! 8)

Prataioli trifolati - “getrüffelte” Champignons

Auf der Suche nach einer etwas anderen Gemüsebeilage bin ich in einem älteren italienischen Rezeptbuch auf das folgende, sehr einfache Rezept gestoßen, das ich den heutigen Gewohnheiten angepasst und damit etwas modernisiert habe.

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Die folgenden Zutaten werden benötigt:

800 g Egerlinge (man kann auch Steinpilze nehmen…)
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie
5 EL Olivenöl
. Salz
. Pfeffer

Die Pilze werden gewaschen und geputzt und in mittelgroße Stücke geschnitten, Zwiebel, Knoblauch und Petersilie werden fein gehackt.

In einer größeren Pfanne oder Kasserolle werden Zwiebel und Knoblauch in dem Öl glasig angeschwitzt, dann wird die Hitze aufgedreht und die Pilze hinein gegeben. Unter Rühren werden sie so lange gebraten, bis die anfallende Flüssigkeit verdampft ist und die Pilze gar sind. In die Pilze wird ein Großteil der Petersilie eingerührt und kurz mitgedünstet. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Vor dem Servieren wird der Rest der Petersilie über die Pilze gegeben. Sie können sowohl kalt als Vorspeise als auch warm als Beilage zu beispielsweise Grillfleisch gegeben werden.

Guten Appetit!

Heut geht’s mir gut! 8)

Zwiebelmarmelade

Was gibt es langweiligeres als immer nur Ketchup (so lange er nicht selbstgemacht ist), 57-Sauce oder Grillsauce zum gegrillten oder gebratenen Fleisch. Vor einigen Jahren bin ich dann in Belgien an einer Autobahnraststätte durch eine Beilage überrascht worden, wie ich sie vorher noch nie bekommen hatte: Eine Zwiebelmarmelade. Das war endlich einmal etwas Anderes. Daraufhin habe ich dann alles durchstöbert, was ich an Rezepten in dieser Richtung finden konnte, ich habe aber nicht den richtigen Geschmack gefunden. Also musste ich halt doch selbst Hand anlegen und ein Rezept kreieren, das dem damaligen Geschmack nahe kam.

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Die Zutaten:

1000 g rote Zwiebeln
200g Butter
5 EL Honig
200g Zucker
250 ml Rotweinessig
250 ml Rotwein
50 ml Grenadine
. Salz
. Pfeffer

Die Zwiebeln grob würfeln (falls man es etwas sämiger haben möchte, kann man sie auch kleinschneiden), den Zucker mit der Butter und dem Honig aufsetzen und leicht anschwitzen, anschließend die Zwiebeln zugeben und bei kleiner Hitze und geschlossenem Deckel 60 Minuten köcheln lassen. Die Zwiebeln sollten jetzt weich sein.

Essig, Rotwein und Grenadine zugeben und eine weitere Stunden köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und noch heiß in Gläser abfüllen. Diese Marmelade kann kalt oder aufgewärmt zu Grillfleisch gegessen werden. Genau so gut passt sie aber auch zu einem Brie auf Baguette.

Guten Appetit!

Heut geht’s mir gut! 8)

DAS Kartoffel-Püree

Kartoffelpüree ist eine Spezialität. Zumindest, wenn es gut gemacht ist. Aber dazu braucht es Einiges, denn oft ist es schmierig oder versalzen, oder es ist zu stückig. Und manchmal ist es zu glatt. Nur ganz selten aber ist es genau so, wie man es sich in den kühnsten Träumen vorstellt: Nicht ganz glatt, deutlich nach Kartoffeln und Butter schmeckend, und trotzdem leicht und fluffig. Ich habe lange Zeit versucht und gesucht und probiert bis ich mein Rezept so hatte, dass ich eindeutig sagen kann: So soll es sein!

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Zuerst einmal kommt das Wichtigste: Die Zutaten!

500 g mehlig kochende Kartoffeln
ca. 100ml Milch
1 Knoblauchzehe
50g Creme fraiche
50g Butter
. Muskatnuss
. Salz
. Pfeffer
. Schnittlauch

Die Kartoffeln werden geschält, in gleich große Würfel geschnitten, gewaschen und mit kaltem Salzwasser aufgesetzt. JETZT!!! kommt einer der wichtigsten Punkte in der Zubereitung: Man muss unbedingt darauf achten, dass das Wasser nicht mehr als 70° bekommt, denn sonst brechen die Stärkemoleküle der Kartoffel auf und das Püree wird schmierig. Also unbedingt die Temperatur genau kontrollieren, am einfachsten geht das mit Hilfe eines Kernthermometers für Fleisch. In rund 20 Minuten sollten die Kartoffeln gar sein, wenn das der Fall ist, werden sie abgegossen und dürfen - am Besten im Kochtopf - einige Zeit ausdampfen.

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Jetzt kommt der zweite Punkt: Um die richtige Konsistenz hinzubekommen - nicht zu glatt, aber auch nicht zu stückig - drücke ich die gekochten Kartoffeln durch den Spätzleschwob in eine Schüssel. Es geht natürlich auch jede andere Presse, mit dieser speziellen habe ich aber die besten Ergebnisse erzielt. In die durchgepressten Kartoffeln kommen die Butter sowie die Creme fraiche und etwas frisch geriebene Muskatnuss. Alles wird gut durchgemischt und, sollte die Konsistenz nicht stimmen, mit der nötigen Menge Milch glatt gerührt. Nach Gusto mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit Schnittlauch garnieren und servieren.Wer will kann diesen Kartoffelbrei mit glasig gedünstetem Knoblauch oder gebratenem und klein zerbröseltem Bacon (Frühstücksspeck) aufhübschen. Das muss nicht sein, bringt aber für Speisen, denen ansonsten der Kick fehlt, das gewisse Extra.

Ein so zubereitetes Püree kann auch problemlos im Backofen wieder auf Temperatur gebracht werden, ohne dass die Konsistenz darunter leidet. Allerdings darf auch dabei die Temperatur nicht über 70° steigen. Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass nach dem Essen noch etwas übrig sein sollte, kann man aus dem Pü am nächsten Tag auch Plätzchen formen und diese in Butter goldbraun gebraten als Vorspeise oder Beilage genießen.

Das klingt doch alles ganz einfach, und doch bekommen es so viele Leute nicht hin… mich bisher eingeschlossen. Aber so ist es einfach DAS Kartoffelpüree.

Guten Appetit!

Heut geht’s mir gut!

Selbstgemachter Tomaten-Ketchup

Als Blogger schreibe ich nicht nur, ich lese auch in verschiedenen anderen Blogs mit, was es da so Schönes zu entdecken gibt. Vor Kurzem bin ich mit Hilfe der bloggerei auf dem wunderbar gemachten Blog von Dirk Zehrt gelandet: “Gourmet-Blog.de“. Und weil ich ja für mein “Fourth of July”-Dinner auch Saucen brauchte, und es keine amerikanischere Sauce als Ketchup gibt, habe ich mir das dort veröffentlichte Rezept geschnappt, es ein wenig abgeändert und gleich eine größere Menge davon produziert.

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Zuerst einmal vielen Dank an Dirk für die Freigabe von Rezept und Bild.

Folgende Zutaten habe ich für das Rezept verwendet:

1000 g Fleischtomaten
4 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
3 Gewürznelken
3 Pimentperlen
2 rote Paprika
3 Lorbeerblätter
20 g frischen Ingwer gerieben
6 EL Rotweinessig
6 EL alten Balsamico
6 EL braunen Zucker (bei mir waren es 36 Zuckerwürfel)
. einen SEEEEHR guten Schuss Portwein
3 EL Tomatenmark (natürlich ungewürzt!)
1 Packung Alginat
. Olivenöl
. Salz
. Pfeffer

Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und fein hacken. Die  Paprika waschen, entkernen und würfeln. Die Tomaten ebenso waschen und putzen, grob Würfeln. Den Ingwer reiben, die Pimentperlen mörsern.

Die Zwiebeln und den Knoblauch glasig dünsten. Die Paprika zugeben und etwa fünf Minuten mit dünsten lassen. Tomaten, Lorbeerblätter, Ingwer, Gewürznelken und den Piment hinzugeben und ca. 50 Minuten köcheln. Alles durch ein feines Sieb geben, Essig, Zucker, Balsamico und Portwein hinzufügen und noch 20 Minuten bei kleiner Hitze einköcheln lassen. Sollten die Tomaten nicht hinreichend Geschmack mitbringen, kann man in der zweiten Kochrunde mit etwas Tomatenmark nachhelfen. Und sollte die Konsistenz auch nach dem Reduzieren nicht stimmen, kann man Alginat verwenden - ich habe für die 1,5l Ketchup ein Päckchen verwendet, das reicht normalerweise für 500ml.

Der Portwein in dem Ketchup hatte zur Folge, dass ich mir seit dem Kochen jeden Tag ein Gläschen Port gönne: Ich hatte nur einen Niepoort von 1992 im Keller, und den kann man ja schließlich nicht lange stehen lassen. ;-)

Dieser Ketchup ist hervorragend bei den Gästen angekommen, und die “Auftraggeberin” des Essens hat die überzähligen Flaschen kurzerhand behalten. :lol:

Insofern kann ich das Kompliment für den wohlschmeckenden Ketchup, der aus diesem Rezept entstanden ist, direkt an Dirk weitergeben.

Heut geht’s mir gut! 8)

Marinade für Niedertemperatur-Braten

Seit einigen Jahren praktiziere ich mit Vorliebe das Niedertemperatur-Garen. Hierbei wird mit Temperaturen agiert, bei denen das Fleisch keinem Hitze-Stress ausgesetzt wird. Wichtig ist dabei, dass das Gargut lange abgehangen ist (also bitte rechtzeitig vorbestellen!), dass es möglichst gut von Fettadern durchzogen ist und dass es schon einige Tage vor dem Garen zur Verfügung steht. Denn das Fleisch will vorbereitet sein, man muss die Enzyme losschicken, die es bekömmlich, schmackhaft und vor allem zart machen.

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Was auch wichtig ist ist die Größe des Stücks. Es ist zwecklos, für 200 oder 300 Gramm die ganze Prozedur zu durchlaufen, es macht erst Sinn, wenn man mit 1-2 kg anfängt. Lieber gare ich etwas mehr und friere den Rest ein, als dass ich mir die Mühe mit einer zu geringen Menge mache, bei der das Ergebnis dann nicht schmeckt.

Was ich persönlich bevorzuge, ist ein Stück Fleisch, das noch am Knochen ist. Also zum Beispiel eine Hochrippe vom möglichst jungen Rind. Dann verlängert sich zwar die Garzeit, das Fleisch gart aber noch gleichmäßiger und nimmt meiner Ansicht nach auch noch etwas Geschmack auf (aber das kann auch Einbildung sein).

Zwei bis drei Tage vor dem Essen mariniere ich mein Fleisch, und die Zutaten für diese Marinade möchte ich hier zum Besten geben:

Zutaten für ein Stück von 5-6 kg:

3 EL Senf
2 TL Tabasco
1 TL scharze Pfefferkörner
1 TL Senfkörner
1 TL Thymian
1 TL Majoran
1 TL Rosmarin
2 TL Koriander gemahlen (oder 5 Korianderperlen)
6 Pimentperlen
1/2 TL Kreuzkümmel
1 TL Curry
1 TL  Thai Harissa (ein scharfer Curry)
2 EL Worcester-Sauce
1 EL Balsamico
Olivenöl ad libitum

Die festen Zutaten werden mit etwas Olivenöl in einen Mörser gegeben und fein zerrieben. Anschließend werden die restlichen Zutaten bis auf das Olivenöl zugegeben und eine Paste bereitet. Wenn diese fertig ist, wird unter ständigem Rühren ungefähr bis zum Verhältnis 1:1 mit Olivenöl aufgefüllt.  Diese Marinade ist, in Gläser abgefüllt, einige Monate im Kühlschrank haltbar.

Und wie kommt jetzt die Marinade an das Fleisch? Am Einfachsten ist es, wenn man das gewaschene und abgetupfte Fleisch in eine Plastiktüten packt und die Marinade mit hineinkippt. Dann kann man alles gut durchwalken, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. So behandelt kann das Gargut noch gut und gerne drei bis vier Tage im Kühlschrank verbringen, bevor es dann herausgeholt und über Nacht auf Raumtemperatur gebracht wird. Im Laufe des Morgens wird es dann in den kalten Backofen gestellt und dieser auf 80 Grad erhitzt (man sollte seinen Backofen kennen oder ein Kernthermometer sein eigen nennen, der auch die Backofeninnentemperatur messen kann). Bei dieser Temperatur verbrennt die Marinade nicht, das Fleisch wird gaaanz langsam gegart und erleidet, da die Temperaturdifferenz zur Raumtemperatur nicht so groß ist, auch keinen allzu großen Stress. Fertig gegart ist das Fleisch, wenn es eine Kerntemperatur von rund 55° C erreicht hat (wer es mehr rosa mag, sollte bis auf 60C gehen - was durch das Anbraten auch erreicht werden kann!). Für den Geschmack wird es jetzt noch auf einem offenen Grill oder in einen Pfanne bei nicht allzu hohen Temperaturen angebraten, um etwas Röstaromen zu erhalten. Anschließend lässt man es im Backofen, den man auf 60°C reduziert hat, einige Zeit ruhen. Dort kann es auch darauf warten, serviert zu werden, und es nimmt es nicht krumm, wenn diese Zeit etwas länger wird.

Guten Appetit!

Heut geht’s mir gut! 8)

Ein einfaches Paprika-Risotto

Gestern Abend stand ich vor der täglichen Frage: Was kann ich spät abends aus den wenigen Zutaten zubereiten, die sich in meinem Kühlschrank finden? Klar, Reis, Nudeln, die üblichen Grundzutaten sind immer vorhanden, genauso auch Milchprodukte, Parmesan und selbstgemachtes Pesto.

Ein Blick sagte mir, dass an Gemüse gerade noch zwei rote Paprika da waren, alles andere war aus. Okay, ich hätte mich auch ins Auto setzen und zu Rewe fahren können (die haben bei uns nämlich werktäglich bis 22:00 Uhr geöffnet!), aber dazu war ich zu träge.

Also suchte ich mir alles Notwendige zusammen und begann mit einem Paprika-Risotto:

Zutaten:

2 rote Paprika
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
0,5 l Gemüsebrühe (am Vortag zubereitet)
1 Tasse Arborio-Reis (das langt für zwei Personen und nimmt 1/2l Flüssigkeit auf)
200ml Weißwein (in diesem Fall “ZehnKommaFünf”, ein Riesling Kabinett trocken vom Weingut Mesel in Bad Dürkheim, der die Bezeichnung “Kabinett” zu Recht trägt und auch gut zu dem Risotto passt)
50g Parmesan am Stück
1 Stück Butter
etwas Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL selbstgemachtes Pesto
Saft 1/2 Zitrone

Zubereitung

Nachdem ich mit anderen Gemüsesorten schon gute Erfahrungen gemacht hatte, wollte ich dieses Mal den Versuch wagen, das Risotto mit einem Paprika-Püree zuzubereiten. Dazu werden 1,5  Paprika gewaschen und geputzt, in grobe Würfel geschnitten und kurz in Olivenöl angeschwitzt. Dies wird mit dem Gemüsefond aufgefüllt und 30 Minuten auf kleiner Flamme weichgekocht. Anschließend wird es püriert und durch ein Sieb gestrichen - ich will ja sicher sein, dass sich keine Paprikahaut in dem Risotto findet. Dieser Paprikafond wird auf Temperatur gehalten.

Jetzt geht die normale Prozedur los, die für ein Risotto notwendig ist: Die restliche halbe Paprika wird in kleine Würfel geschnitten und zusammen mit der klein geschnittenen Zwiebel angeschwitzt, die ebenfalls klein geschnittene Knoblauchzehe und der Reis kommen nach kurzer Zeit dazu. Wenn der Reis glasig ist, wird das Ganze mit dem Wein abgelöscht. Sobald dieser eingekocht ist, wird unter ständigem Rühren schöpfkellenweise der Paprikafond zugegeben, so dass der Reis nie ganz trocken fällt, aber auch höchstens gerade eben mit Fond bedeckt ist.

Kurz vor Ende der Prozedur, wenn der Reis eben noch al dente ist und beginnt, den gewünschten Schmelz anzunehmen, werden der geriebene Parmesan, das Pesto, die Butter sowie ein Schuss des Zitronensafts dazu gegeben und gut untergehoben. Jetzt fehlt nur noch das Abschmecken: Sowohl der Fond als auch der Parmesan bringen Salz mit, hier sollte man bei der Zubereitung sehr zurückhaltend sein, um nicht am Ende etwas Versalzenes vor sich zu haben.

Garniert wird das Risotto mit einigen Tupfern des Pestos sowie einem Basilikumblatt, wer möchte kann auch noch ein oder zwei Parmesan-Späne dazu geben, das gibt dann die italienischen Farben Grün, Rot und Weiß.

Guten Appetit!

Noch eine Anmerkung am Rande: Es ist selbstverständlich, dass die Zutaten zum Kochen VOR der Zubereitung kleingeschnitten und bereitgestellt werden (”mise en place”). Gerade Risotto verzeiht es nicht, wenn man sich für einzelne Schritte zuviel Zeit lässt.

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Kunst, Chirashi Sushi zuzubereiten oder So Nicht, Herr Henssler!

Das beste Chirashi Sushi, das man in Deutschland bekommen konnte, wurde im Sushi Duke in München am Platzerl serviert. Dieses Lokal wurde jedoch leider durch eine Restaurant-Kette übernommen und kurz darauf geschlossen.

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Chirashi Sushi ist eigentlich eine recht einfache Form, Sushi zuzubereiten: Der gesäuerte Reis wird in eine Schüssel gefüllt, Gemüse, Pilze, Garnelen und Fisch werden darauf verteilt und serviert. Jetzt kann jeder für sich selbst in dieser Schüssel die Zutaten mischen, sie mit Sojasauce und/oder Wasabi würzen und essen. Ebenso kann man auch die Stückchen von der Oberfläche des Reis wie Sashimi essen und den Reis als Beilage ansehen.

Die Zubereitung von Chirashi Sushi kann aber auch eine Kunst sein. Nämlich dann, wenn sich der Sushi-Koch Gedanken macht über die Gewürze, mit denen der Reis versehen wird, die Form und Anordnung der Stücke auf dem Reis,die farbliche Zusammenstellung und natürlich das Gefäß, in dem es serviert wird. Bei Sushi Duke zum Beispiel war es eine große Platte, auf dem Reisbällchen verteilt waren. Diese waren mit kleingeschnittenen Noriblättern und verschiedenen Fischrogensorten verziert, und über das ganze wurden dann das Sashimi von vielfältigen verschiedenen Fischen verteilt.

Etwas  anders wird es im Sushisho in Frankfurt im Hotel Maritim kredenzt: Hier gibt es eine Schüssel mit gesäuertem Reis, auf dem Noristücke, Gewürze und Fischrogen verteilt sind, und eine zweite Schüssel, in dem Fisch und Gemüse appetitlich angerichtet sind.

Im Tokyo in Mannheim (L15,20) wird in einer Schüssel der Reis mit den Gewürzen und dem Rogen versehen, darauf werden dann Fisch und Gemüse angerichtet.

Was mir aber gestern  als Chirashi Sushi vorgesetzt wurde geht absolut nicht. Auf der einen Hälfte eines hantelförmigen Tellers fand sich eine kugelförmige Portion Standard-Reis, nicht gesäuert und auch nicht gewürzt, umgeben von fünf Stücken Lachs, sechs Stücken Thunfisch und ein paar Fetzen Wolfsbarsch (glaube ich, ich bin mir aber nicht sicher - zu schmecken war jedenfalls nichts). Auf der anderen Seite fand sich gemischtes Tempura, das komplett versalzen und zudem mit einer Mayonaise-Pampe überzogen war, die jeglichen Geschmack - bis auf das Salz - wirkungsvoll zu unterdrücken verstand. Man kann so etwas servieren, aber eines ist klar: Mit Chirashi Sushi hat das nicht, aber auch garnichts mehr zu tun.

Dabei hatte der Abend ganz nett angefangen: Ich hatte das Glück, den letzten freien Platz an der Bar zu bekommen, mit direktem Blick auf Herrn Henssler. Auch wenn ich einige Küchen aus dem internen Blickwinkel heraus kenne, ist es doch immer wieder interessant, die formellen und informellen Meldewege und die Beziehungen der Akteure untereinander zu beobachten.

Da mir das angebotene Menü nicht zusagte bestellte ich mir eine Misosuppe, einmal Edamame, eine Portion gemischtes Tempura sowie das oben beschriebene Chirashi Sushi. Als Getränk wählte ich mir den Riesling von Künstler sowie natürlich eine Karaffe Wasser.

Die Misosuppe war klasse: Genau richtig gewürzt, die Temperatur stimmte, die Menge Tofu und  Frühlingszwiebel war auch passend. Auch beim Edamame gab es nichts auszusetzen. Eine wirklich große Portion, auf den Punkt gegart und mit einer Spur Salz (Fleur de Sel?) überstäubt. Diese Portion begleitete mich den ganzen Abend über.

Das gemischte Tempura hatte eine prima Konsistenz, bissfest, auf den Punkt gegart, der Teig war nicht vordringend und die Menge stimmte auch. Stutzig machte mich allerdings die Auswahl an Saucen, die dazu gereicht wurden: Ein ingwerlastiges Mungo-Chutney, die oben schon erwähnte Mayonaise sowie eine wie auch immer gewürzte Soja-Sauce. Es fehlte die übliche Tentsuyu mit geriebenem Rettich, von der Tempura normalerweise begleitet wird.

Und dann kam das besagte Chirashi Sushi, das leider meine Stimmung komplett zum Kippen brachte. Sicher, in der Speisekarte steht “Sashimi und Tempura”, aber dass es sich als eine so unsägliche, lieblos angerichtete Geschichte entpuppt, hätte ich denn doch nicht erwartet. Nach dieser Erfahrung hat mich dann auch der Preis geärgert, der für den Riesling aufgerufen wurde.

Nach dieser Erfahrung bin ich froh, dass es letzte Woche nicht geklappt hat, als ich mit Kollegen vor der Frage stand, in welches Restaurant wir gehen sollen. Ich werde jedenfalls in Zukunft einen großen Bogen um Hennsler & Hennsler machen.

Name Henssler & Hennsler
Angebot Sushi et altera
Adresse Große Elbstraße 160
Ort Hamburg
PLZ 22767
Land Deutschland
Telefon +49 40 38 69 90 00
Telefax +49 40 38 69 90 55
Email info@hensslerhenssler.de
Homepage http://www.hensslerhenssler.de
Öffnungszeiten Montag bis Samtag
12:00 - 15:00 Uhr
18:00 - 23:30

Heut geht’s mir gut! 8)

Mercure Hamburg City

Es kommt bei meinen Reisen öfter mal vor, dass ich erst nach 21:00 Uhr irgendwo ankomme. Normalerweise gibt es dann kaum noch Restaurants, bei denen ich ohne Stress noch etwas zu essen bekomme, wobei ich hinzufügen muss, dass mich die Restaurants der Hotels selbst nur sehr selten zum Verweilen animieren. Wenn auch in der Umgebung nichts Vernünftiges mehr zur Verfügung steht greife ich auf etwas zurück, mit dessen Hilfe man die Küche eines Hotels weltweit testen kann, denn dieses Produkt wird ÜBERALL angeboten. Zumindest habe ich noch kein Hotel gefunden, in dem ich kein Club Sandwich über den Zimmerservice bestellen konnte.

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Eigentlich ist ein Club ein einfaches Gericht: Drei Toastbrote werden mit einer gebratenen, dünn geschnittenen Hühnerbrust (nach Gusto auch Truthahn oder Roastbeef), etwas Salat, einer Tomate, Bacon und Mayonaisse sowie einem Spiegelei (eventuell auf beiden Seiten gebraten) belegt. Das Ganze wird zweimal durchgeschnitten, die Türmchen mit Zahnstochern fixiert und dann auf einem Teller schön angerichtet. Begleitet wird das Sandwich normalerweise von Chips, allerdings werden diese in letzter Zeit immer öfter durch Pommes frites oder potato wedges ersetzt. Immer aber gibt es Ketchup und Mayonnaisse dazu.

mercure-hamburg-city.JPG

Vor Kurzem war ich in dem in der Überschrift erwähnten Mercure Hamburg City - das sich im Übrigen weder positiv noch negativ von den anderen Mercure-Hotels absetzt - zu Gast und verspürte nach meiner Ankunft gegen 22:00 Uhr Hunger. Also bestellte ich mir kurz entschlossen das besagte Club Sandwich. Nur wenig später bekam ich aus der Küche einen Rückruf, dass man leider kein Toastbrot mehr habe und daher das Sandwich mit Baguettebrot herstelle. Da ich nichts dagegen einzuwenden hatte ließ ich die Bestellung weiterlaufen. Kurz darauf klopfte es an der Türe, und vor der Tür stand eine junge Frau mit einem riesigen Tablett (es war fast einen Meter breit!), auf dem sich ein Teller mit dem Sandwich sowie meine Getränke verloren. Ich wollte mich natürlich sofort über das Sandwich hermachen, kam aber bei dem Anblick des Gerichts erst einmal ins Stocken: Auf dem Teller befanden sich zwei sieben Zentimeter lange Stücke eines dünnen Baguettes (es war fast schon ein Flute) sowie ein Spiegelei, das zwischen den Baguettes lag. Diese waren mit jeweils einem dicken Stückchen Hühnerbrust belegt, das innen noch leicht glasig war. Das ist doch genau das, was man will: Ein nicht durchgebratenes Stück Geflügel! Zusätzlich befand sich auf jedem der Stücke eine Scheibe Tomate sowie zwei gehackte Salatstücke. Neben der Hühnerbrust befand sich ein Klecks Mayonnaise, aber leider waren die Baguettes weder gesalzen noch gepfeffert. Genau so präsentierte sich auch das Spiegelei: Komplett nature, ohne Gewürze.

Und natürlich gab es KEINERLEI Beilagen dazu. Weder Chips noch Pommes noch Wedges oder gar die übliche Bahnschranke: Einfach Nichts.

Fazit: Man konnte es essen. Und mein grummelnder Magen wurde auch etwas besänftigt. Aber das war auf alle Fälle kein positives Bild, das die Küche des Mercure Hamburg City da von sich abgegeben hat. Ich werde zwar weiterhin zum Schlafen dorthin kommen, das Restaurant bzw. die Küche des Hotels werde ich aber meiden so weit es möglich ist.

Name Zimmerservice Mercure Hamburg City
Angebot Hotelessen ;-)
Adresse Amsinckstraße 53
Ort Hamburg
PLZ 20097
Land Deutschland
Telefon +49 40 23 63 80
Telefax +49 40 23 42 30
Email H1163@accor.com
Homepage http://www.mercure.com/gb/hotel-1163-mercure-hotel-hamburg-city/index.shtml
Öffnungszeiten Bis 22:30

Heut geht’s mir gut! 8)

PS: Der Spaß dieses Club Sandwiches zusammen mit einem Apfelschorle und einem Alsterwasser hat mich am Ende nur 17.90 Euro gekostet. Ist doch eigentlich ein Schnäppchen. Oder?

Ein sommerlicher Salat

Deutschland im Frühling, unter dem Eindruck eines extremen Hochs mit afrikanischem Einfluss. Eigentlich wollte ich ja was ganz anderes zum Abendessen machen, aber es ist einfach zu heiß. Also noch mal kurz in den Laden gegangen (zum Glück kann man ja bis 22:00 Uhr einkaufen!) und folgendes für einen erfrischenden Salat für zwei geholt:

1/2 Eisbergsalat
1 rote Paprika
1 Schalotte
1/2 Ananas
250 g Egerlinge, ersatzweise Champignons
8 Hummerkrabbenschwänze - King Prawns
2 EL Olivenöl
1 EL Butter
125 g Naturjoghurt
1 EL Honig
1 EL Schnittlauch, gehackt
2 EL Essig
4 EL Olivenöl
Pfeffer, Salz

.
Die Egerlinge werden in Scheiben geschnitten und in etwas Olivenöl gebraten, anschließend kalt gestellt. Die Hummerkrabbenschwänze werden von der Schale entfernt, geviertelt und in Olivenöl mit etwas Butter leicht angebraten. Wenn sie fertig, also gerade eben gar sind werden sie auf Küchenkrepp gegeben, um abzukühlen und etwas von dem Fett los zu werden.

Der Eisbergsalat wird geputzt und klein geschnitten, die Paprika grob gewürfelt. Die Ananas wird gabelgerecht gewürfelt und zu Salat und Paprika in die Schüssel gegeben. Aus Joghurt, Essig, Öl, Schalotte, Schnittlauch und Honig wird eine Salatsauce zubereitet und zu dem Salat gegeben. Dieser wird kaltgestellt. Das ist heute besonders wichtig…

Vor dem Servieren wird alles noch einmal gut durchgerührt und mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt. Bei uns gab es ein Fladenbrot dazu, das ist am besten geeignet, um auch die Sauce aufzutunken, die durch die Ananas den richtigen leichten Säuretouch bekommt.

Die andere Hälfte der Ananas kann anschließend - natürlich auch gekühlt! - als Nachspeise gegessen werden.

Guten Appetit.

Heut geht’s mir gut! 8)