Archive für Oktober 2008

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 6

Tja, über die Rückfahrt ist nicht viel zu erzählen. Nach der Abfahrt vom Hotel tanken wir erst einmal die Bikes auf. Das ist allerdings mit Schwierigkeiten verbunden, da die Tanks der Tanke zur Neige gehen und deshalb die Pumpen den Dienst einstellen… aber irgendwann klappt es dann doch im vierten Anlauf, und wir können die Tanks füllen.

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Die Fahrt führt uns auf direktem Weg zur Autobahn. Vorbei an Rokycany, Pilsen, Stribo, der Grenze, die ganze Zeit durch einen sehr unangenehmen, konstanten Schnürlregen. Angedacht war, direkt hinter der Grenze in Waidhaus zu tanken und Pause zu machen. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Seit Erstellung der Karten ist die Autobahn am Grenzübergang fertiggestellt, und damit kommt man auch nicht mehr an dem bisherigen Autohof vorbei. Diese neue Autobahn führt jetzt in angenehmer Linienführung durch die Lande, aber irgendwie gibt es weder Autobahnraststätten noch Autohöfe. Erst nach 260km kommen wir in Amberg zu einer Ausfahrt, bei der man schon von weitem das Shell-Zeichen erkennen kann. Also nichts wie runter von der Autobahn und auf direktem Wege zur Tankstelle. Das war für Einen von uns richtig knapp. Reststrecke: 0km.

Nach einer Kaffeepause geht es wieder hinaus in den Regen Richtung Nürnberg und Heilbronn. Inzwischen haben wir uns alle an das Wetter gewöhnt, und die Geschwindigkeit ist entsprechend angestiegen. Glücklicherweise achten die Autofahrer sehr gut auf uns, bis auf ein junges Mädchen, das glaubt, sie könnte durch uns durchfahren. Weder auf freier Strecke noch im Stau hält sie mehr als fünf Meter Abstand. Und wenn sie denn mal freie Fahrt hat, dann kann sie mit ihrem Polo gar nicht schneller. Erst in einer Baustelle überholt sie etwas waghalsig auf der rechten Spur, um dann für die nächsten 20 km hinter dem nächsten Auto zu hängen. Dieses Verhalten wird sie so lange pflegen, bis sie zum ersten Mal richtig bremsen muss und ihr dann klar werden wird, dass es nicht klappen KANN. Aber dann sind die anderen Schuld, die einfach bremsen und ihr keinen Platz lassen…

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An der Raststätte Leutershausen überlegen wir, ob wir nicht eine Pause einlegen und anschließend ohne Regenkombis weiterfahren sollen, doch ein Blick auf den Himmel belehrt uns eines Besseren. Also geht es weiter, und an der Raststelle Hohenlohe Nord versuchen wir erneut unser Glück. Aber auch hier sieht es noch so bedrohlich aus, dass wir uns entschließen, bis Sinsheim durchzufahren. Und wirklich: Dort werden unsere Wünsche erfüllt, das Wetter spielt uns keinen Streich mehr, wir können ab hier im Trockenen, ohne die behindernden Regenkombis nach Hause fahren. Viel früher als erwartet kommen wir dort an, tanken ein letztes Mal die Bikes auf und verabschieden uns bis zur nächsten Fahrt. Ducati und Moto Morini rufen, doch davon später einmal mehr.

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 5

Früher strahlte die vergoldete Front des St.-Veits-Doms bei Sonnenschein die darunter liegende Stadt an. Irgend jemand kam jedoch auf die Idee, ein Verwaltungsgebäude vor diese Front zu bauen, so dass es heute nur noch den Mythos gibt. Trotzdem: Prag, die goldene Stadt.

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Wir haben gestern die verschiedenen Angebote für Stadtführungen durchgelesen, die in der Hotellobby auslagen. Eine hat unsere Aufmerksamkeit erregt, und für diese haben wir uns dann auch entschieden: Prag zu Fuß in vier Stunden. Man könnte es auch in sechs Stunden machen, aber da ist einfach noch eine Tramfahrt sowie ein Mittagessen dabei, und das muss wahrlich nicht sein. Außerdem wollen wir uns keinen Stress machen: Wir haben schließlich Urlaub.

Treffpunkt ist zu ziviler Zeit um 11:00 Uhr vormittags vor der astronomischen Uhr am Marktplatz. Also müssen wir erst einmal den Berg hinunter und über die Karlsbrücke gehen.

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Schon verblüffend, wie grün die Stadt ist, wenn man die richtigen Stellen kennt.

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So steil ist der Weg hinab zur Karlsbrücke.

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Das Gewusel auf der Karlsbrücke wird verstärkt durch die Restaurierungsarbeiten, durch die die verfügbare Breite halbiert wird und die parallel zum ganz normalen touristischen Wahnsinn durchgeführt werden. Sollte man etwas die Brücke und damit die wichtigste Einnahmequelle der fliegenden Händler einfach für drei Jahre schließen? Das wäre das sichere Aus für jeden verantwortlichen Politiker.

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Unser Treffpunkt.

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Komische Typen stehen da herum.

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Hier ist der Platz einmal ausnahmsweise fast leer.

Keine Angst, ich werde jetzt nicht alle Fotos, die während des Stadtrundgangs geschossen wurden bzw. die uns von unserem Guide in Form einer DVD gegeben wurden, hier abbilden. Ein paar wenige habe ich herausgesucht, die exemplarisch die Schönheit der Stadt zeigen sollen.

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Unser Guide führt uns eher die Nebenstraßen entlang, dadurch entgehen wir dem touristischen Hauptstrom, sehen aber trotzdem die wichtigen Dinge.

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Zum Beispiel diesen Brunnen, der in der Renaissance zum Schutz vor Brunnenvergiftern hinter Gitter kam.

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Prag war nicht nur Zentrum von Verwaltung, Kunst, Kultur und Wissenschaften, es wurde auch rege Handel getrieben. Dies hier ist das Haus des Werkzeughändlers Rott, der fast alle Handwerker mit den notwendigen Werkzeugen ausstattete. Durch das Vermögen, das er dadurch ansammelte, konnte er Stück für Stück fast den ganzen Block kaufen, in dem heute ein Cafe Rott, ein Hotel Rott, ein Antiquariat Rott und immer noch ein Werkzeuggeschäft Rott zu finden sind. Seine Tochter vertrieb sich ihre Zeit mit der Unterstützung von lokalen Künstlern, zeitweise lebte eine ganze Generation von Schriftstellern und Malern durch ihre Tantiemen.

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Ein wichtiger Antrieb für das Wachstum und die Prosperität der Stadt war die freundliche Rivalität von Tschechen und Deutschen. Wenn sich eine Gruppe ein besonderes Gebäude leistete, musste die andere sofort etwas Vergleichbares oder gar Besseres bauen. So gab es eine deutsche und eine tschechische Bibliothek, eine tschechische und eine deutsche Philharmonie, ein deutsches und ein tschechisches Theater etc. Dies hier ist die “Ceská Filharmoni”.

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Der Hradschin mit all seiner Pracht und den vor Kurzem wieder zum Leben erweckten Weinbergen.

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Die Erbfolge der Ämter hat selbst die Zeit der Besatzung und des Kommunismus überdauert: Dies ist der Schwarzenbergpalais. Schwarzenberg war ein sehr einflussreicher und wichtiger Minister von Maria Theresia, er hatte nach meinen Informationen das Amt des Schatzkanzlers inne. Und jetzt raten Sie mal, wie der Außenminister Tschechiens heißt. ;-)

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Die Deutschen in Prag hatten immer einen sehr starken Einfluss auf die Kultur gehabt. Exemplarisch soll mit diesem Denkmal von Franz Kafka daran erinnert werden. Kafka sah sich selbst immer als gespaltene Persönlichkeit: Tagsüber Versicherungsangestellter im (viel zu großen) Anzug, in seiner Freizeit dann Schriftsteller. Ohne die Finanzierung durch den Alltagsberuf aber konnte er nicht schreiben.

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Ob man wohl in 100 Jahren so von den Fassaden schwärmt, die in den 70er und 80er Jahren die deutschen Stadte überfluteten, wie wir heute von den barocken Häusern in Prag schwärmen?

Nach der Stadtführung gönnten wir uns erst einmal eine kleine Pause im Hotel, um am Abend dann frisch und munter wieder den Berg hinunter zu einem Restaurant zu gehen, das wir am Vorabend in einer kleinen Nebenstraße gefunden hatten: “U Zlaté Hrušky”, auf gut deutsch “Zur goldenen Birne”. Ein gehobenes Etablissement, das mit großer Wahrscheinlichkeit vor allem von den Angestellten der Ministerien, nicht aber - wie fast alle anderen Restaurants der Stadt - von den Touristen lebt. Die Speisekarte ist absolut international, es gibt eine sehr gute internationale Weinkarte, und das Personal ist hervorragend ausgebildet. Dieses Restaurant ist eindeutig einen Besuch wert.

Den Abschluss des Abends bildete dann wieder einmal der Besuch in einer touristenfreien tschechischen Eckkneipe, in der wir eine sehr nette Gesellschaft von jungen Männern kennen lernten, die gerade das Ende der Militärzeit eines Freundes feierten. Sehr interessant war dabei, dass diese Gruppe eine wilde Mischung aus Tschechen (teilweise mit deutschem Vater), Kroaten, Russen und Serben war. Und alle feierten fröhlich miteinander. Geht doch! So ganz nebenbei erfuhren wir, dass sich die junge Generation von Tschechen Deutschen gegenüber wegen der Vertreibung nicht ganz wohl fühlt. Vor allem, weil sie sehen, dass es niemanden gibt, der Ansprüche stellt.

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Leider sind die Nachtaufnahmen nicht so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben. Trotzdem möchte ich als Abschluss eine davon hier zeigen.

Ich habe vieles von dem, was wir hier in Prag erlebt und kennengelernt haben, ausgelassen oder einfach nicht erwähnt, weil man es sowieso in jedem Buch über Prag nachlesen kann, oder weil es zu persönlich ist, um hier veröffentlicht zu werden. Aber eines gilt auch jetzt in der Reflektion der Reise:

Prag ist eine Reise wert, auch wenn der Aufenthalt in der Stadt nur einen Tag dauert.

Heut geht’s mir gut. 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 4

Strahlend blauer Himmel erwartet uns heute als wir aus dem Hotel kommen. Na ja, er ist etwas gelblich, denn in der Nähe des Hotels wurde gerade eine mit Braunkohle gefeuerte Heizung angeworfen. Ein unangenehmer Seiteneffekt des blauen Himmels ist aber die Kälte. Irgendwo um die 5 Grad Celsius dürfte es bei unserer Abfahrt haben. Entsprechend vorsichtig lassen wir es die ersten Kilometer angehen, vor allem, weil sie uns parallel zu dem idyllischen Březová-Stausee durch herbstliche Wälder führen, mit feuchten Blättern auf der Straße.

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Bald schon geht es dann von der gut ausgebauten Bundestraße rechts ab auf eine schmale, vernachlässigte Nebenstraße, die uns durch verwunschene Orte auf verwinkelten Straßen bis nach Tepla Klaster führt, ein leider sehr heruntergekommenes Kloster, bei dem aber eines deutlich wird: Wenn etwas renoviert wird und nicht hinreichend Geld da ist, dann wird als Erstes das Dach gemacht. Damit wird immerhin der Verfall gestoppt. Und wie uns bei einigen anderen Ruinen auch aufgefallen ist: Ein Teil wird immer gastronomisch oder als Hotel benutzt, und dieser Teil ist topp wiederhergestellt. Vielleicht kommen ja aus dieser Nutzung anschließend Gelder für die Renovierung des Rests?

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In das Kloster oder die Kirche kommen wir leider nicht hinein, da wir zu früh sind. Da wir aber inzwischen wieder hinreichend Wärme tanken konnten und den unnötigen Ballast loswerden konnten, den wir beim Frühstück zu uns genommen hatten, steht einer Weiterfahrt nichts im Wege. Allerdings müssen zwei von uns tanken, und in dieser Gegend eine Tankstelle zu finden ist nicht gerade das Einfachste. Das Ergebnis unserer Suche ist, dass wir auf direktem Wege nach Pilsen fahren, um beim Globus zu tanken. Diese Pause nutze ich, um einen Kaffee zu trinken und ein “richtiges” Fahrtenbuch zu schreiben, da das Navigationsgerät seinen Geist an der Grenze aufgegeben hat. Oder besser gesagt: Die Karten hörten dort auf.

Von Pilsen führt uns unser neuer Weg nach Svihov, einer gotischen Burganlage, die bis heute sowohl bewohnt als auch benutzt wird. Als wir dort waren wurde gerade eine Trauung durchgeführt, auf dem ganzen Gelände warteten Gäste auf das Brautpaar.

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Leider sind die Getränke in dem Auto nicht für uns. ;-)

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Faszinierend an dem Weg nach Svihov ist, dass ein großer Teil aus den bekannten, mit Schlaglöchern überzogenen Straßen besteht, wie sie auch im Westen im Niemandsland zu finden sind. Plötzlich aber, in einem idyllischen Talgrund, befanden wir uns auf einem ungefähr fünf Kilometer langen, komplett neu aufgebauten Stück Straße, die - wie der Fluss - durch das Tal mäanderte, mit hervorragender Sicht nach vorne, die natürlich dazu einlud, Gas zu geben. Diese fünf Kilometer habe ich richtig genossen. Mal ausnahmsweise keine Schlaglochsucherei, keine Angst, dass hinter der nächsten Kurve eine Kuh oder ein Traktor auf der Straße steht, sondern einfach nur: Fahren! Danke Europa, denn daher kam mit hoher Wahrscheinlichkeit das Geld für diesen Ausbau.

Hinter Svihov nutzen wir dann schmale, unbezeichnete Wege für die Strecke nach Rokycany (wieso fällt mir hier immer Graziano ein?). Dort wollen wir zu Mittag essen, doch der Ort ist seltsamerweise wie ausgestorben. So gut wie keine Autos sind zu sehen, nur ein alter Mann schwätzt auf tschechisch auf uns ein. Irgendwann hat er wohl mal in Wismut Aue Fußball gespielt und fühlt sich daher zu den Deutschen hingezogen. Vielleicht war es aber auch nur die Harley, die seine Aufmerksamkeit erregte. Ist ja auch schon imponierend, wie sie dasteht.

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Auf alle Fälle weist er uns mit Händen und Füßen und einem großen Redeschwall den Weg zu einem Restaurant, in dem zwar niemand sitzt, in dem aber alle Tische reserviert sind. Wir gehen davon aus, dass die Reservierung für das Abendessen ist. Wir jedenfalls müssen auf sesselähnlichen Stühlen Platz nehmen und dort unsere Penne mit Pestosauce und Hühnerbruststreifen zu uns nehmen. Nun ja, wir sind satt geworden.

Uns reicht jetzt auch die Fahrerei auf Nebenstrecken, wie wir überhaupt genug vom Fahren durch braunkohlegeschwängerte Luft haben, so dass wir den Rest bis Prag - immerhin noch rund 60 Kilometer - nicht durch die Pampa, sondern auf der gut ausgebauten Bundesstraße parallel zur Autobahn hinter uns bringen. Auch die Abstecher nach Krivoklat und Karlštejn fallen dieser Einstellung zum Opfer.

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Dieses Photo stammt von  Elke Ondrusch und ihrer sehr guten Reise-Seite www.elke-ondrusch.de

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Wenigstens ein Photo von Karlstein muss hier Platz finden, auch wenn wir nicht dort waren. ;-)

Zum Glück hatte ich mir die Anfahrt zum Hotel Pyramida schon im Vorfeld angesehen, so dass wir nicht allzu lang suchen mussten. Die letzten Kilometer hat mich dann mein Blackberry bei der Zielanfahrt unterstützt.

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Pünktlich mit unserer Ankunft in Prag hat der Himmel ein Einsehen mit uns, die Wolken verschwinden und wir beschließen, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Nach kurzem Einziehen ins Hotel und Umziehen auf dem Zimmer sowie einem noch kürzeren Telefonat mit den Daheimgebliebenen machen wir uns auf den Weg am Hradschin vorbei in die Stadt. Es ist zwar immer noch empfindlich kalt, durch die Bewegung - immerhin liegt das Hotel rund drei Kilometer von der Karlsbrücke entfernt ganz oben auf dem Berg, also rund 110 Meter höher - wird uns aber warm. Bei jedem der drei Gänge, die wir in den zwei Tagen Aufenthalt in Prag unternehmen. Heute gönnen wir uns einfach einen Blick auf die am Rande des Weges liegenden Sehenswürdigkeiten (Hradschin, Karlsbrücke, Altstadt, Marktplatz), überlegen uns, was wir morgen machen und nehmen eine typische tschechische Spezialität, einen Grillspieß im Restaurant “U Dominikana” zu uns. ;-)

Der Heimweg hat den Vorteil, dass man aufhört zu frieren, allerdings ist die moderate Wirkung des vorher genossenen Alkohols zunichte gemacht. :-( Daher wollen wir im Hotel noch einen Absacker zu uns nehmen, die triste Anmutung des real existierenden Sozialismus der durch Neonleuchten hell erleuchteten Bar lässt uns davon jedoch Abstand nehmen.

Wir sind in Prag angekommen, heut geht’s mir gut. 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 3

Was war das bloß für eine Schnapsidee. Heute ist der dritte Oktober (also ein Feiertag), es ist acht Uhr am Morgen (also noch mitten in der Nacht), das Frühstück ist vorbei, wir sind abreisefertig und tanken gerade unsere Fahrzeuge auf. Das Wetter ist unangenehm kalt und feucht, und der Himmel verspricht keine Besserung. Das Schlimme daran ist, dass wir das alles freiwillig machen.

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Neben uns steht ein XK150 an der Zapfsäule und schickt seine ungereinigten Abgase in die Gegend. Eines muss man lassen: Das ist ein wirklich schönes Fahrzeug, da kann man sogar den fehlenden Katalysator verzeihen. Wieso ich darauf abhebe? Fahren Sie mal mit einem Motorrad hinter einem solchen Auto her. Es wird einem in kürzester Zeit so schlecht, dass man entweder überholt (auch wenn es eigentlich verboten ist), oder an der nächsten Gelegenheit rechts ranfährt und erst einmal frische Luft schnappt. Durch die Katalysatoren ist man den Geruch verbrannten Benzins einfach nicht mehr gewöhnt.

Wir fahren vom Hotel den Weg entlang nach Bamberg, den wir am Tag zuvor durch die Taxifahrerin gezeigt bekommen haben. Kurz hinter Hirschaid müssen wir an einem Stopschild rechts abbiegen.

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Fünf Minuten später geht es dann Richtung Bamberg weiter. Allerdings streifen wir die Stadt nur, wir haben gestern genug gesehen.

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Die nächsten 30 Kilometer hinter Bamberg fahren wir auf einer gut ausgebauten, leeren, angenehmen Bundesstraße durch das schöne Frankenland (wobei ich nicht weiß, wo hier Franken aufhört und Thüringen beginnt), wir genießen die Landschaft, die Rehe auf den Wiesen, die Weihen, Bussarde und Sperber und natürlich die Kurven, die wie gemacht sind für’s gemütliche Cruisen.

In Kaltenbrunn aber haben wir genug davon und biegen auf eine Staatsstraße ab, die uns über idyllische Waldpassagen, vorbei an Einzelgehöften, versteckten Höhlen, lauschigen Auen und dunklen Wälder über Seßlach (dessen Innenstadt tagsüber durch ein altes, großes Stadttor gesperrt ist, es fehlt eigentlich nur der Wächter, der Zoll für die Umfahrung verlangt) nach Bad Colberg-Heldburg (das schon in Thüringen liegt) bringt.

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Schon die Straßennamen klingen verheißungsvoll: Wallgasse, Untere Vorstadt, Salzmarkt, Ledergasse. Das hat mich bei der Vorbereitung auf ein schönes, enges, mittelalterliches Städtchen vorbereitet. Und wirklich zeigt sich der Ort genau so. Wenn hier kein mittelalterlicher Markt durchgeführt wird, wo soll es denn dann gemacht werden? Wir aber sehen keine in lange Gewänder gekleideten Jungfrauen (um Ernst zu bleiben, wir sehen gar keine so gekleideten Frauen), und auch die Männer tragen alle Jeans oder Cord. Wir sind wohl zur falschen Zeit hier. Allerdings kann man einen kleinen Abstecher zur Veste Heldburg machen, dort findet man Führer in historischen Gewändern.

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Bad Colberg-Heldburg stellt einen Wendepunkt in unserer Tour dar. Ab hier geht es wieder streng nach Osten, und als nächstes Zwischenziel für diesen Tag haben wir uns die Veste Coburg ausgewählt. Leider sehen wir auf der Anreise nach Coburg nicht viel davon, da es inzwischen angefangen hat, beständig zu nieseln, die Wolken hängen tief, man muss sich auf die Straße konzentrieren.

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Da wir versuchen, die Veste anhand der Hinweisschilder zu erreichen, werden wir großräumig einmal um Coburg herum geführt. Leider bekommen wir dadurch von der angeblich schönen Innenstadt nichts mit. Nachdem wir aber den Parkplatz der Veste endlich erreicht haben, stellen wir unsere Bikes ab und machen uns an den Aufstieg.

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An der Außenmauer vorbei führt er hinauf in die verschiedenen Innenhöfe. Natürlich schauen wir uns zuerst einmal an, was man denn alles von oben herab sehen kann, und irgendwie scheint es richtig zu sein, dass man um Coburg herumgeführt wird: Von hier sieht man nur Industrie- und Gewerbeansiedlungen, ein altes Städtchen sucht man vergebens. Dafür kann man den Blick über Wälder, Berge und Landschaften schweifen lassen.

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Was wir aber ob des Regens nur ganz kurz machen, uns ruft vielmehr die Burgschänke.

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Weiter geht’s. Nach schönen Strecken durch das fränkische Land schlagen wir einen Kreis durch Kronach. Wie gut, dass es hier bisher noch nicht geregnet hat: Die ganze Stadt besteht aus Kopfsteinpflaster, und sie schmiegt sich an einen Hang, so dass die Straßen, wenn sie nass sind, nicht unbedingt für Biker geeignet sind. So aber genießen wir eine schöne Tour durch eine alte, gut erhaltene Stadt.

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Ab Kronach fahren wir wieder Bundesstraße, um etwas Strecke zu machen. Wir wollen ja schließlich irgendwann auch einmal ankommen. Weissenbrunn, Lösau, Sackenreut, Kulmbach, Gelbe Weiden, und dann auf direktem Weg nach Bayreuth. Eine kurze Pause in der Stadtmitte reicht uns, der grüne Hügel hat heute keine Anziehungskraft.

Weiter geht’s über Goldkronach nach Bischofsbrück ähm Bischofsgrün, wo uns ein granatenmäßiger Gewitterregen einholt. Bisher haben wir es immer geschafft, vor ihm zu bleiben, aber jetzt sind wir mitten drin, wir suchen uns eine Bushaltestelle, um wenigstens den schlimmsten Guss nicht auf dem Bike erleben zu müssen. Nach dem Regen steht unser Entschluss fest: Auf direktem Weg, so schnell wie möglich bis zur Grenze, immer der B303 entlang. Erst in Cheb (dem ehemaligen Eger, ja, dem Ort, aus dem die gleichnamigen Musikanten kommen. Aber kennt die überhaupt noch einer?) machen wir wieder Pause, wobei sich das etwas schwierig gestaltet. Erst landen wir auf einem Vietnamesen-Markt, bei dem selbst der Parkplatzeinweiser Geld will, und von dem es erstmal keine Ausfahrt gibt, und dann finden wir zwar ein Einkaufszentrum (mit ausschließlich deutschen Geschäften: Vögele, Schlecker, Tacco, Kaufhalle, aber das ist inzwischen wohl der Standard in Tschechien), aber kein Restaurant oder Bistro. Also setzen wir uns in das Cafe vom Kaufland, um wenigstens ein bisschen aufzutauen.

Irgendwie besteht Cheb nur aus Stau: Schon die Fahrt in die Stadt bestand aus fünf Kilometern Autoschlange, und auf der Fahrt aus dem Ort heraus ist es nicht anders: Dreispurig geht es auf einen Kreisel zu, der hoffnungslos überlastet ist. Aber durch irgendein Wunder löst sich alles auf, und wir kommen endlich zu der dringend benötigten Tankstelle. Benzin und Getränke sind schnell gebunkert, und bald geht es auf direktem Weg auf der E48 nach Karlovy Vary, unserem Tagesziel. Die Straße ist mit einer unserer Bundesstraßen vergleichbar, und wie es sich gehört, bestehen auch hier auf rund der Hälfte der Strecke Baustellen.

Unser Hotel am heutigen Tag ist das “Prima” in Doubi, einem kleinen Vorort von Karlsbad, rund 3 Kilometer vom Zentrum entfernt.

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Abends machen wir uns dann zu Fuß auf nach Karlsbad, um dort zu Abend zu essen.

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Nach einem Rundgang durch die Stadt wird uns schnell klar, dass auch hier weniger die tschechische Küche als vielmehr der internationale Touristenstandard zu finden ist. Ein Beispiel gefällig? Weil wir nichts besseres finden, begeben wir uns in ein italienisches Restaurant, das sich wenigstens dadurch abhebt, dass es seine Fische in einer Showtheke vor der Türe stehen hat. Allerdings sind weder Bedienung noch Köche Italiener, und entsprechend ist auch das Essen. Als ich mir einen Weißwein bestellen will und den Kellner frage, was für Weißweine er hat, sagt er sofort: “Ja!” und schreibt einen Wein auf. Dort gibt es nur Weiß- oder Rotwein… der entsprechenden Qualität. Nach einem Schluck steige ich auch auf ein Weißbier-Radler um.

Für den Rückweg wählen wir den bequemeren Weg des ÖPNV, und da die Linie erst in einer Stunde fährt, nutzen wir diese gewonnene Zeit, um in einer urigen Eckkneipe noch ein, zwei Biere zu trinken.  Ich glaube, die haben dort noch nie einen Deutschen gesehen.

Der Bus bringt uns pünktlich zurück zum Hotel, und nach einem weiteren Absacker gehen wir in unsere Zimmer, um zu schlafen. Wenn nur die Straßenlampe nicht wäre, die direkt vor dem vorhanglosen Fenster hängt und mit voller Leistung ins Zimmer scheint…

Trotzdem: Heut geht’s mir gut! 8)

Mongo’s Restaurant - Düsseldorf

Wenn mir bisher jemand das Stichwort “mongolisch” in Bezug auf Essen genannt hat, dann dachte ich in erster Linie an vergorene Yak-Milch mit einem Schuss Pferde-Blut. Oder an die Versuche einiger Restaurantbesitzer, so etwas wie einen heißen Topf anzubieten. Gestern bin ich durch den Hinweis eines Kollegen über das Restaurant “Mongo’s” in Düsseldorf gestolpert, das so etwas ähnliches auch anbietet. Wie ich inzwischen herausgefunden habe, handelt es sich bei Mongo’s um eine Kette oder ein Franchise-Unternehmen.

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Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: Man wird an einen Tisch gesetzt, wählt sich das Getränk aus, und wählt dann die gewünschte Speise aus. Wobei sich die Auswahl auf eine Marinade sowie die Menge der Speisen beschränkt. Denn der Gag bei der Sache ist, dass man selbst zu einem sogenannten “Food-Mart” geht, dort mit Hilfe einer Schüssel aus Gemüse, Zutaten, verschiedenen Fleisch-, Geflügel- und Fischsorten sein Essen zusammenstellt und dies dann dem Koch übergibt. Das fertig gekochte Essen wird in kürzester Zeit wieder an den Sitzplatz gebracht.

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Die Idee gefällt mir, auch wenn ich es hasse, mir das Essen selbst holen zu müssen. Dies ist auch der Grund, weshalb ich um Buffets einen großen Bogen mache. Beim ersten Gang war es denn auch genau so wie ich mir das vorgestellt habe: Zuerst einmal steht man in einer Schlange, und die Leute hinter mir haben gedrängt. Noch nicht einmal der persönliche Schutzabstand wurde respektiert. Nun gut, dafür entschädigte aber die Auswahl. Ich versuche jetzt, ob ich noch alles zusammenbringen, was man da zur Auswahl hat:

  • Bambussprossen
  • Pak Choi
  • Karottenstifte
  • Shiitake-Pilze
  • Austernpilze
  • Mais
  • Spinat
  • dunkle, fermentierte Bohnen
  • Champignons
  • Croutons
  •  Chinakohl
  • Kürbis
  • Süßkartoffeln
  • Spitzkohl
  • Broccoli
  • Blumenkohl
  • Zucchini
  • Mangold
  • Mu Err-Pilze
  • Tofu
  • Paprika
  • rote Zwiebeln
  • und vieles mehr an Gemüsen

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Und dann kommen die Nudeln:

  • Glasnudeln
  • Eiernudeln
  • Vermicelli
  • Mie-Nudeln

Die Fleischsorten waren gestern:

  • Strauß
  • Känguruh
  • Lamm
  • Rind
  • Springbock
  • Schwein
  • Putenbrust
  • Huhn
  • Entenbrust

Und zu guter Letzt der Fisch:

  • Lachs
  • Talapia
  • Tintenfisch
  • Papageienfisch
  • Pangasius
  • Surimi
  • Garnelen
  • Zander
  • Victoriabarsch
  • Venusmuscheln
  • Grünschalmuscheln

Die Auswahl ist also vielfältig, da findet sicher jeder, was er haben will.

Wichtig sind dabei auch die Marinaden. Hier stehen zur Auswahl: Rosmarin, Kokos Sesam, Pineapple, Malay Satay,  Mongo’s BBQ, Thai Lobster, Chili Knoblauch, “die Sauce des Monats” und dann als Höhepunkt “Die Bombe”.

Jetzt gehen wir noch einmal zurück zum Beginn, denn nach der Bestellung wird einem ein Brotkorb mit einer süßlich-scharfen Joghurt-Creme vorgesetzt.  Wenn man hier seine Fresslust nicht zügeln kann, dann futtert man sich mit dem Brot den größten Hunger weg, und kann dann nicht mehr viel von der Hauptsache essen.

Mein erster Gang (im wahrsten Sinn des Wortes) bestand aus vielfältigem Gemüse (mit viel Knoblauch) und gemischtem Fleisch. Als Marinade wählte ich Malay Satay, eine Erdnusssauce. Die Konsistenz der gegarten Lebensmittel - sowohl Gemüse als auch Fleisch und später auch der Fisch - sind ohne Fehl und Tadel, es passt vorne und hinten. Knackig, wo es knackig sein soll, kross am richtigen Fleck, und soft, wenn es nicht anders sein darf.

Beim zwieten Gang war denn die Schlange schon Vergangenheit, und wir konnten in aller Ruhe das Angebot studieren. Diesmal war bei mir neben dem allfälligen Gemüse Fisch angesagt: Tallapia-, Lachs und Zanderfilet, garniert von einer Handvoll Kingprawns. Als Marinade gabe es hierzu Thai Lobster. Das passt einfach.

Der dritte Gang wurde dann mit Geflügel konstruiert, also Putenbrust, Huhn und, weil noch etwas Bissfestes dazu gehört, noch etwas Rind (das übrigens wunderbar durchwachsen ist). Als Marinade wählte ich “die Bombe”, die aber leider ohne großes Getöse verpuffte. Irgendwo im Hintergrund kommt etwas Schärfe auf, aber als Bombe würde ich das auf keinen Fall bezeichnen.

Leider stellte ich erst ganz am Ende des Abends fest, dass es sowohl Vorspeisen als auch Desserts gibt, da war es für uns aber schon zu spät, und auch das Küchenpersonal war schon am Aufräumen.

Fazit: Uns hat der Abend sehr gut gefallen,  das Konzept ist stimmig, und das Essen - wenn man denn die Version wählt, bei der man sich so oft bedienen kann, wie man will - ist seinen Preis wert. Wenn man denn alles essen kann, was man sich holt. ;-)

Name Mungo’s
Angebot Pacific Rim, Fusion, mongolisch
Adresse Zollhof 10
Ort Düsseldorf
PLZ 44137
Land Deutschland
Telefon +49 211 4407 270
Telefax +49 211 4407 2710
Email duesseldorf@mongos.de
Homepage http://www.mongos.de/restaurants/duesseldorf/
Öffnungszeiten So.-Do. 12:00-24:00, Küche bis 22:30 Fr.-Sa. 12:00-01:00, Küche bis 23:30

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 2

Was ein Ärger! So trüb und grau und kalt, wie der vorherige Tag geendet hat, geht dieser Tag wieder los. Die Hoffnung, wenigstens auf einem Teil der Strecke ohne die dicken Klamotten auskommen zu können, hat sich damit zerschlagen.

Also bringen wir die Ankleideprozedur hinter uns, fahren noch einmal mit dem Mikrofasertuch über Spiegel und Armaturen, und los gehts auf unseren Bikes Richtung Roth. Apropos Bikes: Diesmal setzt sich unsere Truppe aus einer BMW K1200S, einer Harley FLHTCUSE2 (oder so ähnlich; können die ihren Mopeds nicht normale Namen geben? ;-) ) und einer Kawa Versys zusammen.

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Wild durcheinandergewürfelte Motorradtypen, aber auf so einer Strecke geht es wunderbar. Manchmal juckt es zwar, das rechte Handgelenk etwas mehr anzuwinkeln, aber… man ist ja brav und fährt in der Gruppe.

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Irgendwie verschwimmen die nächsten 100 Kilometer: Colmberg,  Lehrberg, Ansbach, Lichtenau, Wolframs-Eschenbach, lauter nette Orte, aber irgendwie bleibt nichts hängen. Ja, Ansbach hat eine schöne Residenz, aber eben auch eine super Durchfahrtsstraße, die einen genau so schnell wieder aus dem Ort hinausbringt wie man hineingefahren ist.

Die Strecke nach Roth und der Ort selbst sind dann wieder im Gedächtnis geblieben: Windsbach, Abenberg, Aurau, lauter schöne, heimelige Orte.

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Und dann Roth selbst, ein mittelalterliches Städtchen, das zum Bleiben einlädt, bei dem selbst an einem so trüben Tag die Sonne aufgeht.

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Nach einer kleinen Rast zum Fassen von Benzin und Kaffee geht es weiter in Richtung Nürnberg. Schon von Weitem grüßt die Silhouette, und unser Entschluss steht schnell fest: Hinauf auf die Burg, um von dort aus einen Überblick zu bekommen. Aber das ist nicht ganz so einfach, wie wir uns das vorgestellt haben: Irgendwie wollen die Nürnberger nicht, dass jemand nach oben fährt, denn wir finden lange keinen Wegweiser, der uns den richtigen Weg zeigt. Irgendwann aber ist es soweit, und wir blicken auf Nürnberg hinab.

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Das nächste Bild stammt von der offiziellen Homepage von Nürnberg. Hinter ihm verbirgt sich eine Panoramaansicht der Stadt; so professionelle Bilder kann man mit einer Amateurkamera für die Jackentasche nicht machen.

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Anschließend rufen der Marktplatz mit seinen Buden (muss das sein?) und der Brunnen nach einer Besichtigung, und vor allem schreien unsere Mägen nach einer Füllung. Was wir ihnen gnädig gewähren.

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Auf der Terrasse eines netten italienischen Restaurants (Da Claudio, SEHR empfehlenswert!) mit Blick auf den Marktplatz, durch die Kombis vor dem kalten Wind geschützt, genießen wir genau richtig zubereitete Speisen.

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Jetzt fehlt nur noch der Wein, und die Urlaubsidylle ist vollständig. Aber der ist natürlich tagsüber verboten. Außerdem: Wein in Nürnberg? Unsere Erfahrungen lassen uns vor dieser Vorstellung zurückzucken. Das gilt für die gesamte Strecke, wie sich noch zeigen wird.

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Während der Mittagspause bekommen wir mit, dass es auf der Autobahn bei Nürnberg einen schweren Unfall gegeben hat, und dass dadurch die Autobahnen komplett verstopft sind. Macht nichts, wir fahren ja Bundes- und Landstraßen. Das aber ist ein klarer Fall von “Denkste!”. Denn zwischen Nürnberg, Erlangen und Forchheim sind auch die Nebenstrecken so voll mit Autos und vor allem LKWs, dass wir uns in Forchheim dafür entscheiden, statt direkt nach Hirschaid (unserem Etappenziel) über Ebermannstadt, Egloffstein, Schweigelberg, Aufsess und Heiligenstadt zu fahren.

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Dieser Umweg hat sich wahrlich gelohnt. Zum Einen haben wir absolut ruhige Straßen vor uns, zum Anderen aber sehen wir Orte, wie sie in einem Bilderbuch nicht schöner sein könnten. Teilweise kommt man sich vor wie in einer Kulisse zu einem Film, wobei es nicht ganz klar ist, ob es sich um einen Historienschinken oder ein Fantasymärchen handelt, so unwirklich und außerhalb des Normalen zeigt sich die Landschaft. Geschwungene Straßen, dunkle Wälder, ab und zu schaut die Sonne hinter den inzwischen tiefschwarzen Wolken hervor. Herz, was willst Du mehr?

Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: Keinen Split auf Bitumen auf der Straße! So schön die Strecke ist, der Fahrbahnbelag lässt extrem zu wünschen übrig, und gegen Ende der Etappe, auf der Abfahrt nach Hirschaid hin, wird es ganz schlimm: Hier wurde die Straße abgefräst, aber dummerweise wurden die dabei anfallenden Steinchen nicht beseitigt. Dadurch fährt es sich wie auf Eis. Grausam. Die Spuren in der an eine Kurve angrenzenden Wiese zeigen, dass es auch Autos nicht besser ergeht als Motorrädern: Sie führen einfach nur geradeaus weiter, zum Glück an dem einzigen vorhandenen Baum vorbei.

Und dann kommt Hirschaid. In the middle of nowhere. Vor einigen Jahren habe ich hier einmal ein paar Veranstaltungen des Internet-Weinforums Wein-Plus mitgemacht, und irgendwie hat es mir damals so gut gefallen, das ich es auch für diese Tour ausgesucht habe.

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Inzwischen ist aus dem idyllisch gelegenen Hotel mit einem Möbelhaus in Gehentfernung (mit Spiegelsaal im Obergeschoss!) ein komplettes, zugebautes Gewerbegebiet geworden, mit einer 7*24-Stunden Tankstelle gegenüber. Leider hat das ausgesuchte Hotel Drive Inn keine Garage, so dass wir die Mopeds vor der Türe auf dem öffentlichen Parkplatz stehen lassen müssen. Ganz wohl ist uns nicht dabei.

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Das Hotel aber bietet das Wichtigste, das man braucht: Ein Bett, morgens die Gelegenheit zum Frühstücken und vor allem Ruhe.

Um die notwendige Bettschwere kümmern wir uns auf andere Weise: Wir fahren mit dem Taxi nach Bamberg, um uns die Stadt und den berühmten Reiter anzusehen und um - natürlich - das Rauchbier auszuprobieren. Die Taxifahrt ist schon ein Abenteuer für sich. Eine sehr freundliche Taxifahrerin aus Thüringen erzählt uns auf der Fahrt alles Wissenswerte über Bamberg, wo man gut Essen kann, was man trinken muss, was man sich ansehen muss.

Zuerst einmal, sozusagen als Einstimmung, haben wir eine kleine Bierprobe zu uns genommen.

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Das ist so eine Sache: Wenn ich (nicht nur in der Pfalz oder in Baden) zu einem Winzer gehe und eine Weinprobe mache, dann bezahle ich erst einmal nichts dafür. Man geht davon aus, dass es ein gutes Folgegeschäft gibt. Und was macht die Brauerei in Bamberg? Die verlangt für drei Fingerhüte voll Bier richtig viel Geld. Ich weiß, warum ich normalerweise nur Wein trinke. ;-)

 Hier kommen jetzt die Beweisphotos, die zeigen, dass wir auch wirklich dort waren. Zuerst einmal ein schönes altes Fachwerkhaus:

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Dann der Dom mit dem Reiter darin. Ja, wir sind zu Fuß auf den Berg gekraxelt!

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Der Reiter selbst:

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Oder ist der hier schöner?

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Und dann natürlich das berühmte barockene Bubenbein:

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Zu guter Letzt das für viele Leute Wichtigste aus Bamberg, das “Schlenkerla”:

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Wie kann man das nur freiwillig trinken? Ich mag es schon nicht, wenn Würstchen zu sehr geräuchert wurden, was aber soll das bitteschön in einem Bier? Wenn es denn nur der Rauch wäre: Gut. Eine Eigenart. Aber dann auch noch Speck! Grausam! Was dieses Gesöff mit Bier zu tun hat, wie das durch die angeblich so dichten Maschen des Reinheitsgebots durchrutschen konnte, das muss mir mal jemand ganz genau erklären. Da lobe ich mir die Gesetze zur Weinherstellung, dort sind solche Eskapaden nicht zugelassen.

Das Abendessen - sehr wichtig, um den Geschmack des Rauchbiers wieder loszuwerden - bestand natürlich aus typisch fränkischen Spezialitäten, gefunden haben wir sie im Restaurant “Katzenbuckel” (leider ohne Homepage). Nicht nur in der Pfalz wird man vom Wirt aufgefordert, am Tisch etwas enger zusammen zu rücken, damit noch andere Gäste Platz nehmen können, nein, auch in Franken kommt das vor. Und wirklich: Es hat viel Spaß gemacht, wir haben einiges über die Gegend erfahren (wir hatten einen jungen Standesbeamten aus der Region am Tisch), und geschmeckt hat es auch noch. Es war natürlich klar, dass ich nach den Erfahrungen mit dem Schlenkerla wieder auf Wein umgestiegen bin, hier allerdings in Form von neuem Süßem.

Zufrieden und gesättigt ließen wir uns von einem Taxi zurück nach Hirschaid bringen.

Heut geht’s mir gut! 8)

Nippon-Kan - Düsseldorf

Es gibt Restaurants, über die muss man keine Worte verlieren. Wenn man Kennern gegenüber die Namen Benkai, I-Ro-Ha oder Sushi Duke (RIP) erwähnt, dann kommen sie ins Schwärmen und hören erst auf, wenn ein anderes, vergleichbares Restaurant genannt wird. Um dann umso enthusiastischer über dieses zu diskutieren.

In diese Gruppe gehört auch das Nippon-Kan in Düsseldorf.

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Nach einem anstrengenden Tag habe ich mir letzte Woche einen Besuch in diesem Etablissement gegönnt. Neben Sushi, Sashimi und Tempura werden hier auch traditionelle japanische Gerichte gereicht. Für mich immer wieder empfehlenswert - allerdings auch recht preisintensiv - sind die liebevoll zusammengestellten Menüs. Einen besseren Überblick über die japanische Kochkultur kann man sich außerhalb Japans kaum vorstellen.

Leider ist das Nippon-Kan sehr zurückhaltend, was Werbung und Selbstdarstellung angeht (was man auch an der hinter obigem Logo versteckten Homepage erkennen kann). Daher kann ich hier keine Photos oder sonstige Darstellungen der Kunst des Meisters hinter der Theke darbieten.

Bei meinem letzten Besuch habe ich mir eine Shogun Bento Box gegönnt. Auch hier wird, wie bei den Menüs, ein Überblick über die verschiedenen kulinarischen Stile Japans geboten. Natürlich bekommt man auch bei den Boxen zuerst einmal einen Teaser, ein Amuse Gueule, mit dem der Appetit angeregt werden soll. Bei mir war es ein säuerlich eingelegter Tunfisch auf Algen. Auf diesen folgte ein Süppchen mit Garnele, Shiitake-Pilz und Sprossen, in das zur Aromatisierung ein Spritzer von einer beigelegten Zitrone gegeben wurde.

Begleitet wurde das Ganze von einem (endlosen) grünen Tee, der die Sinne immer wieder auf neue Eindrücke vorbereitet. Und neue Eindrücke kommen bei der Bento-Box wahrlich:

Sauer eingelegtes Gemüse, gekochtes Rind auf Gemüse und Sprossen, Sushi (drei verschiedene Nigiri, darunter ein fetter Tunfisch und vier Maki), Tempura von Gemüse, Fisch und Garnelen (natürlich mit geschabtem Rettich in der Sauce), Sashimi (frischer geht es kaum), gegrillte Makrele und für die Europäer als Abschluss Tamago, das gesüßte japanische Omelette. Die Bento-Box hat für mich den Vorteil, dass ich nicht die durch das Menü vorgegebene Reihenfolge einhalten muss, sondern alle Genüsse, Eindrücke und Anregungen, die durch die unterschiedlichen Speisen gegeben werden, durcheinander genießen kann. Zudem stellt eine Bento-Box auch eine gute Gelegenheit dar, Schönheit, Eleganz und Ruhe der Kreation des Chefs zu präsentieren. Es handelt sich immer um ein Gesamtkunstwerk, das man entsprechend würdigen muss. Man kann also nicht einfach nur den Inhalt in sich hineinschlingen, man sollte auch immer wieder kontemplativ innehalten, um sich zu besinnen, um den Augenblick zu genießen und die Ruhe des Orts in sich aufzunehmen.

Zum Ende der Speisenfolge kam dann noch eine Nachspeise in Form dreier Erdbeeren (die passen zwar von der Jahreszeit her nicht, waren aber göttlich süß!), begleitet von drei Orangenfilets. Eine auf den ersten Blick gewagte Zusammenstellung, die Säure und Süße aber haben sich hervorragend ergänzt und dem Essen ein Krönchen aufgesetzt.

Mein Fazit: Ich selbst habe mir, obwohl ich alleine war, für diese Speisenfolge zwei Stunden Zeit genommen, ich habe den Abend genossen und freue mich darauf, irgend wann wieder einmal ins Nippon-Kan gehen zu können. Ob alleine oder mit Freunden spielt dabei wahrlich keine Rolle.

Name Nippon-Kan
Angebot japanisch
Adresse Immermannstr. 35
Ort Düsseldorf
PLZ 40210
Land Deutschland
Telefon +49 211 173470
Telefax 211 3613625
Email  
Homepage http://www.mon.de/dus/nippon-kan/
Öffnungszeiten täglich geöffnet von 12 bis 14:00 Uhr
und von 18:00 bis 22:00 Uhr

Heut geht’s mir gut! 8)

PS: Wenn man etwas Glück hat bekommt man eine Bedienung, die auch deutsch oder englisch spricht. Für die anderen reicht es, auf das gewünschte Essen in der Karte zu zeigen.

Bénoa - Düsseldorf

Ab und zu frage ich Kollegen oder Kunden, ob sie nicht einen Tip für mich haben, anstatt selbst auf die Suche zu gehen. Einem solchen Tip bin ich letzte Woche gefolgt, und ich muss sagen: Alles in allem hat es sich gelohnt.

Nach einem gemütlichen Spaziergang vom Hotel durch ein Viertel, in das ich mich normalerweise nicht verirren würde, um nach einem Platz zum Essen zu suchen, traf ich schließlich am Ziel meiner Suche ein: Dem Restaurant Bénoa.

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Stilisch kommt es daher, von außen fast kühl wirkend durch die in Reih’ und Glied aufgestellten Tische. Sehr sauber ist es eingedeckt, wobei die beiden Tischreihen fast an die Situation in einem französischen Restaurant erinnern, in dem man seinen “plat du jour” einnehmen kann (ich sage nur Jacques Tati). Im Hintergrund läuft eine angenehme Interpretation von bekannten Titeln aus der Zeit der “Neuen Deutschen Welle” (besonders ist mir “Eisbär” von Grauzone aufgefallen), das Licht ist trotz Halogen-Punktstrahlern augenschonend mild, es reicht aber doch aus, um auch ein klein gedrucktes Buch zu lesen.

Gegen 21:00 Uhr kam ich im Bénoa an, und obwohl die Küche bereits dabei war, klar Schiff zu machen und die Bedienung im Restaurant mangels Gästen die meisten Kerzen schon gelöscht hatte, wurde ich doch freundlich aufgenommen.

Aus der nett gestalteten Karte, die erfreulicher Weise auch eine gute Weinauswahl umfasst, wählte ich mir die Empfehlungen des Tages als Dreigangmenue aus. Als Getränk fiel die Entscheidung auf einen Sauvignon Blanc von der Domaine Octavie an der Loire. Begonnen wurde mit einer Orangen-Kürbiscremesuppe mit Garnelenpraline, dazu wurde Baguette gereicht. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Garnelenpraline das war, was ich zum Bestreichen des Baguettes verwendet habe, die Suppe aber war wunderbar rund abgestimmt, keines der Bestandteile überwiegte oder erdrückte gar den anderen Teil.

Als Zwischengericht gab es Gegrillte Jakobsmuscheln mit Lotuswurzeln und Koriander-Vinaigrette. Dieser Gang war ohne jede Anmerkung einfach nur klasse. Da meine persönliche Präferenz nicht so sehr in Richtung Koriander geht, hatte ich mir die vereinzelten Blätter aus den Lotuswurzeln herausgesucht. Was dann an Koriandergeschmack übrig blieb unterstrich ideal den Charakter von Muscheln und Gemüse. Leider hatte ich keinen Photoapparat dabei, um die liebevolle Gestaltung des Gerichts auf dem Telleraufnehmen zu können. Mehr davon!

Das hier dargestellte Gericht war nicht Bestandteil meines Essens, es zeigt nur die Kunst der Darbietung:

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Die Hauptspeise war dann ein Gegrilltes Pangasiusfilet mit Flusskrebssauce, sautiertem Sommergemüse und Basmatireis. Der Reis war leicht klebrig (wie es sich für ein asiatisches Restaurant gehört), der Fisch leider nichtssagend (was bei dem fast geschmacklosen Pangasius passieren kann)  und leicht gläsern, das Gemüse ein klein wenig zu ölig, die Flusskrebssauce etwas zu reduziert. Kurz: Damit war ich nicht zufrieden. Ob das an dem Abend lag oder einen generellen Kritikpunkt darstellt wird mein nächster Besuch zeigen.

Empfohlen worden war mir das Restaurant als asiatisch, vietnamesisch. Für mich aber stellt es einen der wenigen Vertreter von “Pacific Rim” oder “Fusion” in Deutschland dar.

Fazit: Bis auf Ausrutscher war ich mit dem Essen so zufrieden, dass ich auf alle Fälle ein weiteres Mal herkommen werde. Dann allerdings zu zivileren Zeiten, zu denen die Küche auch noch auf Gäste eingestellt ist und nicht Schulungsmaßnahmen durchführt oder an den Feierabend denkt ;-))

Name Bénoa Restaurant und Bar
Angebot Asiatisch, Pacific Rim
Adresse Moltkestraße 108
Ort Düsseldorf
PLZ 40479
Land Deutschland
Telefon +49 211 46 95 471
Telefax +49 203 / 289 67 34
Email
Homepage http://www.benoa-restaurant.de
Öffnungszeiten Di. - Do. und So. 18.00 - 00.00
Fr. - Sa. 18.00 - 01.00

Heut geht’s mir gut! 8)

Die Burgenstraße - mit dem Motorrad von Mannheim nach Prag, Tag 1

Vor Kurzen musste ich einmal einem Stau ausweichen, und dabei kam ich vor dem Schloss in Mannheim zum Halten.

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Hier ist eines dieser typischen braunen Hinweisschild zu finden, mit denen irgendwelche touristischen Initiativen auf sich aufmerksam machen. Spargelstraße, Barockstraße, Alleenstraße, Weinstraße (in vielen verschiedenen, lokalen Varianten), was gibt es da nicht alles, mit dem man das Interesse der Bevölkerung auf sich ziehen will und kann. In diesem Fall handelt es sich um die Burgenstraße.

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Dass es funktioniert, sieht man daran, dass ich nichts Besseres zu tun hatte, als mich, sobald ich im Zug saß, ins Internet zu stürzen (dank T-Online-Hotspot im ICE ist das ja heute möglich), und nach “Burgenstraße” zu suchen. Und relativ schnell fand ich die Homepage dieser Straße.

Da ich noch etwas Zeit hatte und mein Motorrad-Tourenplaner (dessen aktuelle Version leider die letzte ist, da der Hersteller die Privatkundenproduktentwicklung eingestellt hat) sowieso offen war, baute ich mir eine Tour zusammen, die sämtliche Burgen, Schlösser und Sehenswürdigkeiten berührte, die einen Bezug zur Burgenstraße haben. Heraus kam eine Strecke, die innerhalb von knapp fünf Tagen abzufahren war. Ein Tag Aufenthalt in Prag, ein Tag Rückfahrt - fertig ist die Tourplanung.

Wann immer sich eine Gelegenheit bot machte ich Werbung für die Ausfahrt, und durch die Verschiebung eines anderen Termins war auf einmal das Wochenende um den Tag der deutschen Einheit frei. Zwei Freunde sagten sofort zu, und damit war klar, dass die Tour stattfindet. Jetzt sind wir alle nicht so kulturbeflissen, dass wir jedes Schloss, jede Kirche und jede Burg besuchen müssen, daher wurde die Tour optimiert und auf das Wichtigste an Sehenswürdigkeiten reduziert. Denn natürlich sollte sie mit Motorrädern stattfinden, und da steht das Fahren im Vordergrund und nicht das Bewundern von Altertümern.

Die ungefähre Lage der Übernachtungen wurde durch den Tourenplaner vorgegeben, die Hotels selbst suchte ich mit Hilfe von HRS heraus. Damit hatte ich schon in der Vergangenheit nur gute Erfahrungen gemacht. Und es hat den Vorteil, dass die Zimmer bis zum Tag der Anreise storniert werden können - gerade bei einer Tour im Herbst ist das ein gewichtiges Argument.

An den Tagen vor der Abfahrt zeigte das Barometer steil nach unten, so dass wir uns schon alternative Routen aussuchten. So standen etwa Paris, Mailand und Wien zur Auswahl. Da jedoch das Wetter in ganz Mitteleuropa gleich durchwachsen war, entschieden wir uns, trotz leichten Nieselregens, am 1. Oktober Richtung Prag loszufahren.

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Mannheim, Schwetzingen, Heidelberg, den Neckar entlang. Selten habe ich die Strecke so auto- und vor allem motorradfrei  erlebt. Neckargemünd, Eberbach, noch sind wir uns nicht sicher, ob wir “nur” mit Motorradkleidung weiterfahren, oder ob wir auf die Regenkombis wechseln. In Neckargerach biegen wir links ab, um statt der “langweiligen” Bundesstraße auch einmal etwas Landstraße zu sehen. Das allerdings gestaltet sich zum Abenteuer, denn der Nieselregen verbündet sich auf fatale Art und Weise mit den auf den Straßen herumliegenden Blättern. Es wird etwas rutschig, bleibt aber beherrschbar. In Mosbach, einem kleinen, mittelalterlich geprägten Städtchen machen wir die erste “richtige” Pause. Hm, irgendwie heißen hier alle Leute “Kapferer”. Und in einem Cafe gleichen Namens wärmen wir uns dann auch auf, trinken etwas und einige von uns entscheiden sich, anschließend in der dicken Regenkombi weiter zu fahren. Im Endeffekt bleibt das die Kleidung für die nächsten Tage, was aber bei jeder Pause ein witziges Aus- und Anzieh-Prozedere nach sich zieht.

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Leider ist das Navi-System (TomTom), das wir anstatt eines hergebrachten, selbstgeschriebenen und funktionierenden Roadbooks verwenden, nicht in der Lage, Wegepunkte einfach auszulassen oder zu löschen. Mit eiserner Beharrlichkeit verlangt es, dass wir einen ausgelassenen Punkt anfahren. Dadurch sind wir gezwungen, auch persönlich bekannte schöne Nebenstrecken auszulassen, weil das Navi etwas anderes sagt. Vor Heilbronn biegen wir ab in Richtung Öhringen; endlich wird das Wetter etwas besser, ab und zu schaut die Sonne heraus. In Schwäbisch Hall scheint die Sonne so hell, dass wir dort die zweite Pause einlegen. Nach Kaffee und Kuchen (bzw. Zwiebelkuchen und widerlich süßem neuem Wein) in einem Cafe stehen wir auf den Stufen der St. Michaels-Kirche, schauen auf das wunderschöne alte Rathaus und lassen es uns gut gehen. So haben wir uns das Ganze vorgestellt.

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 Irgendwann aber fahren wir dann doch weiter, Rothenburg ob der Tauber ruft als Tagesziel.

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Wir haben Glück: Die Sonne, die in Schwäbisch Hall vom Himmel lachte, begleitet uns auch bis nach Rothenburg. So macht Motorradfahren Spaß: Durch eine leicht hügelige Landschaft cruisen, ab und an etwas Gas geben, weil man die Strecke für mehr als 500 Meter einsehen kann (sonst lohnt es sich für den Harley-Fahrer nicht, er muss ja sonst gleich wieder bremsen ;-) ) und dabei den vereinzelten Regentropfen ausweichen. In Rothenburg hatten wir Zimmer im Gasthof Post in der Ansbacher Straße reserviert. Für Biker ist das besonders empfehlenswert, da der Herr des Hauses seine Garage zur Unterbringung der Bikes zur Verfügung stellt. Zumindest bei uns hat er das gemacht. ;-)

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Nach einem gemütlichen Abendessen im goldenen Lamm - natürlich mit den passenden Speisen auf dem Tisch - sowie einem Rundgang auf der mittelalterlichen Stadtmauer kehren wir müde, aber zufrieden in die Post zurück. Ein Schlaftrunk beendet diese erste Etappe.

Heut geht’s mir gut!  8)

Al Stewart - Sparks Of Ancient Light

1978 war ein gutes Jahr für die Musik. Billy Joel veröffentlichte “52nd Street”, die Bee Gees kamen mit “Staying Alive” auf Platz 1 nicht nur der US-Charts, Genesis verkleinerten sich auf drei Mitglieder und gaben das allen bekannt (”And Then There Were Three”), Gary Moore versuchte wieder einmal ein Comeback (”Back On The Streets”), 10cc veröffentlichte das Album “Bloody Tourists”, aus dem bis heute “Dreadlock Holiday” gespielt wird, Bob Marley spielte “Babylon By Bus” ein,  Queen und Ry Cooder kamen unabhängig voneinander mit “Jazz” auf den Markt, MMW gröhlte “Mit Pfefferminz Bin Ich Dein Prinz”, Birth Control, Little Feat, Alan Parsons Project (”Pyramid”), ACDC und Styx brachten LPs auf den Markt, und Frank Zappa brillierte mit “Studio Tan”. Und dann kam Al Stewart mit “Time Passages”. Nicht nur der Titelsong, auch “Song On The Radio” und “Almost Lucy” sind bis heute gerne gespielte Titel, wunderbar dahingleitende Balladen, die als Hintergrundmusik jeden romatischen Abend verschönern können.

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Dreißig Jahre später sind von den genannten Musikern noch Billy Joel, Phil Collons, Gary Moore und ACDC aktiv. Und seit kurzem auch wieder Al Stewart. Im Prinzip kann man “Year Of The Cat” oder auch “Time Passages” einfach weiterlaufen lassen, irgendwie wird daraus automatisch “Lord Salisbury”, das erste Stück auf seiner neuen CD “Sparks Of Ancient Light”. Hier hat sich nichts geändert. Weder die Tonlage der Stimmen oder Instrumente, noch die generelle Abfolge der Akkorde. Es plätschert auch heute noch genau so gefällig daher wie schon die alten Lieder. Nur - wir sind heute 30 Jahre weiter, und irgendwie hätte ich erwartet, dass Al Stewart auch neuere Strömungen mit aufnimmt. Irgendwie kommt da das Gefühl auf, dass AS einfach nur eine CD veröffentlicht hat, um wieder einmal ins Gespräch zu kommen.

Fazit: Für eingefleischte Al Stewart-Anhänger sicher ein wichtiges Stück Musikgeschichte, für alle anderen ein interessantes Beispiel für Konservativismus, der im Grunde nichts anderes ist als Stillstand.

Trotzdem: Heut geht’s mir gut! 8)