Archive für Mai 2007

BMW 325i Cabrio

Nachdem es zum Glück am Wochenende vorher nicht geklappt hat steht mir jetzt von Samstag bis Dienstag das neue 3er-Cabrio zur Verfügung.

Bei der Übergabe scheint die Sonne, das viersitzige Cabrio kann also in seiner gesamten Schönheit bewundert werden. Wieder einmal hat es BMW geschafft, ein Cabrio auf die Räder zu stellen, bei dem diese eine gerade Linie von ganz vorne bis ganz nach hinten durchgezogen wurde. Wunderschön, und vor allem ist es halt das durchgängige Markenzeichen der inzwischen vier verschiedenen Generationen von 3er Cabrios.

Tief sitzt man in diesem Cabrio, fast sportlich ist die Sitzposition geraten. Aber auch kleinere und größere Mitmenschen können es sich in diesem Wagen so einrichten, dass sie bequem fahren können. Die Ergonomie der Armaturen ist BMW-typisch: Eine inzwischen nur noch dezente Ausrichtung auf den Fahrer, alle Hebel und Knöpfe in Reichweite, alles im Blick: Das passt, damit kommt man schnell zurecht.

Die Bedienung des Verdecks erfolgt komplett und ohne zusätzliche Handgriffe vom Fahrersitz aus. Einfach einen Knopf gedrückt halten, und innerhalb von 22 Sekunden hat man ein Coupe vor sich stehen. Bis auf das kleine Manko einer Fuge im Dach steht das Cabrio seinem echten Coupe-Bruder so gut wie nicht nach. Was wirklich einen Negativpunkt darstellt ist der Kofferrauminhalt. Wenn das Dach offen ist, hat man gerade noch 210 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung. Und das in einer Form, die einen normalen Koffer nicht mehr hineinpassen lässt. Aber dazu hat man ja die Rückbank. Wer will in einem solchen Auto schon jemanden auf der Rückbank sitzen haben? Dort ist schließlich der Platz für das Windschott. ;-)

Über die Fahrleistungen des 2,9 Liter-Motors muss man nur ein Wort sagen: Ausreichend. Ausreichend, um Spass zu haben, um auch einmal unangestrengt 230 oder mehr auf der Autobahn zu fahren, um niedertourig durch die Landschaft zu cruisen, um das Leben zu genießen. Sicher gibt es den Wagen auch mit einem kleineren und einigen größeren Motoren (von denen zwei ebenfalls einen 2,9 Liter Motor mit anderem Charakter haben), so dass alle Wünsche an Motorisierung gestillt werden können, mir aber langt diese Motorisierung voll und ganz aus, vor allem, weil das Fahrwerk hervorragend auf die Leistung dieses Triebwerks abgestimmt ist.

Fazit: Als Zweitwagen für ein Pärchen ist dieser Wagen wunderbar geeignet. Mal sehen, was meine bessere Hälfte von dieser Idee hält…

VW New Beetle

Manchmal hat es schon Vorteile, wenn man mehr als ein- oder zweimal im Jahr einen Wagen von einem Autovermieter anmietet. Am Montag habe ich mir bei Europcar am Düsseldorfer Flughafen einen Kleinwagen abgeholt, um die Woche über in Düsseldorf und Umgebung herumfahren zu können. Bei der Übergabe wurde mir dann der Schlüssel für ein VW Beetle Cabrio mit Dieselmotor in die Hand gedrückt.

Erster Eindruck: Ein Käfer. Mit allen Unzulänglichkeiten, die ein Käfer nun einmal hat. Nein, ich habe nicht versucht, meinen Koffer im vorderen Kofferraum unterzubringen, aber in den hinteren hat er auch nicht gepasst. Wie kann man ein modernes Auto, das auch noch das Verdeck als Rucksack mit sich herumschleppt, so unsinnig bauen? Für wen ist dieses Auto denn gedacht? Sehr merkwürdig.

An was erinnert man sich aus dem ersten eigenen Käfer? Die Vase gab es bei mir nicht mehr, im neuen aber ist sie wieder vorhanden. Die Lüftung war früher ein Thema, die Scheiben waren - egal ob Sommer oder Winter - immer beschlagen. Das ist heute nicht mehr so, der von mir gefahrene Wagen hatte eine sehr gut funktionierende Klimatisierung. Die man bei dem heißen Wetter, das zur Zeit herrscht, auch in einem Cabrio benötigt. Apropos Cabrio: Ich mache das Verdeck natürlich sofort auf. Ein zentraler Hebel, in der Mitte der oberen Fensterkante angebracht, möchte gedreht werden, bevor man mit der Elektrik das Dach anheben kann. Wenn es in der Endposition ist, muss man allerdings so lange den Knopf weiterdrücken, bis die Rutschkupplung einsetzt und ein Ton den Verschluss des Verdecks anzeigt. Das steht so nicht in der Bedienungsanleitung. Wenn man nicht so lange wartet, wird man bei jedem Anfahren bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 10 km/h mit einem durchdringenden Pfeifton beglückt. Sehr unangenehm, man kümmert sich wirklich um das Problem. Wenn man es denn einmal als solches erkannt hat und man die Ursache für das Signal nicht irgendwo anders sucht.

Ansonsten: Der Motor ist gut, auch wenn ich es aus geruchlichen Gründen für falsch halte, ein Cabrio mit einem Diesel auszustatten. Die Fahrleistungen reichen aus, irgendwie traut man es sich nicht, mit diesem Wagen schneller zu fahren als früher mit dem Käfer. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in einer fremden Stadt ohne Navigationssystem unterwegs war. Seither habe ich wieder einen aktuellen Stadtplan dabei.

Der Einstieg in die hinteren Sitze ist genauso unbequem wie früher: Man muss sich verbiegen, um hinein zu kommen. Und alle Menschen über 150cm stoßen mit den Knien am Vordersitz an. Also ist der Wagen nur für Familien mit Kleinkindern geeignet.

Fazit: Ich bin mit dem Wagen vier Tage lang durch Düsseldorf kutschiert. Ja, er hat mich überall hingebracht, wo ich hinwollte, aber ich werde mir diesen Wagen sicher nicht ein zweites Mal antun. Wenn ich denn in dem Flair eines Käfers unterwegs sein will, dann besorge ich mir einen Oldtimer bei Rent-A-Wreck (noch nicht in Deutschland) oder beim Altwagenhändler, ich werde aber sicher nicht einen Neuwagen mit den Unzulänglichkeiten eines alten Autos fahren.

Feuerkugel - Erfurt

Wenn man einmal in Thüringen ist, dann muss man auch einmal typisch thüringisch essen. Eine Gelegenheit dazu bot sich mir gestern: Auf einem Spaziergang durch die Stadt Erfurt entdeckte ich das Restaurant “Feuerkugel”.

 

feuerkugel.png

 

Eine gemütliche Kneipe mit hohen Decken, urigem Mobiliar und einer sehr netten Bedienung. Als aktuelle Spezialität wurden gerade echt thüringer Spargel angeboten. Da es offensichtlich keine thüringer Schweine gibt, wurden sie von Schwarzwälder Schinken begleitet. Trotz der Anreicherung durch eine Thomy-Hollandaise war es ein Genuss, auch die Petersilien-Kartoffeln passten.

Vorsichtig muss man sein, wenn man sich einen der Salate als Vorspeise bestellt: Laut Bedienung sind die so groß wie ein kleiner Teller. Stimmt, allerdings ist der Belag - in diesem Fall der Schafskäse - so groß wie der kleine Teller. Das Ganze aber ist angerichtet auf einem großen Teller mit einer größeren Menge bunt angemachten Salats. Nein nein Freunde, ich bin nicht zu den Salatessern gewechselt, ich habe dieses “Missgeschick” am Nebentisch beobachtet. Aber eines ist sicher: Der Salat war so gut, dass er trotz seiner Größe komplett verputzt wurde.

Als Getränke werden neben den bekannten großen Biersorten natürlich auch Köstritzer und Radeberger gereicht, an Weinen kommen ausgewählte gute Qualitäten sowohl aus Deutschland als auch dem Rest Europas zum Ausschank. Auch Saale Unstrut ist im offenen Bereich mit einem trocken Müller-Turgau und einem lieblichen Weißburgunder, im Flaschenbereich mit einem sehr guten (fast) trockenen Weißburgunder vertreten.

Fazit: Wenn man einmal einen gemütlichen Abend in einer netten Kneipe verbringen möchte ist man hier gut aufgehoben.

 

Name Feuerkugel
Angebot thüringisch
Adresse Michaelisstraße 3-4
Ort Erfurt
PLZ 99084
Land Deutschland
Telefon +49 361 789 1256
Telefax +49 361 789 1254
Email feuerkugel@feuerkugel-erfurt.de
Homepage http://www.feuerkugel-erfurt.de
Öffnungszeiten täglich geöffnet von 11-24:00 Uhr
Küche von 11:00 bis 22:00 Uhr

Hirsch - Hügelsheim

Prinzipiell ist der Hirsch eine gehobene Dorfwirtschaft mit Metzgerei, daher kann man IMMER sicher sein, hervorragendes Fleisch zu bekommen. Hier ist der Treffpunkt von Feuerwehr und Gesangsverein, im Nebenraum steht eine große Bühne zur Verfügung, sprich: Es handelt sich um eine normale, gemütliche Wirtschaft mit Hotel. Sobald aber die kleinen, weißen Schößlinge des ursprünglich aus Frankreich stammenden Asparagus tenuifolius mit ihren Köpfen die glattgestrichenen Flächen der sandigen Pflanzreihen zu durchbrechen drohen gibt es kein Halten mehr: Dann ist dieses Restaurant der Mittelpunkt der Haut Volee des nördlichen Schwarzwalds.

Ob Baden-Baden (was ja nur ein Katzensprung ist), Karlsruhe, Offenburg, ja sogar Stuttgart, wo immer jemand in Süddeutschland wohnt, der etwas von Spargel versteht, macht sich derjenige auf den Weg nach Hügelsheim, um dort den frisch gestochenen Spargel zu genießen. Hier ist er leicht süßlich (auch ohne Zucker im Wasser!), immer frisch, immer frisch geschält und gekocht. Begleitet wird er von einer göttlichen Hollandaise - richtig gut nach Butter schmeckend, ohne Überlagerung von Zitronensaft oder Wein, mit einem Stand, der genial ist - von Schinken (gemischt oder nur roh/gekocht) oder einem Kalbsschnitzel oder einem Wantzenauer Mischdgratzerle (Hähnchen) oder oder oder.

Und dann kommt das Besondere: Der Pfannkuchen. Allerdings ist das kein normaler Pfannkuchen aus einem Eier/Mehlteig, der in der Pfanne gebraten wird, hier handelt es sich um ein Etwas, das im schwimmenden Fett ausgebacken wird. Es ist unmöglich, an das Rezept dafür zu kommen. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und versucht, wenigstens ein vergleichbaren Ergebnis hinzubekommen, und ich bin bei einem Brandteig gelandet. Es war zwar gut und einigermaßen vergleichbar, ganz geschafft habe ich es aber nicht. Und Frau Wild will mir das Rezept einfach nicht geben… Auf alle Fälle schmeckt dieser Pfannkuchen wunderbar zu den Spargeln und der Soße, er schmeckt so gut, dass selbst eingefleischte Kartoffel-als-Begleiter- von-Spargel-Esser auf ihre normale Sättigungsbeilage verzichten.
Als Nachtisch gibt es die zum Spargel gehörenden Erdbeer- und Rabarberdesserts in verschiedenen Variationen und Kombinationen. Ich hatte gestern den Rabarberschaum pur, ohne Beilagen, schön sauer. Hmmmm.

Die Weinkarte ist überschaubar, man findet aber von den regionalen und sehr guten Anbietern bis hin zu internationalen Größen immer etwas, das zum Spargel passt. Dieses Jahr empfinde ich den 2005 Blanc de Noirs (aus Spätburgunder) von Nägelsförst als den gelungensten Begleiter.

Fazit: Bis zum 20. Juni werde ich sicher noch einmal hier einkehren. Wenn nicht noch öfter.

Name Hirsch, Familie Wild-Ittensohn
Angebot deutsch, Spargel
Adresse Hauptstraße 28
Ort Hügelsheim
PLZ 76549
Land Deutschland
Telefon +49 7229 2255
Telefax +49 7229 2229
Email info@hirsch-huegelsheim.de
Homepage www.hirsch-huegelsheim.de
Öffnungszeiten

BMW R1100 S

So etwas nennt man anfixen. Das, was mein Freund mit mir gemacht hat: Er hat mir einfach so sein Zweitmotorrad - eine BMW R 1100 S - geliehen, um mit ihm einen Nachmittag lang durch die Pfalz zu brettern.

Dieser Nachmittag war gestern, und jetzt geht es mir nicht mehr aus dem Kopf. Ja, ich bin seit 1979 nicht mehr Motorrad gefahren, und ja, ich sollte inzwischen vernünftig geworden sein, aber es lässt einen halt nie mehr los. Nun gut. Natürlich war es am Anfang sehr ungewohnt, und ich war die ganze Zeit auch mehr mit mir selbst und dem Motorrad beschäftigt als mit dem Genießen der Landschaft, aber es hat Spaß gemacht. Klar, ich bin in meinem früheren Leben Solex, NSU, Honda, MV und Honda gefahren, es war daher von Anfang an klar, dass ich kein traditioneller Fahrer einer Gummikuh bin. Aber dieses Geschoss war einfach zu viel für mich. Zu viel Gewicht, zu viel Leistung, zu viel Motorrad, zu viel ungewohntes Drehmoment um die Längsachse beim Beschleunigen, vor allem witzig in Kurven - vor denen ich noch einen Höllen Respekt habe. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass BMW dieses Phänomen inzwischen gelöst hat. Nicht mein Kurvenproblem, sondern den Drehmomenteffekt. ;-)

Eines habe ich mir bei aller Anstrengung gemerkt: Es gibt ein paar Dinge, die ich wieder lernen muss, wenn ich weiter motorradfahren will, und es gibt einige Strecken in der Pfalz, die es lohnen, wieder in dieses Freizeitvergnügen einzusteigen.

Mal sehen, was aus diesem Anfixen alles wird: Jetzt werde ich auf alle Fälle mal sehen, was es denn so an Mopeds gibt, die eher zu meinem Fahrstil passen.

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