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15.4.2009 von Hubs.
Ich kann es nur wiederholen:
Hamburg ist tot.
Wie ein Mantra:
Hamburg ist tot.
Seit sechs Wochen bin ich jetzt hier in Hamburg, und in dieser Zeit habe ich es gerade einmal auf zwei Beiträge in diesem Blog gebracht. Und einer der beiden Einträge war ein Misserfolg. Beim zweiten, dem gestern verfassten über das WA-YO habe ich zwar die Küche richtig beschrieben, ich habe aber unterschlagen, dass ich beim ersten Mal alleine war, und beim zweiten Besuch nach einer Stunde ein zweiter Kunde erschien. In einem so guten Restaurant. Unvorstellbar.
Hamburg ist tot.
“Sausalitos” macht Werbung mit der Überschrift “Viel Spaß! Partys, Feiern, Events”. Und ausgerechnet im Sausalitos wurde mir zweimal innerhalb einer Woche gegen 20:30 Uhr der Eintritt verwehrt, weil die Küche schon zu hat. Einmal wurde mir wenigstens ein zweites Restaurant auf dem Jungfernstieg genannt, in dem ich auch Cocktails und Snacks bekommen könnte. Also bin ich hingelaufen. Das Restaurant war zu.
Hamburg ist tot.
In welcher anderen Stadt können sich die Stadtstreicher auf dem schönsten Platz der Fußgängerzone täglich ab 20:30 ohne Furcht auf Vertreibung versammeln?
Hamburg ist tot.
Wo sonst machen die Läden im Hauptbahnhof vor 21:00 Uhr zu?
Hamburg ist tot.
Ich habe vor kurzem gegen 20:00 Uhr bei einem “Subways” etwas zu essen holen wollen, stand aber vor verschlossenen Türen. Dieser Laden schließt um 19:00 Uhr.
Hamburg ist tot.
Letzte Woche war ich im Sushi Circle. Ich kam gegen 21:00 Uhr, zu dem Zeitpunkt war der Laden voll - im SC immer wichtig, um jederzeit frische Ware zu bekommen. Kaum jedoch hatte ich mich gesetzt und die Misosuppe vor mir stehen, als bis auf zwei weitere Gäste alle anderen innerhalb kürzester Zeit den Laden verließen. Ich wusste mir zu helfen und bestellte vom Koch Spezialitäten, dadurch kam ich in den Genuss von frischer Ware. Die Anderen, die das nicht wussten, gaben sich mit den Resten auf dem Band zufrieden. Ich ging dann als Letzter um 21:30. Viel früher als in anderen Städten, in denen der Laden auch zu diesem Zeitpunkt noch voll ist. Ich musste aber trotzdem den vollen Preis für das “All U Can Eat” bezahlen. Ich habe aber auch versucht, das zu verhindern.
Hamburg ist tot.
Vor Kurzem hörte ich aus einer Halle in der Nähe des Hauptbahnhofs eindeutig eine Liveband spielen. Also suchte ich den Eingang, und als ich ihn endlich gefunden hatte fand ich nur eine Person in der Halle vor, es war ein Techniker, der gerade die Lautsprecher für ein Konzert vorbereitete. Die Musik kam aus der Konserve.
Hamburg ist tot.
In welcher anderen Stadt wird ein Live-Konzert in einer angeblichen Jazz-Kneipe am Abend der Veranstaltung einfach so abgesagt? Weil zu wenig Besucher da sind? In Berlin habe ich Konzerte erlebt, bei denen ich neben den Angestellten der Kneipe der einzige Gast war. Abgesagt wurde deshalb trotzdem nichts. Wahrscheinlich wollte man hier in Hamburg nur ein paar zusätzliche zahlende Besucher bekommen.
Hamburg ist tot.
Oder doch nicht?
Gibt es irgend jemanden, der mich vom Gegenteil überzeugen kann?
Gibt es wenigstens einen Stadtteil, in dem das Leben pulsiert? Ich will eindeutig NICHT auf die Reeperbahn, ich will mich einfach nur vergnügen.
Und das möglichst in fußläufiger Entfernung zum Nahverkehr.
Heut geht’s mir nicht so gut.
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15.4.2009 von Hubs.
Wie so oft saß ich an einem der letzten Tage vor dem Stadtplan von Hamburg und suchte nach einem Restaurant für das Abendessen, als mein Finger über das Hotel Nippon in Hamburg im Hofweg stolperte. Die Schlussfolgerung war schnell gezogen: Ich kenne kein japanisches Hotel, in dem nicht auch ein japanisches Restaurant zu finden ist.Und Tempura, Shabushabu oder auch Sushi waren gerade nach meinem Gusto. Zudem wollte ich Hamburg auch die Gelegenheit geben, seinen Ruf als kulinarische Hauptstadt des Nordens zu wahren. Also begab ich mich ins Internet, suchte unter den bekannten Stichworten und landete wirklich auf der Homepage des Nippon Hotels.
Nicht schwer zu finden war auch der Link auf das zugehörige Restaurant WA-YO.
Ich entschuldige mich für die großen Bilder, aber mir gefällt die minimalistische, aber graphisch hervorragende Bildersprache der Seiten. Was mir besonders gefällt, was aber leider nur sehr selten zu finden ist, ist die Ablage der Speisekarte auf der Homepage. Dadurch kann man sich schon im Vorfeld auf die Speisenauswahl vorbereiten, man weiß, was auf einen zukommt, und man ist im Restaurant nicht enttäuscht, wenn eigentlich gewünschte Dinge nicht auf der Karte stehen. Meine Auswahl war eine klassische: Ohitashi als Vorspeise, Chirashi-Sushi und Spicy-Tuna als Hauptspeise, begleitet von einer Miso-Suppe, und als Abschluss ein kleines Sesam-Küchlein. Unterstützt wurde das Ganze von einem portugiesischen Weißwein (nein, kein vinho verde, aber aus einem Weingut, das für seine vinho verde berühmt ist. Nein, ich kenne das Weingut nicht, ich habe den Wein auf Empfehlung der Bedienung genommen) sowie dem obligatorischen grünen Tee.
Das Ohitashi (Blattspinat in Sesamsauce) war einfach klasse. Eine leicht flüssige Sauce, ohne die sonst übliche pastenartige Konsistenz, der Spinat bissfest gegart, die Bindung des Bündels so, dass sie mit den Stäbchen problemlos zu öffnen war. Was will man mehr? So muss Ohitashi schmecken, so soll es sein, nicht mehr und nicht weniger.
Inzwischen war auch der Tee gekommen, stilvoll in einer gusseisernen Kanne auf seinem eigenen Tablett. Für eine solche Kanne benötigt man kein Rechaud, sie hält den Inhalt auch zwei Stunden lang warm. Wenn so lange überhaupt noch etwas in ihr drin ist.
Jetzt überschlugen sich die Ereignisse: Genau wie bestellt kamen Chirashi-Sushi, Spicy Tunaroll und Misoshiru gleichzeitig an. Ein Tisch voll Essen, sehr schön drapiert, auch die Verteilung der Teller auf dem Tisch erfolgte nicht ganz zufällig.
Das Chirashi Sushi entsprach exakt meinen Vorstellungen: Auf einem dezent gesäuerten Reis waren ganz feine Julienne vom Noriblatt verteilt, darüber fand sich gleichmäßig verteilter Sesam-Samen und Lachs-Rogen, und auf diese Unterlage waren Wolfsbarsch, Salzwasser-Garnele, Lachs, Thunfisch, Tamago (süßes Omelette), und Gurke kunstvoll angerichtet. Begleitet natürlich von Wasabi und Gari (Meerrettich und Ingwer).
Genauso ansprechend gab sich die Spicy Tunaroll, ein sehr schönes California-Maki vom Thunfisch, nur ganz leicht geschärft. Wie es sich gehört gab es zum Sushi die Miso-Suppe. Zum Thema Suppe muss ich jetzt die Homepage des Restaurants zitieren:
Hm. Laut dieser Information ist es das Kennzeichen eines Meisters, eine Suppe mit sehr wenig Eigengeschmack produzieren zu können. Mir hat die servierte Suppe geschmeckt - aber sie war sehr gut gewürzt, manchen wäre sie wohl zu intensiv gewesen. Ist das jetzt ein Zeichen dafür, dass kein Meister hinter der Theke stand? Ich finde nicht.
Der portugiesische Weißwein hat sich als runder Begleiter zu dem Essen erwiesen, er hat jede Nuance der Fische und Gewürze unterstrichen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Ebenso der grüne Tee, es war leider kein Genmai-Cha (der ist nur sehr selten zu bekommen), er war aber trotzdem ein gefälliger Neutralisator der verschiedenen Geschmäcker des Essens.
Ich versuchte es dann doch, ob ich ein Inari-Sushi als Nachspeise bekommen könnte, aber leider waren die süßen Tofutaschen nicht vorrätig. Statt dessen suchte ich mir aus den Mini-Desserts ein gebackenes Sesam-Küchlein mit selbstgemachtem Ananas-Sorbet aus. Diese Mini-Desserts sind wirklich eine nette Idee. Das Sesam-Küchlein entpuppte sich als mit Sesam-Paste gefülltes, gebackenes Wan-Tan-Blatt, ungefähr mit dem Durchmesser eines Euro-Stücks. Begleitet wurde es von einem Miniatur-Schnitz einer Melone, einer Erdbeere sowie einer Kugel fein geraspelten Ananas-Eises. Selbst das als Garnitur beigefügte Minze-Blatt trug mit seinem nur ganz leicht zu riechenden Aroma zur Abrundung dieser Nachspeise bei.
Das Fazit dieses Abends ist einfach: Dieses Restaurant ist einfach nur empfehlenswert, der gute Ruf von Hamburg als Sushi-Metropole ist wiederhergestellt.
| Name | WA-YO im Nippon Hotel |
| Angebot | Sushi et altera |
| Adresse | Hofweg 75 |
| Ort | Hamburg |
| PLZ | 22085 |
| Land | Deutschland |
| Telefon | +49 40 227 11 40 |
| Telefax | +49 40 227 11 490 |
| info@wa-yo.de | |
| Homepage | http://www.wa-yo.de |
| Öffnungszeiten | Dienstag bis Sonntag 18:00 - 24:00 Uhr Küche bis 23:00 Uhr |
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