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2.10.2008 von Hubs.
Vor einigen Jahren wurde in einem großen Unternehmen ein Seminar zur Selbstwertsteigerung für angehende Führungskräfte angeboten. Unter anderem sollten die Teilnehmer zu Beginn ihre Situation darstellen. Etwas später wurden sie dann aufgefordert darzustellen, wer für die jeweilige Situation verantwortlich ist. Und wieder später wurden diese Aussagen hinterfragt und genauer analysiert. Irgendwie kam schlussendlich jeder Teilnehmer dahinter, dass er an seiner jeweiligen Situation selbst Schuld ist. Der Erfolg des Seminars war dann, dass sich ein Drittel der Teilnehmer scheiden ließ und dass rund die Hälfte der Anwesenden ihren Job hinwarfen. Es versteht sich von selbst, dass diese Veranstaltung nicht wiederholt wurde.
Worauf will ich hinaus?
Manchmal muss man sich eine Auszeit gönnen. Eine Auszeit, in der man sich darüber klar wird, was man eigentlich will, welche Ziele man hat, welchen Einflüssen man ausgesetzt ist, was man vielleicht ändern möchte. Eine Steuerung von außen macht hier wenig Sinn, das MUSS von innen kommen. Und genau diese Auszeit habe ich mir gegönnt. Nein, ich werde mich nicht trennen. Nein, ich werde meinen Job nicht hinschmeißen. Aber ich setze Schwerpunkte, und ich habe damit schon begonnen. Insofern wird es in nächster Zeit vielleicht etwas weniger Artikel geben, weil mir die Stunde proTag zu wertvoll ist. Aber diese Artikel sind mir auch wichtig, sie werden also weitergehen.
Auch diese Entwicklung ist ein Baustein für meinMotto: Heut geht’s mir gut!
Hubs
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1.4.2008 von Hubs.
Mal ehrlich: Was sind schon 20 Prozent? Wenn man einem Politiker einer der beiden großen Parteien diese Zahl als Wahlergebnis nennt, dann versinkt er am liebsten im Boden. Na ja, bisher zumindest, seit Kurzem hat sich das ja geändert. Seit Hessen haben diese Parteien auch bei unterirdischen Wahlergebnissen auf voller Linie gewonnen. Für die Grünen, die Roten oder die Gelben aber sind 20% ein sagenhaftes Ergebnis, auf das jeder stolz wäre.
Wenn ein Fahrradfahrer auf einen Berg zufährt und dort ein Schild mit “20%” sieht, dann sucht er sich meist einen anderen Weg, denn eine Steigung von 20% ist fürchterlich. Ich selbst wohne am Ende einer drei Kilometer langen Straße mit 10% Steigung, und es gibt kaum jemanden, der die ganze Strecke hinauf fährt und nicht irgendwann absteigt und schiebt. Außer einem biederen Zahnarzt aus der Gegend.
Eine Gehaltserhöhung, also eine Steigerung um 20%, ist dafür etwas Wünschenswertes. In diesen Größenordnungen bewegen sich in den letzten Jahren allerdings nur diejenigen, die den Job wechseln oder die höher eingestuft werden.
Es gibt aber auch etwas unverständliche Regelungen: Eine Geschwindigkeitsüberschreitung um 20% in der Stadt wird geringer geahndet als eine solche auf der Autobahn. Obwohl sie doch in der Stadt viel gefährlicher ist. Aber dieses Delikt ist halt “nur” mit absoluten Werten belegt.
Worauf will ich eigentlich hinaus? Nun, ich musste die letzten Wochen einige Untersuchungen über mich ergehen lassen (darüber vielleicht später mehr), und das Wichtigste, was dabei herauskam, und mit dessen Hilfe ich meine Laune in den letzten Tagen immer wieder auf ein erträgliches Niveau heben konnte, ist eine Aussage des Oberarztes: “Lieber Hubertus, Ihr physisches Lebensalter liegt um mindestens zehn Jahre unter Ihrem echten Alter. Ein ‘normaler’ Fünfzigjähriger hätte viel länger gebraucht, um wieder auf die Beine zu kommen.” WOW! Zehn Jahre! Zwanzig Prozent! Da kann ich doch nur sagen:
Oder auf gut deutsch: Heut geht’s mir gut!
Das (für Andere) Gemeine ist dabei, dass ich mich in den letzten Jahren nicht kasteit habe. Sowohl beim Essen als auch beim Trinken habe ich öfter mal etwas mehr zu mir genommen, als es zuträglich gewesen wäre. Aber ich habe mir halt Mühe gegeben, mich wenigstens ab und zu zu bewegen, etwas Sport zu treiben und so fit zu bleiben, dass ich nicht bei der ersten Treppe außer Atem gerate. Das heißt halt auch, dass ich im Normalfall den Aufzug Aufzug sein lasse (na ja, nicht im Empire State Building!) und zu Fuß gehe. Aber alles nur mit dem notwendigen Augenmaß und nicht unter dem alles überdeckenden Thema “Fitness”.
Das Ganze bedeutet für mich aber auch, dass ich in nächster Zeit nicht so viel unterwegs sein werde, dass ich weniger Restaurants besuchen, weniger Autos probefahren und in weniger Hotels übernachten werde. Ich werde einfach etwas weniger arbeiten und mich mehr um mich selbst kümmern. Und damit natürlich auch weniger Einträge in meinem Blog machen. Ob ich allerdings mein Arbeitspensum um 20% reduzieren werde, weiß ich noch nicht.
Heut geht’s mir gut! ![]()
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2.2.2008 von Hubs.
Was macht man an einem Freitag Abend, wenn man nach einer anstrengenden Woche nach Hause kommt? Stimmt: Man trifft sich mit Freunden oder geht essen. Oder man verbindet beides und geht mit Freunden essen. So war es gestern bei uns. Wahrscheinlich bedingt durch die Faschingszeit hatten wir aber in den “normalen” Kneipen und Restaurants kein Glück und mussten statt dessen auf ein gehobenes Lokal ausweichen. Unsere Wahl fiel auf die “Kanne” in Deidesheim, früher einmal unter der Ägide der Familie Ueberschaer auf sehr hohem Niveau, inzwischen nach verschiedenen Betreiberwechseln und gleichlaufendem Abstieg unter Leitung des Ehepaars Winter wieder auf einem aufsteigendem Ast.
Eigentlich sollte es ja nur eine Kleinigkeit sein - schließlich leiden unsere Waagen noch unter den vergangenen Festtagen mit dem reichhaltigen Essen - aber dazu gab uns die Karte keine Gelegenheit.
Wir begannen mit einem Rosesekt vom Weingut Dr. Bürklin-Wolf (zu dem auch die Kanne gehört). Wunderbar geeignet, die Woche abzuschließen und den Gaumen auf die kommenden Genüsse vorzubereiten. Die dann in Form eines Amuse Bouche kamen: Gänserillettepraline auf Apfel-Sellerie-Salat. Einfach köstlich.
Angeblich politisch unkorrekt ging es weiter mit einer Terrine von der Elsässer Gänsestopfleber im Gänsekonfit-Mantel, begleitet von Quittenmark, Champagnergelee und Brioche. Dazu lies ich mir einen 2004er Übermut des Duos Schneider/Hensel aus Ellerstadt und Dürkheim bringen.
Diesem Süßwein hänge ich ja schon länger an, inzwischen aber ist er ausgereift und überzeugt mich von Mal zu Mal mehr. Die Gänseleber habe ich leider nicht ganz essen können, da meine Begleiter alle ihren Anteil haben wollten.
Dabei hatten sie selbst auch gute Dinge auf dem Teller: Eine Essenz von der Gans mit Gänseklein und Orangen-Grießnocke sowie einen Blatt- und Feldsalat in „Vier Räuber“–Balsamico mit Knusperspeck und Schwarzbrotcroutons.
Nach der Vorspeise begannen wir mit dem Weißwein (für das Studium der Weinkarte hatte wir einfach keine Lust). Uns war von Till, unserer immer präsenten Bedienung ein 2007er Weißburgunder vom Lucashof empfohlen worden: Ganz jung, frisch, fast grün, knackig, genau das Richtige zu unserem Essen. Hier hatten wir uns alle vier ausnahmslos für dasselbe entschieden: Entrecôte vom Pfälzer Rind nach Opa Winter Art eingelegt, Kartoffelgratin und Bohnencassoulet. Das durchwachsene Stück des Rinderrückens mit dem Fettauge. Das Fleisch wird 3 Wochen am Knochen abgehangen, danach nochmals in Zwiebeln, Weißwein, Lorbeer und Traubenkernöl mariniert. Wie kann man einer solchen Beschreibung widerstehen? Und unsere Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt: Das Fleisch war wunderbar zart (und für mich sogar richtig gebraten: Nur kurz der Pfanne gezeigt, anschließend ganz lang ruhen lassen), das Gratin (für jeden eine eigene appetitliche kleine Schüssel) war genau richtig, die Bohnen unterstützten das Ganze sehr schön. Große Klasse, und vielen Dank an Opa Winter, dass er das Rezept an seinen Enkel weitergegeben hat. Ob ich es auch irgendwann bekommen werde?
Als Nachspeise habe ich mir dann noch einen Übermut gegönnt, während die anderen ein Beschwipstes Rotweinsorbet mit Kirschwasser sowie eine Pochierte Williamsbirne mit Zartbitter-Schokoladentörtchen und Erdbeerschmand genossen.
Der Espresso zum Abschluss rundete den Abend dann ab.
| Name | Gasthaus zur Kanne |
| Angebot | gehoben pfälzisch |
| Adresse | Weinstraße 31 |
| Ort | Deidesheim |
| PLZ | 67146 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 6326 96600 |
| Telefax | +49 6326 966017 |
| zurkanne@buerklinwolf.de |
|
| Homepage | http://www.gasthauszurkanne.de |
| Öffnungszeiten | Mi.-So. 12:00-14:00 und 18:00-22:00 Betriebsurlaub: 2 Wochen im August |
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31.1.2008 von Hubs.
So sollte es immer sein!
Ganz kurz entschlossen sind wir anlässlich des Geburtstags einer nahe stehenden Person für ein verlängertes Wochenende zum Skifahren nach Lech gefahren. Am Anreisetag war es leicht bedeckt, der erste Tag zeigte sich mit nur diffuser Sicht, dafür entschädigten der zweite und der dritte Tag mit strahlendem Sonnenschein, wunderbar stäubendem Schnee und Temperaturen knapp oberhalb des Nullpunkts.
Herz, was willst Du mehr!
Kein Witz: So hat sich Lech präsentiert!
Die Zwischensaison hat den riesigen Vorteil, dass nur sehr wenige Besucher vor Ort sind. Wir mussten kein einziges Mal an einem Lift warten, selbst vor der Sonnenburg in Oberlech bekamen wir auf Anhieb einen Tisch direkt an der Hauswand. Was uns natürlich sofort dazu verleitet hat, einen Kaiserschmarrn zu essen. Mit Zwetschkenröstern. Es lohnt sich. Auch wenn es unnötig ist.
Als Übernachtungshotel hatten wir uns das Hotel Aurora in Lech ausgesucht.
Ein kleines, aber feines privates Hotel, in dem man nicht nur übernachten, sondern auch den Tag genießen kann. Oder würden Sie ein Haus mit 45 Betten als groß bezeichnen? Wir haben uns pampern lassen (nicht nur durch die omnipräsente Frau Muxel, sondern auch durch die immer freundlichen Mitarbeiter des Hauses), den Tagen das Beste abgewonnen und so wunderbar entspannt. Den Liebhabern von Süßspeisen kann man das Haus nur wärmstens an Herz legen: Seit Kurzem ist die Küchenbrigade um eine Pâtissière erweitert worden, deren Erzeugnisse (neben den Nachspeisen kümmert sie sich auch um die Suppen) zu keinerlei Meckereien Anlass geben. Chapeau!
Mal sehen: Das Hotel gehört der Gruppe “Motourrad” an, da kann man doch mehrere Hobbies kombinieren und im Sommer mal auf zwei Rädern vorbeikommen, um vielleicht auch ein wenig das Lechtal zu erwandern…
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23.12.2007 von Hubs.
“Man soll die Feste feiern, wie sie fallen” sagt ein deutsches Sprichwort, und an das halten wir uns auch. Ganz nach meinem Motto: “Heut gehts mir gut!” nutzen wir also fast jede Gelegenheit, uns mit lieben Menschen in einer netten Umgebung zu treffen. Als dann letzte Woche eine Einladung zu einem gemütlichen Treffen eintrudelte, haben wir natürlich sofort zugegriffen. Vor allem, weil wir in dem Restaurant schon einmal einen netten Abend erlebt haben.
Gestern war es also so weit: Wir trafen uns im Restaurant Mediterrane in Karlsruhe Durlach. Schon die Anreise ist ein Erlebnis, denn Durlach mag vieles haben, eines aber fehlt komplett: Parkplätze. Uns so kurvten wir denn erst einmal durch die netten kleinen Gässchen in der Altstadt. Wir haben dann doch noch einen Platz gefunden, aber das nervt doch ein Bisschen.
Gestern war natürlich genau der richtige Abend um aus zu gehen: Ein Samstag vor Weihnachten, der Tag, an dem die meisten Selbstständigen ihren eigenen Ausstand feiern. Entsprechend voll war es in dem Restaurant, aber das konnte weder unserer Laune noch der der Bedienung Abbruch tun.
Zum Empfang gab es erst einmal einen Rose-Champagner von Ruinart, bestens geeignet, den Gaumen auf die weiteren Genüsse des Abend einzustimmen. Da ich selbst den Fahrer für diesen Abend mimte blieb mir nichts anderes übrig, als beim Champagner für den Rest des Abends zu bleiben. Die anderen stiegen dann auf einen Arneis um, der ebenfalls gut zum gewählten Essen passte.
Neben der “üblichen” Karte bot uns der Sohn des Hauses eine Kombination von Garnelen, Jakobsmuscheln und Wildkräutern an, als Hauptspeise dann einen gegrillten Seewolf. Die Qualität der Speisen ließ in keinerlei Hinsicht zu wünschen übrig, wir waren rundum zufrieden. Obwohl: Bei unserem ersten Besuch hatten wir jeder einen gemischten Vorspeisenteller bestellt, das Ergebnis war dann eine gigantische Vorspeisenplatte mit allem, was gerade an Antipasti vorhanden war. So etwas ähnliches hatten wir uns wieder erhofft, aber es natürlich nicht explizit bestellt. Mal sehen, vielleicht klappt es ja das nächste Mal wieder. Denn hier werden wir sicher nicht das letzte Mal gegessen haben.
| Name | Mediterrane |
| Angebot | Italienisch mediterran |
| Adresse | Zunftstraße 5 |
| Ort | Karlsruhe Durlach |
| PLZ | 76227 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 721 941 6060 |
| Telefax | +49 721 941 6062 |
| Homepage | http://www.mediterrane-restaurant.de |
| Öffnungszeiten | Mo.-Sa. 10:00-23:00 |
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5.8.2007 von Hubs.
Gestern war es soweit: Mein Freund hat seinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Na ja, eigentlich ist es ja die 50. Wiederholung des Geburtstags, also im Endeffekt der 51. Geburtstag, aber lassen wir das einfach. Die letzte Diskussion über dieses Thema wurde ja 1999 mit großem Enthusiasmus geführt.
Zurück zum Thema “Geburtstagsessen”. Wie letzten Monat schon geschrieben, wurde im Restaurant Admiral in Weisenheim am Berg gefeiert.
Begonnen wurde der Abend mit einem Stehempfang, zu dem als Begrüßung ein St. Laurent-Sekt von Holz-Weisbrodt gereicht wurde. Klar, dass das nicht mit leeren Händen oder gar leerem Magen vor sich gehen kann: Es gab kleines asiatisches Fingerfood dazu.
Nachdem wir uns alle gesetzt hatten ging es richtig los. Begonnen wurde mit
“Essig-saure”
Jakobsmuschel
mit Orangenessig
Mjam Mjam. So muss ein Menü beginnen: Der Essig (natürlich vom Doktorenhof von Georg Wiedemann in Venningen) öffnet die Papillen auf der Zunge, die Jakobsmuschel schmeichelt sich langsam ein, sie bereitet den Mund auf die kommenden Genüsse vor.
Von hier an wurden die Weißweine gereicht, als da wären:
2006er Forster Ungeheuer
Riesling QbA, trocken
Dr.von Bassermann-Jordan, Deidesheim
2006er Weißburgunder & Chardonnay
QbA trocken
Rings, Freinsheim
2006er Blanc De Noir
Spätburgunder rosé
QbA, trocken
Weegmüller, Neustadt / Haardt
Gefolgt wurde das Amuse Bouche von dem
Roh marinierter Yellow Fin Thunfisch
mit wilden Limonen
und Five Spices
Einfach nur wunderbar. Der Thunfisch zergeht unter der Zunge, die wilden Limonen - vom bitter-sauren Geschmack her fast mit Cranberries zu verwechseln - harmonieren sehr gut mit den Gewürzen.
Jetzt geht es richtig los, denn jetzt kommt ein pfälzer Klassiker:
Sautierte Gänsestopfleber
mit dreierlei von der Feige
Selbst jetzt, mehr als 12 Stunden nach dem Genuss, läuft mir noch das Wasser im Mund zusammen. Alles genau auf den Punkt. Und als geschmacklicher Kontrast, als Herausforderung für Gaumen und Zunge folgte direkt darauf ein
Gefüllter Tintenfisch
auf Wildkräutersalat
mit Ziegenkäsesorbet
Muss ich dazu noch etwas sagen? Gefolgt wurde der Tintenfisch von der Suppe, dem Sommerwetter angepasst natürlich eine kalte
Thailändische Gazpacho
mit Garnele im Tempura
Wieder ein geschmacklicher Wechsel, aber auf einer Ebene, die so subtil ist, dass er keine Herausforderung darstellt.
Ab hier kommen jetzt auch die roten Weine zum Ausschank, jedem das, was er oder sie haben will.
2005er Schwarzer Hahnen
Spätburgunder QbA,trocken
Rings, Freinsheim
2005er Dürkheimer Feuerberg
Saint Laurent QbA, trocken
Hensel, Bad Dürkheim
Jeder konnte das trinken, was gewünscht wurde, der Service hat das auch ausgezeichnet bewältigt und jedem Gast genau das weiter eingeschenkt, was vorher geordert wurde - wenn nicht ein Wechsel gewünscht wurde. Hier schon einmal im Vorhinein ein ganz klares Lob dafür.
Jetzt wirds pfälzisch, und was ist inzwischen typischer für die Pfalz als die
Kleine Blut- und getrüffelte
Saumagenbratwurst
auf Rahmsauerkraut
Also ein “Pfälzer Teller” (muss ich jetzt sagen “Deidesheimer Art”?), aber in diesem Fall ohne die Leberwurst. Zu diesem Gang wurde der absolute Brüller des Abends (was Getränke anging) gereicht: Ein Glas Pils. Klingt erst einmal nicht so spannend. Stimmt. Der Gag dabei war die Größe des Glases: Es waren korrekt ausgeformte Pilsgläser mit dem Fassungsvermögen eines Schnapsglases.
Nun gut, dieser Gang war immer noch ein Zwischengang und nicht die Hauptspeise. Und die wurde auch nicht durch den
Kross gebratener Wolfsbarsch
auf Steinpilzrisotto
dargestellt, auch wenn dieser die Größe, den Geschmack und auch die Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den anderen Aromen gehabt hätte. Einfach nur wunderbar, auch und vor allem der Risotto, der richtig satt nach Steinpilzen geschmeckt hat.
Jetzt aber kam der Hauptgang. Er klingt hier ganz einfach, und hat sich doch auf dem Teller als eine ach so wunderbare Komposition erwiesen. Die
Mediterrane Kaninchenvariation
umfasste alles, was man sich von einem Kaninchen erwünscht: Weißes, durch die Gewürze wunderbar in seinem Geschmack unterstütztes Fleisch, Innereien, eine genau passend gewürztes Sößchen - Herz, was willst Du mehr?
Eigentlich hätte man nach diesem geschmacklichen Höhepunkt aufhören können, doch mein Freund und Alexander Hund hatten noch keine Erbarmen mit uns. Aber was schreibe ich da: Kein Einziger von uns schwächelte, der zeitliche Abstand zwischen den Gängen, gepaart mit der Größe, waren genau so abgemessen, dass der Hunger gestillt war, dass aber konstant weitergegessen werden konnte, ohne dass man ein Völlegefühl verspürte.
Vor viele Jahren gab es einmal in der alten Pfarrey in Neuleiningen (als sie noch Ueberschaers gehörte) ein Trüffelmenü, und einer der Gänge schwebt meinem Freund bis heute vor: Es handelte sich um einen Brie, der waagerecht in drei Scheiben geteilt worden war, auf die dann als Trennschicht jeweils eine Ebene Trüffel gehobelt wurde. Das Ganze wurde wieder zusammengesetzt und jeweils als kleines Dreieck als Käse serviert. Das im Gedächtnis wurde der nächste Gang angeregt, und Alexander Hund hat dann das daraus gemacht:
Tatar von Brie de Meaux
und Rucola mit Trüffelvinaigrette
Hmmmmmmm. Käse schließt den Magen für die herzhaften Dinge und bereitet den Gaumen vor auf die Süßspeisen, in diesem Fall repräsentiert durch ein
Pfeffer-Schokoladenparfait
mit Schokoladen-Minzblättern
und Mango in Vanillecaramel
Ich bin ganz ehrlich: Diese Geschmacksexplosion kann ich nicht beschreiben, es ginge alles an der Realität vorbei. Soviel muss genügen: KEINER hat etwas übrig gelassen. Nicht einer.
Das spricht zum Einen für diesen 10. und letzten Gang, zum Anderen aber natürlich für die hervorragenden Kochkünste von Alexander Hund und seinem Team, sehr dezent konstant unterstützt durch die Servicebrigade rund um Monika Ruprecht. An alle geht an dieser Stelle noch einmal der gesammelte Dank des Gastgebers sowie der Gäste.
Fazit: Vielleicht werde ich meinen 50. ja auch im Admiral feiern.
| Name | Admiral |
| Angebot | gehoben deutsch/französisch |
| Adresse | Leistadter Straße 6 |
| Ort | Weisenheim am Berg |
| PLZ | 67273 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 6353 4175 |
| Telefax | +49 6353 989325 |
| gast@restaurant-admiral.de | |
| Homepage | http://www.restaurant-admiral.de/ |
| Öffnungszeiten | So. und Feiertage: 12:00-14:00 und ab 18:00 Uhr Mi.-Sa.: ab 18:00 Mo. und Di. Ruhetag |
Heut geht’s mir gut! ![]()
Geschrieben in Leben / Genießen, Kochen / Essen, Restaurants | Keine Kommentare »
27.7.2007 von Hubs.
Manchmal kann es passieren, dass man nur per Zufall auf etwas stößt, was sich im Nachhinein als ganz nett herausstellt. So ging es mir vor Kurzem. Ich war auf dem Rückweg von einem Termin zu meinem Auto in einem kleinen Ort, als ich über den zentralen Marktplatz musste. Dort war man gerade dabei, die Getränkebuden, Zelte und Verkaufsstände für eine Kerwe aufzubauen. Im Hintergund konnte man erkennen, dass die Kinder der Grundschule den Kerwebaum schmückten; schon dass man die Kinder komplett mit in das Dorfleben einbezieht und dafür auf einen perfekt geschmückten Baum verzichtet fand ich sehr schön. Damit können sich alle Kinder und natürlich auch deren Eltern mit dem Baum identifizieren. Es interessierte mich natürlich, wie der Baum am Ende aufgerichtet wird, und da ich noch etwas Zeit hatte, ließ ich mich auf einer Bank nieder und harrte der Dinge, die da kommen.
Irgend jemand fing dann an, einen Bräter aufzubauen, um für die Helfer Würste zu braten. Kaum aber war das Ding heiß, da kamen aus allen Häusern und Seitenstraßen die Einwohner heran, stellten sich in die Schlange vor dem Bräter und setzten sich dann mit einer Wurst in der Hand in das Zelt, in dem dann natürlich auch Schoppen Wein verkauft wurden. Aus dem Aufbau wurde innerhalb kürzester Zeit mit einfachsten Mitteln eine gemütliche Gelegenheit für die Dorfbewohner, miteinander zu quatschen, das Wochenende einzuläuten und den anderen beim Aufbau zuzusehen. Ab und zu wurde dann einer der Zuschauer zum Helfen abkommandiert, aber das hat jeder ohne zu murren mitgemacht. Wie ich es ja auch gemacht hatte.
Was will ich mit dieser Geschichte erzählen? Nun, es muss nicht immer eine durchorganisierte Veranstaltung sein, manchmal reichen auch zwei Holzbretter auf zwei Bierkisten aus, um mit einem Getränk in der Hand einen schönen Abend zu verbringen. Und manchmal ist der Vorabend einer organisierten Veranstaltung geselliger und für das Dorfleben wichtiger als die Veranstaltung, die vorbereitet wird.
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